Angespannt, Donnerstag 30.4.2026

  • Beitrags-Kategorie:Tagebuch

Recht gute Nacht, um halb sechs einmal aufgewacht und ins Bad. Wie ich vermutet (und ein bisschen auch gehofft) hatte, kam Magi angelatscht und mit mir ins Schlafzimmer, und da ich mich einigermaßen ausgeschlafen fühlte, ließ ich ihn noch eine halbe Stunde um mich herummarschieren und mir ins Ohr schnurren, bis ich um sechs aufstand. Gießrunde auf der Dachterrasse, von zwei Katern begleitet – noch geht das Gießen schnell, aber nötig ist es bereits. Bis jetzt keine weiteren Schnecken gesichtet und noch alle Pflanzen am Leben. (Naja, bis auf die eine Echinacea, die vermutlich über den Winter vertrocknet ist – die eine der beiden treibt wieder tapfer aus, bei der anderen lässt sich nichts blicken.)

Gründliche Katzenmaintenance (Magi wollte nach den Medikamenten nichts vom Frischfutter, hatte aber direkt davor das restliche Trockenfutter komplett leergefressen – damit bin ich zufrieden, also mit dem Appetit meine ich) und ausführliche Küchenrunde, bis ich fertig war und mich mit Tee zum Schreiben an den Laptop setzen konnte, war es sieben. Der Liebste ließ sich da noch nicht blicken, erst zwanzig Minuten später tauchte er auf, etwas matschig (wieder unruhig geschlafen).

Hm. Wir waren beide an dem Tag daheim und hätten deshalb einen entspannten Tag haben können, waren aber beide erstens relativ voll an Terminen bzw. Tasks und zweitens irgendwie latent gestresst und semigut gelaunt. Restliches Brot mit Mandelfrischkäse und Marmelade zum Frühstück, ausführliche Dusche, eine Kanne Bancha und ab neun war ich am Schreibtisch. Hilft ja alles nix.

Nur dass ich halt vor lauter parallelen Aufgaben und Sachen und Zeugs irgendwie nicht gut in den Flow kam. Gleich morgens ärgerte ich mich furchtbar über eine Sache (eine Person, die eine Zahlfrist hatte verstreichen lassen) und war mächtig angenervt davon, dass mich das jetzt extra Arbeit kosten würde und ich Stress deshalb hätte, und im Kopf war ich schon dabei, eine scharfe Antwortmail zu formulieren (oder noch besser anzurufen! Aber sowas von!), da kam schon die Mail dieser Person mit der Zahlungsbestätigung, besser spät als nie, und der ganze Ärger löste sich in Wohlgefallen auf. Also eigentlich super, aber damit hatte ich einen großen Batzen an Energie verbraucht. Den restlichen Vormittag verbrachte ich mit administrativem Klein-klein und schob den eigentlich geplanten, großen QM-Brocken vor mir her – einfach keine Konzentration dafür. Stattdessen Alltagskram, viel Kommunikation, es gab ja auch sonst genug zu tun.

Mittagessen um kurz nach halb eins, zweite Hälfte Pasta & Kichererbsen & Pilze. Essen ohne den Liebsten, der mittags für einen Termin hoch auf den Berg musste und die Chance nutzte, seine R9T aus der Garage zu holen, warmzufahren und gleich vollzutanken. Am langen Wochenende wartet eine dreitägige Motorradtour mit Kollegen ins Elsass auf ihn, und die wirft ihre Schatten voraus.
Ab eins weiter im Text, mit einem relativ wichtigen Meeting, noch einem spontanen Call mit dem Chef (die neuesten Kairo-Informationen ausgetauscht), dann weiter mit administrativen Aufgaben. Die QM-Geschichte hatte ich zu dem Zeitpunkt schon abgehakt und aufs Wochenende verschoben (wenn der Liebste sowieso weg ist…), stattdessen arbeitete ich an tausend anderen Sachen und machte schließlich meine Zeitabrechnung für April: Hurra, endlich mal Minusstunden gemacht. Der Weiterbildung sei Dank.

Um kurz nach fünf Feierabend – eigentlich, weil ich ins Fitness wollte. Uneigentlich mussten wir aber noch dringend ein paar Sachen einkaufen, und dafür hätten wir uns zwar aufteilen können, aber wir wollten auch möglichst viel vom Feierabend miteinander verbringen (wir werden beide etwas clingy, wenn eine/r von uns für eine Weile weg ist), und überhaupt war das alles doch etwas stressig. Erst zum dm, in erster Linie dringend nötiges Katzenzeug kaufen, da war es dann schon klar, dass das mit dem Fitness zu knapp werden würde, dann noch zum Supermarkt nebenan für ein paar Kleinigkeiten, vor allem Vespersachen für den Liebsten. Wieder daheim waren wir um kurz nach sechs, und ich hakte den Sport ab. Sollte irgendwie nicht sein.

Stattdessen Zeug wegräumen, Kater versorgen, dann packte der Liebste den Tankrucksack fürs Wochenende und fuhr die R9T erst vor die Garage, dann später wieder zurück (als mir einfiel, dass es ja die Nacht vor dem 1. Mai war und diverse „Maischerze“ mit draußen rumstehenden Sachen nicht ganz ausgeschlossen – auch wenn diese Tradition so allmählich verschwindet). Ich kochte währenddessen, ein neues Rezept aus dem April-Heft VF&L, das sich „Brown Butter Spaghetti“ nannte und einer Art Spaghetti Aglio e’Olio mit Pesto recht nahe kam: Im Food Processor grob gehackte Nüsse (ich nahm Walnüsse), die in einer Mischung aus veganer Butter und Olivenöl angebraten werden, irgendwann kommt eine Tonne Knoblauch dazu (ich nahm zwei große Zehen, das Rezept wollte fünf, aber alles was recht ist). Etwas Zitronensaft, Salz und Chiliflocken, dann gekochte Spaghetti mit ein bisschen Nudelkochwasser unterrühren, und ganz zum Schluss irgendein Blattgrün – Babyspinat oder ähnliches, ich nahm Rucola (gute Wahl). Das Ganze SEHR fettig, sehr knoblauchlastig und wenig überraschend superlecker.

Große Portion (auch weil ich vergaß, dass der Liebste ja am nächsten Mittag gar nicht mitessen würde), damit waren wir zufriedengestellt. Restlicher Abend britische Comedy mit zwei Katern auf dem Sofa, ein kleines Feierabendbier, und gegen zehn ins Bett. Ich war ganz okay zufrieden mit dem Tag, aber immer noch so ein bisschen angespannt. Blöde Mischung aus stressiger Arbeit und stressigem Wegfahren – eigentlich eine dämliche Kombination (sollte ja Spaß machen). Nun ja.