Katzenzähne und Upload, Donnerstag 16.4.2026

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Eigentlich ganz gut geschlafen, durchgeschlafen von halb elf bis halb sechs, allerdings zweite Nacht in Folge, wo ich um halb sechs aufs Klo musste und dann eigentlich noch eine Stunde hätte schlafen können, wenn nicht so ein kleiner pelziger Schrat vor der Tür gesessen und mich ins Bett begleitet hätte. Nun ja. Trotzdem einigermaßen ausgeschlafen und auch recht guter Dinge – dass sich draußen ein leicht bewölkter Himmel mit schönem Morgenrot zeigte, die Vögel eifrig (und laut!) zwitscherten und überhaupt der ganze Garten in der vollen Frühlingspracht ist (Schlüsselblumen, Storchenschnabel, Tulpen!!!), half definitiv.
Katzenmaintenance, kurze Küchenrunde mit dem Liebsten, Medikamentensichtung: Ich musste mittags mit Magi zur Tierärztin (das allerdings ein Termin, der mir Stress bereitete) und schaute mal, was uns an Medikamenten ausging. So langsam entdecke ich mich bei dem Gedanken, wie groß man die Medikamentenschachteln wohl kauft, also wie lang im Voraus man plant und Vorräte anlegt bei zwei so alten Katern. Andererseits wurde die Katze einer Kollegin 22 Jahre alt. Und der Nasenkater ist agil wie Quecksilber. Magi natürlich eher nicht so, aber – mal sehen.

Erst einmal Frühstück: Der Liebste holte Zeugs beim Bäcker (zum Brotbacken komme ich gerade eher nicht), die Brötchen gab es mit gekauftem Seitan-Pseudo-Leberkäse-Aufschnitt, den wir aus dem Reduziert-Regal im Supermarkt geholt hatten – gar nicht schlecht. Dann eine Kanne Kabusé und ein erster Blick in die Mails und Nachrichten, Dusche. So „richtig“ am Schreibtisch war ich um halb zehn. War aber sowieso egal: Ich hatte mir für den Vormittag Minusstunden eingeplant, weil ich für meine Weiterbildung an der zweiten Runde des Abgabedokuments arbeiten wollte.

Das klappte so mehr oder weniger – ich verbrachte den Vormittag größtenteils damit, meine Aufschriebe und den Begleitreader durchzuarbeiten. Zwischendrin, als die Kater wieder aus dem Garten gekommen waren, machte ich die Klappe unten zu und baute die Box zusammen, und um halb zwölf holte ich das Auto (dieses Mal einen Kangoo, dessen Bremsen schon etwas durchgenudelt waren), packte Magi ein und fuhr zur Tierärztin.

Gleich beim Eingang wurde mir Magi abgenommen und in den Nebenraum gebracht: Es waren viele Hunde im Wartezimmer und er sollte sich nicht so stressen. Klappte nur so halb, ich hörte ihn während der Wartezeit quasi am Stück miauen. Auf dem Metalltisch war er dann manierlich, knurrte nur zweimal und ließ sich sonst mit Leckerchen abfüttern, während die Ärztin ihn abhörte, genauestens die Zähne anschaute, die Krallen beschnitt (er kriegt das Krallenschärfen leider nicht mehr selbst hin), Blut abnahm und ihm schließlich ein Depot-Schmerzmedikament spritzte, das gegen Arthrose und Ähnliches wirken soll. Schlechte Nachricht: Er hat tatsächlich weiter abgenommen, seit seinem letzten Besuch im Februar sind es noch einmal 300 Gramm weniger. Gute Nachricht: Sie konnte keine akute Problematik feststellen, vor allem bei den Zähnen ist nichts zu sehen, was eine große Zahnsanierung unter Narkose rechtfertigen würde. Ihr Verdacht ist, dass die Schilddrüse nicht ordentlich eingestellt ist, aber das werden jetzt die Blutwerte zeigen. Ich war auf jeden Fall schon einmal froh, dass er nicht seit Wochen mit entzündeten Zähnen rumläuft. (Ob dann nicht doch einer weh tut, kann man natürlich nicht komplett ausschließen, leider.)

Um Viertel nach eins war ich wieder daheim. Der Liebste befreite das Tier aus der Box und fütterte ihn erst einmal ein bisschen (also Hunger hat er definitiv schon). Für mich Mittagessen (restliches Chili), und ab Viertel vor zwei war ich wieder am Schreibtisch.
Am Nachmittag führte ich wieder ein Vorstellungsgespräch (dieses Mal mit besserem Bauchgefühl), erledigte administrativen Orgakram und machte tatsächlich eine Teilaufgabe vom zweiten Teil meiner Weiterbildung fertig und lud sie hoch. So richtig mit „Abgabe? Sie können dann nichts mehr verändern“ und so. Bin aber zufrieden, auch wenn ich es wahrscheinlich zu detailliert und zu kleinteilig erledigt habe, ist aber egal.

Um zehn vor sechs machte ich Feierabend und ging noch eine Runde ins Fitness. Draußen KRASS warm – schon mittags war langsam die Sonne hinter den Wolken vorgekommen, aber ich hatte noch die grüne Jacke gebraucht. Jetzt nicht mehr. Dementsprechend warm auch im Fitnessstudio (kein zweites Shirt unter dem Sportshirt mehr nötig). Davon abgesehen sehr gutes Training, ich kam gut und flüssig durch. Dieser Trainingszyklus ist damit beendet, und ich bin gespannt, wie sich der Wechsel (auf den anstrengenderen Zyklus) gestaltet.

Der Liebste hatte noch Vereinssachen erledigt (unter anderem vereinbart, dass die Banner am Wochenende wegkommen) und war bereit fürs gemeinsame Kochen. Das Rezept war wieder neu und aus dem März-Heft VF&L, und so auf dem Papier hatte es ganz gut ausgesehen: Penne mit geschmortem Fenchel, halbierten Artischockenherzen und Kapern in einer zitronigen Soße. Tatsächlich mussten wir am Rezept ziemlich nachjustieren und auch dann war es eher so, naja. Angefangen damit, dass man den Fenchel in „Wedges“ schneiden soll, was beim Essen später halt furchtbar unpraktisch ist (viel sinnvoller wären mundgerechte Stücke). Und dann bestand die Sauce in erster Linie aus 100 ml Weißwein, Salz, Öl und Zitronensaft, dazu die in Essig eingelegten Kapern: Wie sauer kann ein Essen sein? Wir rührten ordentlich Mandelmus unter, außerdem Ahornsirup als Kontrapunkt, damit ging es dann einigermaßen. Aber es wird nicht unser Lieblings-Pastarezept werden. (Aber: Mal wieder mit Fenchel und Artischocken gekocht, hatten wir beides schon lang nicht mehr.) Noch ein Chicoréesalat, wir waren auf jeden Fall satt.

Rückzug aufs Sofa, von Magi belagert, der uns wieder verziehen hatte. Sämtlicher Blaulichtcontent ist abgegrast (stimmt nicht, mir fällt noch eine Doku ein, die wir übrig haben, aber der Liebste wollte auch mal wieder was anderes), auf Unfamiliar hatten wir beide keine Lust – es fehlen die beiden letzten Folgen, aber wir hatten uns etwas gelangweilt. Ich blätterte ein bisschen durch meine Trelloliste und wir endeten bei StartUp auf Netflix, eine in Miami spielende Thrillerserie. Davon schauten wir die ersten zwei Folgen an. Ein paar Längen, bis sich die Geschichte aufgebaut hat (vielleicht haben wir beide aber auch einfach für lang erzählte Geschichten keine Geduld mehr), und es ist SEHR irritierend, Martin Freeman mit amerikanischem Akzent zu hören, aber mal sehen, wie es sich weiter entwickelt. Wir waren auf jeden Fall bis zur Bettgehzeit beschäftigt.