Im Klinikum, Mittwoch 8.7.2026

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Ganz gut geschlafen, leider mitten in einer Tiefschlaf-Traumphase, als ich vom Weckerpiepsen geweckt wurde. Immerhin gutes Zeichen: Der Wecker piepst wieder, auch bei der frühen Uhrzeit.
Nach dem Aufstehen erst einmal Dachterrasse gegossen, Bude durchgelüftet, Küchenrunde, während der Liebste schnell den Müll rausstellte (sie kamen um 6:30, das ist neuer Rekord) und die Kater versorgte. Die latschten anschließend beide auf den Balkon, und der Nasenkater kletterte sofort aufs Schuppendach (und von dort in den Garten), aber als Magi die gleiche Kletteraktion auch probieren wollte, griff ich ein: Er hat ja schon Mühe, aufs Sofa zu kommen, da werde ich ihn sicher nicht in dreieinhalb Meter Höhe von der Balkonaußenseite aufs Schuppendach balancieren lassen. Fand er eher blöd, aber nun ja. Erst einmal eine TONNE Kletten aus dem Fell geholt, dann zweite Portion Futter. Da hatte er den Balkon dann schon wieder vergessen.

Wir hatten beide wenig Zeit, der Liebste hatte einen frühen Termin und ging bald aus dem Haus. Ich frühstückte eilig zwei Scheiben Brot mit Erdnussbutter, schnelles Schreiben, während oben Harold fuhr, und fast pünktlich um kurz nach acht war ich zum Kurs auf der Yogamatte. Alles etwas gedrängt, aber es passte gerade so, und darüber war ich wirklich froh: Der Kurs war sehr nötig (Rücken, Schultern, alles). Auch deshalb gut, weil wir eine wirklich kleine Gruppe waren und es doppelt blöd gewesen wäre, wenn ich ihn verpasst hätte. Ging ziemlich gut, so insgesamt.

Nach dem Kurs sehr schnelle Dusche, leicht hektisch, aber ich schaffte es doch, trocken und angezogen und pünktlich zu meinem Unterricht um halb zehn am Schreibtisch zu sein. Eine Stunde Kurs (etwas mühsam dieses Mal), anschließend Arbeit bis kurz nach elf, in erster Linie weil seit dem Vorabend (wo ich ja bis sieben gearbeitet hatte) nicht nur eine Tonne Mails eingelaufen waren (nerv), sondern auch lauter Teams-Nachrichten warteten. Ich war also den restlichen Morgen nur mit Antworten beschäftigt. Gehört nicht gerade zu meinen Lieblingstätigkeiten, und ehrlich: Was machen die Leute alle am Abend?

Um zehn nach elf ging ich zum Bahnhof und fuhr mit dem Bus hoch zum Klinikum: Ich hatte einen vom Liebsten organisierten Termin in der Orthopädie, um endlich mal wegen meiner linken Achillessehne etwas zu unternehmen. Es ist im orthopädischen Bereich notorisch schwierig, an Termine zu kommen, und ich hatte den „normalen“ (Kassenpatienten-)Weg ja schon versucht mit Hausarzt und niedergelassenem Facharzt und so, und das macht halt einfach keinen Sinn (Hausarzt: Das muss ein Orthopäde ansehen, Wartezeit für Termin aktuell 6-8 Monate, Orthopäde: Ja, da braucht man ein bildgebendes Verfahren, also Radiologe, Wartezeit wieder mehrere Monate. Dann zurück zu mir, aber halt wieder mit Wartezeit, lol). Jetzt hatte ich schlussendlich doch die „Angehörige von Klinikmitarbeitern“-Karte gezogen.

Um zwölf also oben, ich rief erst einmal den Liebsten an, damit der seine Mittagspause startete und sie dazu nutzte, mich zur orthopädischen Ambulanz zu bringen (sehr gute Idee, das ist ein furchtbarer Dschungel da oben) und mit mir zu warten. Nummer ziehen, am Aufnahmeschalter eingebucht werden, und dann setzten wir uns in den Wartebereich. Wir waren etwas zu früh, der Termin war um halb eins, aber das war sowieso völlig egal: Um fünf vor eins holte der Liebste mir noch eine Flasche Wasser und musste dann wieder gehen, das nächste Meeting stand an. Und ich wartete halt. Hatte mich aber darauf eingestellt und ein Buch mitgebracht.
Im Gegensatz zu den drei Leuten schräg hinter mir, die sich zwar nicht kannten, aber sofort eifrig das machen, was die Deutschen am besten können, nämlich ein Meckerkartell bilden: Unglaublich, wie lang man hier wartet! Warum darf der jetzt rein, der war doch gar nicht vor uns da! Unverschämtheit! Wenn ich in einer halben Stunde nicht dran komme, dann laufe ich einfach so rein! So schlecht organisiert das alles! Mal wieder typisch! Dem Assistenzarzt, der die Leute reinholte und das Gemecker hörte (und erklärte, dass es eine Reihenfolge geben würde – eine Liste – die er abarbeiten müsse), wurde mit hochgezogenen Augenbrauen und eisigem Schweigen begegnet. Meine Güte.

Nun ja. Um Viertel nach eins kam ich dran und wurde von eben jenem Assistenzarzt erst einmal kurz untersucht, erste Notizen gemacht und dann zum Röntgen geschickt. Das ist nämlich das UNFASSBAR Praktische, wenn man den Termin oben im Klinikum hat: Die bildgebenden Verfahren können direkt vor Ort gemacht werden. Wieder ein bisschen warten, röntgen, zurück zur Ambulanz, wo der Arzt mich gleich in ein weiteres Behandlungszimmer setzte und ich auf den Oberarzt warten konnte.
Nicht mehr lang, dann kam der Oberarzt, schaute sich die Bilder an, untersuchte den Fuß noch einmal, und erklärte dann, wenig überraschend: Das wird eine OP werden, denn am Achillessehnen-Ansatz hat sich eine deutlich sichtbare knöcherne Verdickung gebildet, die ihrerseits auf Schleimbeutel und Sehne drückt und die Probleme macht. Und von allein geht da nix mehr weg. Er erklärte mir die OP im Detail (im Grunde genommen wird das überschüssige Knochengewebe halt abgemeißelt), ein paar organisatorische Sachen (Termin ab September möglich, zwei Wochen akute Heilungsphase sollte ich einplanen, Home Office währenddessen wäre eine gute Idee), dann verabschiedete er sich und überließ den Schreibkram dem Assistenzarzt. (Übrigens, wie ich später feststellte, keine Ahnung von der Krankenhaushierarchie bei mir, aber das war kein „normaler“ Oberarzt, sondern die stellvertretende Klinikleitung gewesen. „Angehörige von Klinikpersonal“, ich sag’s nur.)

Mit dem Assistenzarzt noch ein bisschen Schreibkram, er füllte für mich eine „OP-Karte“ aus, und als er meinen Beruf eintrug (ich sage meistens einfach „ich unterrichte Deutsch als Fremdsprache“, weil die exakten Details etwas kompliziert zu erklären sind und auch nichts zur Sache tun), horchte er sofort auf: „Oh, dann gehöre ich ja vielleicht auch zu Ihrem Aufgabenbereich“. Hihi. Er kam nämlich, wie man am Namensschild sah und an einem extrem winzigen Akzent auch hören konnte (wenn man sich konzentrierte), aus dem arabischen Raum. Aber ganz ehrlich: Er war ein C2-Sprecher, da wäre für mich nichts mehr zu unterrichten gewesen. Er erzählte dann ein bisschen (an der Uni Saarbrücken Deutsch gelernt, in einem Superintensivkurs, nein, keinen TestDaF gemacht (auf meine Nachfrage hin), sondern DSH („kennen Sie?“ – lol ja, indeed), und überhaupt halt den ganzen Weg). Alles spannend für mich, höchster Respekt von mir, und es war halt sofort auch atmosphärisch sehr nett.

Um halb drei war ich fertig, mit einer Telefonnummer, die ich anrufen soll, um einen Termin fürs Vorgespräch auszumachen, und einem Stapel Papier. (Zwei Stunden von Termin bis fertig, inklusive zweimal untersucht, Röntgen und viel Papierkram – ich finde das absolut im akzeptablen Bereich.) Ich rief erst einmal beim Liebsten an und ging bei ihm im Büro vorbei (viel Zeit hatte er allerdings nicht, er war mitten im Online-Meeting). Dann holte ich mir in einem Kiosk eine Flasche Cola und eine Brezel und fuhr wieder heim. Da ich einen Bus erwischte, der mich mehr oder weniger vom Klinikum aus bis fast vor meine Haustür fuhr, war ich um vier tatsächlich zurück und hatte noch ein bisschen Zeit fürs Arbeiten.

Erst einmal machte ich mir den restlichen Kartoffelbrei vom Vorabend warm (ein bisschen wildes Durcheinander zum Mittagessen, aber egal), dann an den Schreibtisch bis halb sechs. Wenigstens hatte sich über den restlichen Tag nicht mehr so viel Zeug angehäuft wie am Vorabend, sodass ich problemlos den Arbeitstag abschließen konnte. Endlich mal richtig Minusstunden gemacht!

Feierabendstart: Tee, Kater versorgt, Magi gefüttert (er hatte den Tag über leider wenig gefressen und es war mir wichtiger, dass er erst einmal richtig Futter kriegt, bevor ich ihn mit Medikamenten malträtierte – das kam erst später, als er irgendwann zu uns reinkam und immerhin die Hälfte nahm), und als der Liebste um zwanzig nach sechs heimkam, schnell mit ihm zum Supermarkt nebenan. Wie so oft nur „ein paar Kleinigkeiten“, aber das wurde dann doch ein kompletter Einkaufswagen voll und damit auch leider teurer als gedacht. Nett war, dass wir an der Kasse vor uns und hinter uns Bekannte trafen (das war so lustig, dass die Kassiererin sogar mit „Tübingen ist ja wirklich klein“ kommentierte). Und auch sehr gut: Wir nahmen einen günstigen Standventilator mit. Wir haben ja zwei bestellt, aber die kommen wohl erst im August oder so, und dieser war echt billig.

Daheim bauten wir den Ventilator gleich zusammen, und naja: Man sieht schon sehr, dass er ein Billigprodukt ist. Vererben werden wir ihn wohl nicht. Aber er pustet (ordentlich), er ist nicht sonderlich laut, also haben wir jetzt mal kurzfristig eine Lösung. Die wir an dem Abend gar nicht unbedingt brauchten, denn draußen waren es 27 Grad und in den Räumen 23. Aber es soll wieder heißer werden.

Restlicher Abend gemeinsames Kochen, Spirelli mit einer Gemüsesauce aus dem Ofen: Zucchini, Tomaten, Pilze, Zwiebeln, Oliven, Kapern, Passata, ein paar Kräuter und Salz, das alles 40 Minuten im Ofen. SEHR leckeres und einfaches Essen. Damit aufs Sofa, ein paar Folgen Stargate. Ins Bett erst um halb elf, weil es vorher draußen noch zu warm war und lüften nicht gut ging. Und der Ventilator im Schlafzimmer eher keine Option war, zumindest für mich nicht. Angepustet werden finde ich beim Schlafen eher blöd.