Bücher, Apps, Samstag 29.8.2026

Ganz gut geschlafen und um zehn vor sieben einigermaßen wach aufgestanden. Da war der Kater schon mehr oder weniger vom Liebsten versorgt und kam nur noch zu mir nach oben, um auf die Dachterrasse zu gehen und sich dort dann gelangweilt hinzulegen (warum?) und mich anzumiauen, als ich ihn wieder hereinlotste. Und dann um den Liebsten herumzuspringen, während der gleichzeitig fahrenden Saugroboter, Katzenfutterbeutel und Futternapf zu händeln versuchte und dabei prompt den Futternapf auf den Boden warf. Ich hielt mich da raus, räumte stattdessen die Küche auf und machte Tee. (Beobachtete aber erstaunt den Kater, wie er ganz tapfer weiter sein Futter fraß (aus einem neuen Napf natürlich), während der Liebste unter ihm die Scherben aufsaugte. So ein mutiges Tier!)

Ruhiger Vormittag. Wir hatten noch ein paar Brötchen übrig und außerdem ein frisches Brot, das wurde mit Butter (…die vegane Rama macht sich gut auf Brot) und Marmelade unser Frühstück. Dann schreiben und ausführliches Lesen: Zeitung, Timeline, Internet. Außerdem richtete ich am neuen Handy die Nextcloud, Keepass und meine 2FA-App ein. Und plötzlich war es schon halb zwölf.
Egal. Ich putzte das obere Stockwerk und widmete mich der gründlichen Körperpflege, während der Liebste uns einen Salat mit Gurke und Tomate und einen Salat mit geraspelter Roter Bete und Kohlrabi machte. Nachtisch Haselnusseis. Kein Kaffee, weil uns die Kaffeebohnen ausgegangen waren (und irgendwie niemand Lust hatte, einen Espresso zu machen), stattdessen viel Schwarztee (auch mal wieder nett) und eine Kanne Kräutertee.

Für den Nachmittag hatten wir eigentlich geplant, entweder in den Baumarkt oder in die Nachbarstadt zum Motorradhändler zu fahren (nach neuen Klamotten schauen), aber dann ging ich mit dem Kater in den Garten, einmal bürsten, der Liebste machte ausführlich Siesta, und irgendwie war es dann etwas spät. Wir gingen also stattdessen um drei in die Stadt, Zeugs erledigen und Kaffee trinken.

Erster Stopp Handyladen. Nachdem ich auf Nextcloud und Keepass jetzt Zugriff hatte (die beiden wichtigsten Apps, weil ich mich dadurch potenziell in die anderen einloggen kann), beschloss ich Ernst zu machen und das Handy richtig umzustellen. Ich ließ mir also von einem anfangs etwas mürrischen, dann aber hilfsbereiten jungen Mann meine eSIM übertragen. Klappte völlig problemlos, nach einer Viertelstunde war O2 auf meinem neuen Handy angekommen. Hihi.

Danach weiter in einen Buchladen, weil ich „einen richtigen Krimi“ wollte. Die Krimiwelt ist allerdings, nun ja, halt schon geflutet mit ganz schön viel Schrott. Entweder irgendwelche Psychothriller, oft sehr brutal, aber mit bei Lichte besehen hanebüchener Handlung, oder die ganze unsägliche Sparte an „Regionalkrimis“, in der schlimmsten Form dann auch noch „lustig“ und mit meist noch mehr hanebüchener Handlung. (Klappt nur bei wenigen Leuten wie beispielsweise Jörg Maurer.) Natürlich gibt es auch noch „normale“ Krimis dazwischen, aber die muss man halt auch erst finden. Bei skandinavischen Krimis bin ich mittlerweile sehr misstrauisch, weil sie so sehr gehypt wurden, dass der Markt jetzt mit unendlich vielen Büchern geflutet ist, wo die Qualität einfach nicht gegeben sein kann. (Übrigens, Absurdität am Rande: Michael Kobr, der von den Kluftinger-Krimis, schreibt jetzt auch Skandinavien-Krimis. Lol.) Und bei englischsprachigen Büchern kommt noch erschwerend hinzu, dass ich sie nicht in Übersetzung lesen möchte.
Langer Rede kurzer Sinn: Ich stöberte und suchte und las Klappentexte und hatte am Ende einen Stapel von sechs Büchern, denn der Tag hat noch nicht stattgefunden, an dem ich eine Buchhandlung betrete und ohne Buch wieder verlasse. Außerdem zwei Kalender, und der Liebste fand auch noch zwei Bücher. Wir waren also ziemlich beladen, als wir fertig waren.

Meine Ausbeute, just for the record:
– Susanne Tägder, Das Schweigen des Wassers (das ist der Krimi, deutsche Autorin, Krimidebüt)
– Jürgen Wertheimer, Die Scharfseherin (das springt auf den Odyssee-Hype auf, aber ich kenne Wertheimer aus dem Studium, einer meiner Literaturprofs damals, es kann gar nicht doof sein)
– Aljosha Muttardi, Gut wird’s hier nicht mehr, aber besser (joa, das könnte gefühliger Schrott sein, aber ich kenne Aljosha als eine Hälfte der veganen Quatschnasen und folge ihm auf YouTube, und den Titel mochte ich schon mal)
– Rieke Haverz, Goodbye, Amerika? (kenne ich vom OK America-Podcast und schätze ihre Analysen)
– Axel Hacke, Aua (Hackes Schreibstil mochte ich immer schon sehr, und ihm traue ich auch zu, dass das Buchthema – ein alter Mann setzt sich mit seinem Körper auseinander – nicht peinlich unangenehm wird, sondern geistreich umgesetzt)
– Erich Maria Remarque, Im Westen nichts Neues (fand ich in einer sehr schönen, klassischen KiWi-Taschenbuchausgabe – und dass ich das nicht schon längst im Regal stehen habe, ist halt auch eine unfassbare Bildungslücke, die dringend ausgefüllt gehört)

Nach der Buchhandlung gingen wir ins liebste italienische Bistro und verbrachten dort knappe anderthalb Stunden mit Espresso, Prosecco und einem Select Spritz. Und natürlich mit der Nase in den neuen Büchern (ich las die ersten zwei Kapitel von Axel Hackes Buch: Ja, hält, was es verspricht). Bisschen redeten wir auch. Um halb sechs nach Hause: Wir waren beide müde, von der extrem vollen Stadt genervt (es schienen sämtliche Tagestouristen an diesem Wochenende in Tübingen zu sein) und hatten ja eigentlich noch den Wocheneinkauf vor uns.

Diesen ließen wir aber bleiben. Der Liebste ging nur schnell zum Supermarkt nebenan und holte die wichtigsten Sachen (frische Pilze, Kaffee) und legte sich dann für den restlichen Abend aufs Sofa, und ich schaute nach dem Kater und kümmerte mich ums Kochen. Das Essen war eine einfache, aber sehr leckere Dinkel“pfanne“, naja, man hätte die ofenfeste Pfanne in den Ofen stellen sollen, aber ich nahm eine Auflaufform stattdessen. Es war nämlich reichlich (Dinkel, Räuchertofu, gehackte Ochsenherz-Tomaten – extrem aromatisch aus der Urlaubsnachbarkiste – Frühlingszwiebeln und Pilze) und hätte in eine Pfanne gar nicht gepasst.

Restlicher Abend dann eben Sofa, ich machte eine Flasche Weißwein auf (wie ich zu meiner Freude feststellte, haben wir von dem tollen Grillo, den es am Donnerstag im Weinhaus gab, bereits eine Flasche daheim) und trank ein Glas, der Liebste verzichtete und aß stattdessen zwei (!) Becher Haselnusseis. Wir werden recht bald Nachschub produzieren müssen, vermute ich.
Bis zur Bettzeit Sternentor und ein bisschen Lesen. UND ich erledigte noch vier sehr wichtige Handyschritte: Ich übertrug die Daten von Threema, Signal, Whatsapp und meinem E-Mail-Konto. Klappte bei allen vieren hervorragend, alle Chats und Adressbücher sind auf dem neuen Handy da. (Bei den E-Mails konnte ich mich einfach in der neuen App anmelden und bestätigen, bei Signal und Whatsapp ging die Übertragung per QR-Code und Bluetooth, bei Threema über ein Daten-Backup, das ich auf der Nextcloud speicherte.) Damit ist neben dem Thema Security auch das Thema Kommunikation auf dem neuen Handy abgehakt. Jetzt fehlen nur noch ungefähr fünftausend weitere Apps.