Um halb sechs das erste Mal wegen Klo aufgewacht, was ja schon mal super ist (und eine halbe Stunde vor Lichtwecker an, also quasi die komplette Nacht). Weniger super war Magi, der vor der Tür stand, mit ins Schlafzimmer kam und die nächste halbe Stunde um mich herumtanzte. Trotzdem einigermaßen ausgeschlafen um sechs aufgestanden, Katzenmaintenance, Küchenrunde mit dem Liebsten. Und zwei fress-unwilligen Katzen, weil ich ihnen blöderweise das gleiche Futter gab, was ihnen der Liebste am Abend vor dem Schlafengehen schon hingestellt hatte (und unsere Kater sind sehr für Abwechslung). Hätte man mir natürlich sagen oder anderweitig kommunizieren können (wir haben eigentlich eine Wäscheklammer, die wir an die jeweilige Futterschachtel stecken), aber… nun ja. Katzenverweigerungshaltung also erst einmal, oder wie wir es nennen: So schlimm kann der Hunger nicht sein.
Anders als bei uns. Deshalb Müsli vom Liebsten, bisschen schreiben, Tee, oben fuhr Harold. Um kurz vor acht verschwand der Liebste ins Bad und ich rollte die Yogamatte für den Kurs aus. Durch die Osterferien längere Kurspause, ich erwartete also ein eher anstrengendes Üben.
Dafür ging es eigentlich erstaunlich gut. Natürlich anstrengend (viele Stehpositionen), und natürlich fühlte ich mich ziemlich steif und verklebt an, aber ich konnte eigentlich in alle Positionen gehen und sie auch halten. War ganz zufrieden mit meinem Körper, in Anbetracht der Tatsache, dass die letzten Wochen sehr viel Sitzen beinhaltet haben. Während Shavasana kam dann noch Magi vorbei und schnurrte mir ins Ohr, und das war zwar einerseits ein wenig ablenkend, andererseits natürlich auch sehr nett. Katzenschnurren entspannt ja angeblich.
Danach war es mit der Entspannung allerdings vorbei, denn ich hatte mehr oder weniger am Fließband Meetings. Ich schaffte es noch Zähne zu putzen, Yogasachen wegzuräumen und mir eine Kanne Gunpowder zu kochen, dann hatte ich ab halb zehn eine Stunde Unterricht. Direkt nach dem Kurs ließ ich die Nachbereitung bleiben und ging stattdessen direkt unter die Dusche – das hätte mir sonst den ganzen Tag nicht mehr gereicht, und ich wollte nicht im Pyjama und mit ungewaschenen Haaren in vier weiteren Meetings sitzen. (Auch wenn alles online ist.)
Ab elf wieder am Schreibtisch. Ein bisschen Kommunikation, ein Blick in ein paar Protokolle, dann QM-Meeting bis eins (zwei Minuten vor dem nächsten Meeting aufgehört, damit ich wenigstens noch aufs Klo konnte). Produktiv, auch wenn mir (mal wieder) auffiel, was für ein Sack Arbeit da noch auf uns wartet. Kurz nach dem QM-Meeting noch ein Gesamttreffen, und um halb zwei schließlich in die dringend benötigte Mittagspause.
Pause machte ich allein, weil der Liebste ungefähr ähnlich viele Meetings hatte wie ich, nur anders getaktet, er war also schon in der Nachmittagsrunde. Ein bisschen Katzenbespaßung, restliche Linsensuppe mit etwas Knäckebrot, Kaffee, außerdem Buch. Von dem ich mich sehr losreißen musste.
Ab kurz nach zwei wieder am Schreibtisch. Noch zwei Meetings: einmal der JF meiner Abteilung (wie immer: Ich habe ein paar Punkte auf meiner Liste, nicht sonderlich viele, und denke „ach so in 20 Minuten sind wir durch“, und dann brauchen wir doch die terminierte Stunde), anschließend ein Vorstellungsgespräch. Dieses mit ein paar kleinen Hakeligkeiten, nun ja, ich muss mal etwa drüber nachdenken, wie ich das einsortiere. Danach noch ein paar wichtige Mails beantwortet, ich machte endlich die Nachbereitung für den Unterricht morgens fertig, und um halb sechs war das Wichtigste erledigt, meine Konzentration ziemlich am Ende und ich verschob den Rest auf den nächsten Tag. (Immer ein bisschen Arbeit übrig lassen.)
Der Liebste hatte im Bastelverein um sechs einen Termin wegen der Buchhaltung (zweiter Versuch, nachdem beim ersten Treffen der doofe Fehler aufgefallen war). Ich ging mit ihm zusammen aus dem Haus und bog dann zum Kaufland ab: Dort die Poststelle nutzen und ein Paket abgeben, und noch ein paar Kleinigkeiten im Supermarkt besorgen, wenn ich schon da war.
Im Kaufland war ich früher häufig, aber jetzt schon einige Jahre nicht mehr – im Grunde genommen seitdem wir den Alnatura als unseren Stammsupermarkt nutzen. (…und seitdem ich mich nicht mehr von meinem eigenen Gehalt allein finanzieren muss, ehrlicherweise.) Seitdem scheinen sie umgebaut zu haben, denn ich irrte ziemlich orientierungslos durch die Gänge und fand mich erst einmal überhaupt nicht zurecht. Eigentlich ganz spannend, sich anzuschauen, wie so ein Supermarkt organisiert ist (erstaunlich viele Mitarbeiter, die abends um sechs mit dem Auffüllen der Regale beschäftigt waren), aber ein bisschen unübersichtlich fand ich es halt. Kam aber trotzdem mit einem frischen, schönen Tulpenstrauß (dieses Mal in Rot, die weißen Tulpen haben eine gute Woche gehalten), ein paar Wasa-Snacks mit Rosmarin (Entdeckung aus dem anderen Supermarkt letzte Woche, mag der Liebste vor allem sehr), ein bisschen reduzierter Osterschokolade (Sachzwänge) und Artischocken in Öl (meine Güte, waren die schwer zu finden) wieder heim.
Daheim dann ausführliches Kochen, begleitet von ein bisschen Podcast (neben dem neuesten Streitkräfte und Strategien eine neue Entdeckung, also von mir jetzt mal ausprobiert: Der Ostausschuss der Salonkolumnisten. Noch nicht ganz sicher, wie ich die Autor:innen- und Expert:innen-Riege einzuordnen habe, aber mal sehen).
Auf jeden Fall war um halb acht ein Topf Chili fertig, dem leider komplett die Schärfe fehlte, obwohl ich alles an Chilis und Peperoni reingeworfen hatte, was bei uns so rumlag. Nun ja. Halt ein deftiger Bohneneintopf. Passend zum Essen kam auch der Liebste wieder zurück, also gemeinsames Abendessen, danach eine Folge Feuerwehrquatsch und ins Bett um halb zehn.
Und natürlich: Das Buch zu Ende gelesen, endlich. Der dritte Band von Mick Herrons Zoe Boehm-Reihe, Why We Die. Ein bisschen morbide teilweise (es geht viel um Tod und Särge und so), aber auch mit viel Tempo, interessanten Perspektivwechseln, nicht so elend viel Nabelschau der Protagonistin wie beim letzten Mal, einer (einigermaßen) logischen Story und einem wirklich für mich sehr überraschenden Twist am Ende. Nachdem das zweite Buch der Reihe über weite Strecken ja doch Schwächen hatte (das letzte Drittel entschädigt etwas dafür), ist das dritte wirklich wieder eine vorbehaltlose Empfehlung.