Durchgeschlafen (yay!), bis der Kater um halb sechs ins Zimmer kam und mich durch ausdauerndes Miauen aufweckte (buh!). Ich ließ ihn um kurz nach sechs schließlich ins Zimmer und konnte so noch schlafen bis zum Weckerlicht um halb sieben. Draußen sehr kühl, aber im Schlafzimmer mit gekipptem Fenster perfekt. Leider hatten Schlaf- und Arbeitszimmer mit knapp über 18 Grad die gleiche Temperatur, ich stellte mich schon auf einen weiteren Tag frieren ein. Hoffte aber auf einen etwas fitteren Kreislauf, immerhin war ich ja nicht nachts am Flughafen herumgelaufen. Erst einmal Katzenversorgung, Küchenrunde und Tee, und dabei fiel mir auf, dass der Daumen etwas weniger schmerzempfindlich war als am Vortag. Natürlich immer noch, aber ich konnte deutlich mehr normale Handbewegungen machen. Vorsichtige Erleichterung.
Für den Liebsten war ja ein normaler, also freier Samstag, trotzdem stand er um kurz nach sieben auf und machte uns ein Porridge zum Frühstück. Geruhsamer Morgen, ich war nach Schreiben Teekochen und Bad erst um kurz vor halb zehn am Schreibtisch. Die Weiterbildung begann um zehn, und die Tatsache, dass niemand von den Kolleg:innen arbeitete und meine Aufmerksamkeit wollte, fand ich doch entlastend.
Der aller-allerletzte Weiterbildungstag also, es ist für mich jetzt doch überraschend, wie schnell das vorbeigegangen ist. Noch einen Tag Arbeit also, bei dem ich mich von vornherein etwas besser gegen das kalte Zimmer wappnete mit Hoodie, Schal und wärmeren Socken. Außerdem wurde es nun tatsächlich noch einmal richtig warm, wie angekündigt, sodass ich im Arbeitszimmer (…nach Monaten) die Fensterläden wieder komplett aufmachte und ab mittags das Fenster aufmachte, um die Wärme in den Raum zu lassen. Funktionierte erstaunlich gut.
…und dann erzählte mir der Liebste natürlich, dass ihm die Kälte am Abend zu blöd geworden war und er deshalb die Heizung wieder eingeschaltet hatte. Und ich hatte gedacht, wir würden es bis Oktober durchhalten. Na ja. Aktuell ist sie so eingestellt, dass sie nur morgens und abends etwas heizt (und in den einzelnen Zimmern kann man sie sowieso dezentral ausstellen). Wie auch immer: ich fror auf jeden Fall deutlich weniger als am Donnerstag und Freitag.
Der dritte Tag war wieder ganz okay, der Freitag war wohl ein Ausreißer (und ziemlicher Tiefpunkt) gewesen. Zwar fehlte mir immer noch die Struktur, es gab deutlich zu viel Plenumsarbeit und es waren wieder einige inhaltliche Schwächen und Fehler dabei, aber es gab endlich auch einiges, was für mich wirklich neu war und wo ich tatsächlich etwas lernen konnte. Weshalb ich auch nicht aus lauter Langeweile nebenher andere Sachen zu machen begann. Nur ein paar Mails schrieb ich – es gab einen wichtigen Punkt zu organisieren, und ich hatte ihn zwar für den Montag terminiert, war aber froh, ihn jetzt schon abhaken zu können. Vor allem, da er erfolgreich war: Ich kriegte von allen Leuten innerhalb kurzer Zeit eine Antwort. (…typisch Freiberufler, arbeiten alle auch am Samstag.)
Mittagspause mit dem Liebsten: Wir hatten noch einen Rest Bohnensalat vom Donnerstagabend übrig, dazu eine große Schüssel Blattsalat. Danach etwas Kaffee und einen Becher Limettenjoghurt. Mittlerweile war es erstaunlich warm geworden, deshalb ging ich auf die Dachterrasse, goss alle Pflanzen dort (die meisten sind so allmählich durch, aber einfach vertrocknen lassen will ich sie trotzdem nicht) und erntete bei der Gelegenheit noch eine Schüssel Tomaten und fünf grüne Paprika. Die Zucchini waren eher enttäuschend (vielleicht sind Tomaten und Zucchini keine guten Hochbeetpartner), aber davon abgesehen bin ich mit der diesjährigen Dachterrassenernte ganz zufrieden.
Nachmittags weiter mit der Fortbildung. Ein paar kleine technische Hakeligkeiten: Der Dozent verlor mehrfach einfach so seine Host-Rechte (diese wurden dann random an irgendeine Teilnehmerin übertragen, zweimal an mich, keine Ahnung weshalb), einmal beendete er das Meeting versehentlich komplett, und einmal wurde er selbst aus dem Meeting geworfen und kam nicht mehr zurück (er bekam die Info „der Host“ – das war in dem Moment eine andere Teilnehmerin – „hat Sie aus dem Meeting ausgeschlossen“). Das war etwas witzig, weil wir in diesem Moment in Breakout Sessions waren, die wir nicht selbstständig beenden konnten. Wir schafften es aber, ihn wieder reinzuholen. Insgesamt etwas merkwürdig. Auch dass Zoom selbstständig eine Transkription des Meetings startete, war nicht so gewünscht. Ich vermute irgendwelchen KI-Erweiterungs-Bullshit im neuesten Update.
Um halb fünf waren wir fertig (etwas lustig: Wir hatten ja alle ein halbes Jahr lang miteinander die Weiterbildung gemacht, uns dabei ganz gut kennengelernt und waren noch am ausführlichen Verabschieden, als der Host das Meeting sang- und klanglos beendete – wohl keine Lust auf lange Abschiedsworte), und da ich ja überhaupt nicht mehr arbeiten musste, fuhr ich direkt den Rechner runter. Zog mich dann um – draußen war es mittlerweile so warm, dass ein Hoodie viel zu viel war und ich auf langärmliges Shirt wechselte – und holte den Liebsten zum Wocheneinkauf aus seinem Arbeitszimmer.
Eine Runde Alnatura, dm, süßes Zeug beim Bäcker, um halb sechs wieder daheim, Zeug wegräumen und ein bisschen in der Küche Ordnung schaffen. Damit war der einzige Haushaltspunkt des Tages abgearbeitet. (Naja, die Spülmaschine war noch durchgelaufen.)
Gemütliches Kochen: Ich schenkte mir ein Bier ein, bat den Liebsten darum, für mich das Gemüse zu waschen und zu schneiden wegen Pflasterhandicap, dann kochte ich uns einen Topf sehr pilzlastige Tom Kha mit Reis. Sehr gutes Abendessen, fast so gut wie neulich im Ramen-Restaurant.
Nach dem Essen las ich mein Buch zu Ende, den Susanne Tägder-Krimi. Gutes Buch, atmosphärisch dicht bis zum Ende, mit schön ausgearbeiteten, vielschichtigen Figuren. Das Ende bleibt ein wenig merkwürdig offen, was aber eigentlich zur Geschichte deutlich besser passt als ein typisches Krimi-Ende. Die Autorin hat bereits den zweiten Band veröffentlicht, wie ich mit Freude feststellte (weniger erfreut, dass ein Teil des zweiten Bandes als Leseprobe hinten im Buch abgedruckt war – das nervt mich immer ein wenig. Aber sei’s drum).
Restlicher Abend gemütlich auf der Couch. Wir schauten zwei Stargate-Folgen an (die zehnte Staffel nähert sich ihrem Ende, wir sind also fast durch) und teilten uns zur Feier des Samstags eine Flasche Rosé, und zwar einen kräftigen Demba. Passend zum warmen Sommerwetter. Ins Bett um halb elf.