Whiteboard, Diagnose, Dinkel – Dienstag 26.5.2026

Puh, was für eine Nacht. Ich freue mich ÜBERHAUPT nicht auf den Sommer. Nachts irgendwann von der Übergangsdecke auf die dünne, gelbe Yogadecke gewechselt, damit es wenigstens ein bisschen kühler war, und damit mehr schlecht als recht geschlafen, mit längeren Wachphasen. Unter anderem hörte ich dem Nasenkater dabei zu, wie er ins Schlafzimmer trappelte, an der geschlossenen Dachterrassen-Ladentür hochkrabbelte (die Panele waren nach außen geklappt, deshalb konnte er durch), draußen aus dem Vogelbad trank, wieder reinkrabbelte, sich auf den Boden plumpsen ließ (so laut, dass ich das Licht anmachte und nachschaute, ob er sich vielleicht beim Runterfallen verletzt hatte, war aber alles okay, er war halt ein kleiner Kartoffelsack), drinnen aufs Katzenklo ging und wieder runterflitzte. Warum auch immer. Schön war, dass morgens um halb sechs Magi wieder zu mir kam und sich ins Bett legte, bis ich um kurz nach halb sieben aufstand. Ich nehme es definitiv als Zeichen der Besserung. Fressen wollte er nach der Medikamentengabe allerdings nicht mehr, sondern ging wieder raus. Der Nasenkater aber genauso. Frischfutter also erst einmal auf später vertagt. Und im ganzen Haus alles aufgerissen, was ging, um die Hitze aus den Räumen zu kriegen.

Insgesamt also: Eher angestrengt durch die Wärme. Einigermaßen ruhiger Morgen mit Brot und Avocado zum Frühstück (am Wochenende eine perfekt reife erwischt), bisschen schreiben, um kurz vor neun machte ich mich auf den Weg ins Büro. Direkt an der Türschwelle zog ich die Strickjacke wieder aus, die ich für den Weg gedacht hatte: Brauchte man nicht, die kurzärmlige Bluse war genug. Und nach fünfzig Metern Weg drehte ich schon wieder um und ging zurück: Auch geschlossene Sneaker und Füßlinge waren way too much, mir dampften nach wenigen Schritten schon die Füße. Also gewechselt auf Sandalen, und damit war es dann den Tag über okay. (War ja nur im Büro.)

Arbeitsstart also um Viertel nach neun, und der wartete mit der Nachricht meiner Unterrichtsteilnehmerin, dass sie spontan im Ausland wäre, ob wir den Unterricht vielleicht online machen könnten…? Das ist für mich immer ein bisschen blöd, weil es eine andere Art der Vorbereitung ist, ob ich den Unterricht mit Onlinetools oder papierbasiert mache, aber… nun ja. Man ist ja flexibel, und einiges an Material hatte ich auch doppelt. Ich modelte also ein bisschen um, bastelte noch eine Onlineübung, schickte einen Zoom-Link und war kurz darauf etwas irritiert, dass zwei Termine im Kalender standen: Einer um zehn und einer um elf. Und dann wurde ich etwas hektisch, es war nämlich zehn vor zehn, ich hatte die Uhrzeit falsch im Kopf gehabt und der Unterricht begann schon in zehn Minuten. Ich war aber fertig, also egal, und wenn ich andererseits morgens schon gewusst hätte, dass ich gleich unterrichten muss, hätte es mich enorm gestresst. So war ich pünktlich ohne die Anspannung vorher.

Restlicher Tag: Viel, viel administrativen Krams abarbeiten, viel Kommunikation. Ich hatte zwei gute Nachrichten bekommen, die mir bei einem Problem weiterhalfen, dafür eine schlechte, die ein neues Problem eröffnete. Das konnte ich so schnell nicht lösen, unter anderem weil gefühlt alle im Urlaub waren, aber einen gewissen Workaround überlegte ich mir (es fühlt sich alles schon sehr nach zwei Schritte vor, einen Schritt zurück an). Insgesamt aber ganz gute Ausbeute, auch aufgrund der Tatsache, dass es eben so ruhig war. Es fühlte sich an wie August.

Um Viertel nach vier ging ich nach Hause (immer noch heiß, aber meiner Wahrnehmung nach weniger als am Pfingstmontag, aber vielleicht bildete ich mir das auch nur ein). Daheim kurzer Austausch mit dem Liebsten, der Magi mittags endlich eingepackt und zur tierärztlichen Vertretung gebracht hatte (lustigerweise kannten wir sie, das war einige Jahre lang die Arztpraxis für unsere Karnickel gewesen).
Dort also gründlicher Check, und wie schon vermutet, hat die Nase tatsächlich eine Infektion, eventuell gar nicht am Auge direkt (dort war so zumindest nichts zu sehen), sondern im Kiefer oder an der Backe oder irgendwo dort. Auf jeden Fall bekam er eine Antibiotika-Depotspritze, weitere Antibiotika in Tablettenform für daheim, eine Zecke wurde ihm auch gleich entfernt (schon die dritte dieses Jahr, das Tier ist ein unfassbarer Zeckenmagnet) und er wurde gewogen. Wir hatten es natürlich schon gesehen, aber trotzdem noch einmal erschreckend: Er hat noch einmal über ein Pfund Gewicht verloren. Wenn unsere Tierärztin wieder da ist, müssen wir unbedingt noch einmal hin und die Blutwerte checken, damit die Schilddrüse besser eingestellt werden kann – es ist ein Elend. („Aha, ein Schilddrüsenpatient!“ sagte die Vertretungs-Tierärztin wohl sofort, als der Liebste Magi auf den Metalltisch stellte.) Insgesamt aber eher erfolgreich, weil wir jetzt ein akutes Problem haben, das wir direkt behandeln können. Magi schien das auch zu merken und fraß sowohl Leckerchen in der Praxis als auch daheim Leberwurstpaste und normales Frischfutter mit Appetit. Freut mich sehr!

Ich ging nach diesem positiven Kurzbericht in mein Arbeitszimmer. Dort noch etwas Orgakrams, und ab halb sechs dann meinen Online-Abendkurs. Der startete erst etwas ungünstig, weil die Hälfte der Leute fehlte (was bei einer kleinen Gruppe sofort Auswirkungen auf manche Aktivitäten hat, die dann weniger gut oder gar nicht gehen), aber im Lauf des Kurses rappelte er sich ganz okay. Am Ende war ich ganz zufrieden. Zu einem nicht unbeträchtlichen Teil auch deshalb, weil ich ein neues Whiteboard-Tool entdeckt habe – naja, so neu ist es gar nicht, aber wurde von mir noch nie in der Form als klassisches Whiteboard benutzt. Zoom hat ja sein altes Whiteboard abgeschafft, LEIDER, das war die beste Whiteboard-Funktion überhaupt, und ich war seither immer so ein bisschen auf der Suche. Eigentlich immer noch, aber zumindest aktuell habe ich eine ganz gute Lösung.

Um zwanzig nach sieben war ich endgültig fertig und kam runter. Und traf dort einen Liebsten an, der noch nicht fertig und dementsprechend ziemlich im Stress war – er hatte gerade Kichererbsen und Dinkel aufgesetzt und war am Spargel schälen, musste aber eigentlich noch dringend weiterarbeiten. Ich löste ihn also in der Küche ab und übernahm das restliche Kochen, und um acht hatten wir eine Art Tabbouleh (nur mit Dinkel statt Bulgur) mit grünem Spargel, Tomaten, Sonnenblumenkernen, Kichererbsen und einer Tonne Kräuter, alle frisch: Petersilie, Koriander (wir haben eine Korianderpflanze in der Küche, die vor sich hin kränkelt, aber zum Ernten ist sie noch geeignet) und Minze vom Balkon. Dazu ein Dressing aus Joghurt und frischer Zitrone und Ahornsirup und etwas Olivenöl, abgeschmeckt mit Ras el Hanout, und ich habe keine Ahnung, ob das authentische Maghreb-Küche ist, aber sehr, sehr lecker war es auf jeden Fall.

Restlicher Abend ein bisschen lesen, dann zwei Folgen Sternentor, und um zehn ins Bett. Im Schlafzimmer zu dieser Zeit noch knapp 24 Grad, seufz, aber alle Fenster waren offen, sodass es einen leichten Durchzug gab, und damit fühlte es sich eigentlich ganz angenehm an.