Wartezeiten, Freitag 17.4.2026

  • Beitrags-Kategorie:Tagebuch

Meine Güte, wie sehr müde kann man beim Aufstehen sein. Um vier einmal aufgewacht, ohne Störungen von Magi wieder hingelegt und irgendwann auch wieder eingeschlafen (bei kühlen Temperaturen im Schlafzimmer – seit zwei Tagen ist die Dachterrassentür jetzt wieder gekippt). Als der Wecker piepste (das Licht merkte ich gar nicht), war ich natürlich mitten in einer Traumphase. Puh. Also snoozen bis Viertel vor sieben und dann wirklich, wirklich müde aus dem Bett gequält. Dazu Schnupfennase und kratziger Hals, vermutlich den Pollen in der Luft geschuldet. Immerhin war der Liebste schon wach, hatte Katzenmaintenance und Küchenrunde schon erledigt und war gerade dabei, ein Müsli zu machen. Draußen strahlend blauer Himmel, keine Wolke zu sehen – es sah nach noch einem wärmeren Tag als gestern aus.

Der Liebste musste nach dem Frühstück bald gehen und ich schielte auch auf die Uhr, weil ich morgens eine Stunde Unterricht hatte, aber dann schickte mir die Teilnehmerin eine Nachricht, dass sie den Unterricht leider wegen eines anderen Termins absagen musste. Das war mir gar nicht unrecht, so hatte ich nämlich Zeit für schreiben, duschen, Kanne Tee kochen (Gunpowder) und so. Um halb neun beantwortete ich die erste Runde an Mails, so richtig am Schreibtisch war ich dann ab halb zehn.
Ruhiger Morgen mit administrativem Alltagsgeschäft (Protokolle schreiben und Weiteres) und einem Teamscall mit dem Kairokollegen: Der Katastrophenlieferant macht mal wieder Sachen, die uns massiv Probleme bereiten, und jetzt geht das Ganze eine Eskalationsstufe nach oben. Sehr, sehr ärgerlich für uns und für mich auch noch doppelt nervig, weil ich dadurch Mühe habe, die nächsten Monate ordentlich zu planen. Nun ja.

Um Viertel vor eins Mittagspause mit kurzer Katzenbespaßung (unter anderem ging ich mit dem Kater in den Garten: frühsommerliche Temperaturen, alles explodiert in Grün), dann restliche Pasta. Die Kombination aus zitronigem Aroma und Artischocken ist tatsächlich überhaupt nicht schlecht, ich würde nur, falls wir das Rezept noch einmal machen, viel weniger Fenchel nehmen (…oder gar keinen) und miniklein geschnitten. Jetzt gab ich noch einen Schuss Chiliöl drüber, damit war es dann okay.
Noch schnell den Wasserkocher entkalkt (morgens Essig reingekippt, mittags sauber gemacht), außerdem ein neues Buch angefangen: Trophäe von Gaea Schoeters: Ich hatte schon so viel von dem Buch gehört, in unterschiedlichste Richtungen, dass es mich fast ein bisschen abhielt, es selbst lesen zu wollen (kein Gefühl mehr dafür, mir selbst ein Urteil bilden zu können), aber dann hatte ich es in Heidelberg in der Buchhandlung liegen sehen und jetzt probiere ich es doch. Weit kam ich allerdings nicht, weil der Liebste gerade von der Arbeit kam und wir uns noch etwas austauschten. Eine Tasse Kaffee, etwas Osterschokolade.

Um Viertel vor zwei arbeitete ich weiter. Die meisten Kolleg:innen schienen schon im Wochenende zu sein, ich konnte in Ruhe Zeugs abarbeiten und hatte dann noch zwei nette Beratungstermine. Pünktlichst um vier fuhr ich den Rechner runter und lud mit dem Liebsten zusammen die Banner für den Sportverein ein. Dann ließ ich mich von ihm zur Firma fahren, wir luden dort noch ein paar weitere Sachen für den Verein ein (die Firma und der Verein sind über diverse Ebenen verbandelt), er fuhr weiter zum Sportplatz und ich ging noch – jetzt im Büro – für eine Dreiviertelstunde an den Rechner. Das war tatsächlich super, denn in dieser Dreiviertelstunde konnte ich konzentriert ein paar Mails beantworten und ging so mit fast leerer Inbox ins Wochenende.

Das startete um Viertel nach fünf natürlich mit Yogakurs. Dieses Mal ein bisschen frustrierend aus unterschiedlichen Gründen: Erstens hatte ich mir ein kurzärmliges Shirt eingepackt, weil es draußen wirklich warm war, aber im Raum war dann zwar die Luft schon warm, der Boden aber kalt und das war dann nur so halb okay (vor allem für die Ellenbogen war das kurze Shirt unangenehm). Dann hatte ich eins erwischt, das ich eigentlich als ganz gut passend im Kopf hatte, das sich jetzt aber unförmig anfühlte – ständig rutschte es hoch und zwackte und ich fühlte mich sackartig und aufgebläht und hässlich. Und dann war das Üben selbst anstrengend (viele Stehpositionen) und für die Achillessehnen sehr schmerzhaft (…viele Stehpositionen). Natürlich gutes Training und ich war froh, gegangen zu sein, aber… hm.

Nach dem Kurs ein bisschen auf den Liebsten gewartet, bis er mir schrieb, dass er noch unterwegs war und alles länger dauerte. Also ging ich heim und traf ihn dort, gerade auf dem Weg in die Dusche und hocherfreut: Alle Banner hängen. Hihi.
Um zwanzig vor acht aus dem Haus zur Datumsnacht, dieses Mal zum Italiener bei uns im Viertel. Dort sitzt man immer nett und das Essen ist auch hervorragend, nur dieses Mal hatten wir ein bisschen Pech: Es war knallevoll inklusive (immer noch sehr warm) der Terrasse, darunter zwei große Gruppen, die ihr Essen natürlich gemeinsam bekommen sollten, und neben der Chefin waren nur zwei sehr junge, leicht chaotische und ziemlich überforderte Aushilfen da. Resultat für uns: Wir warteten EWIG. Um acht waren wir im Restaurant, um Viertel nach acht wurden Essen und Getränke aufgenommen, um zehn nach halb neun kamen die Getränke (und dann auch noch falsch, wir hatten einen Crodino Spritz bestellt, es kam aber nur ein Crodino ohne Alkohol – na gut, egal). Vorspeise (Bruschetta) dann um zehn vor neun, Hauptgang (Pizza für den Liebsten, Penne Arrabbiata für mich) um halb zehn. Das ist einfach schon sehr, sehr spät, wenn man auf acht zum Essen geht. Einen Wein zum Essen zu bestellen trauten wir uns schon gar nicht mehr – der wäre vermutlich nach dem Essen gekommen. Nun ja. Sie entschuldigten sich tausend Mal und spendierten uns zwei Espresso aufs Haus, was dann wieder sehr nett war, aber trotzdem saßen wir halt am Ende echt lang und warteten, und das wird auf Dauer so ein bisschen langweilig. Auch wenn wir uns natürlich nett unterhielten.

Daheim dann keine Bildschirmzeit mehr. Der Liebste (etwas ellenbogenschmerzgeplagt) verzichtete auf Alkohol, ich schenkte mir noch einen Birnenschnaps ein, wir schauten nach den Katern (es war draußen wieder ziemlich kühl und beide wieder drinnen) und gingen recht bald ins Bett. Vor uns immerhin ein halbes unverplantes Wochenende.