Ganz gut geschlafen, mal abgesehen von dem Hubschrauber, der mitten in der Nacht über unserem Viertel zu kreisen begann (keine Ahnung, was da los war). Trotzdem (mit Ohrstöpseln) geschlafen bis Weckerlicht und mich dann einigermaßen wach gefühlt. Kurzer Kontrollblick auf die Dachterrasse (alles gut), während der Liebste die Kater versorgte und ein Müsli machte. Beide Kater da, beide problemlos beim Fressen, nur Magi kommt mittlerweile wirklich, wirklich schlecht daher. Da er frisst und seine Medikamente nimmt, denken wir, es ist halt jetzt einfach wirklich das Alter mit den tausend Begleiterscheinungen (fast gar keine Muskeln mehr, dann vermutlich irgendwo eine chronische Entzündung). Ich hoffe, dass er keine größeren Schmerzen hat, es ist bei Katzen ja immer schwer festzustellen. Draußen auf jeden Fall nach wie vor kühles Regenwetter, deshalb verbringt er den größten Teil des Tages schlafend auf dem Sofa.
Heimarbeitstag! Allerdings mit dem letzten Kairotag, sodass ich nicht allzu spät anfangen wollte. Schreiben, Tee, Müsli, erster Blick in den Rechner, ausführlich ins Bad und „richtig“ am Schreibtisch dann um kurz vor neun. Dort hatte der Kairokollege sich schon gemeldet, alles gut gestartet. Und ich konnte den Vormittag über Orgakrams abarbeiten. Ab Viertel vor elf etwas weiterführender involviert, ein bisschen Zoomen mit Kolleg:innen und nervös auf das Anzeigepanel gestarrt – es sah aber alles gut aus. Parallel noch ein Telefonat wegen des anstehenden Audits, das mein Nervositätslevel nicht gerade senkte (ich bin ehrlich gesagt schon wieder reichlich angenervt wegen des ganzen Vorgangs, wie kompliziert und bürokratisch kann man sein). Nun ja.
Schnelle Mittagspause um kurz vor eins, als der Liebste nach Hause kam: Ein paar frische Nudeln, dazu hatte ich eine große Portion Chili aufgetaut (Tiefkühlfächer jetzt wieder ohne Vorgekochtes, müssten wir also wieder auffüllen). Etwas Kaffee, dann schnell wieder an den Schreibtisch, nach Informationen aus Kairo schauen – sah alles gut aus. Um drei machten wir eine zweite Minipause, weil wir beide dringend Süßkram aus dem Supermarkt wollten. Normalerweise sind wir ein bisschen disziplinierter, aber im Moment, keine Ahnung, nicht nur dass es stressig ist, sondern vor allem auch so KALT! Auf jeden Fall holten wir ein bisschen was (zurückhaltend), ich nahm außerdem noch frische Erdbeeren mit. Leicht geschockt, dass es tatsächlich, wie auch schon im Alnatura am Samstag, wirklich überhaupt gar keinen Spargel mehr gab. Es ist zwei Wochen vor dem offiziellen Spargelende und es gibt schon keinen mehr? Weder bio noch konventionell? Habe ich noch nie erlebt.
Dann Nachmittagsarbeit, bis um halb vier die Information aus Kairo kam: It’s a wrap, Projekt abgeschlossen, alles gut gelaufen. Das waren SEHR gute Nachrichten, denn wir haben dort mit einer neuen Software gearbeitet, die sich bewähren musste und das bis auf ein paar kleinere Schönheitsfehler auch getan hat. Das betrifft mich auch in Indien, wo ich die gleiche Software benutzen muss. War also für mich auch ein guter Testlauf.
Auf jeden Fall konnte ich mich (neben einem Abschlusscall mit dem Kairokollegen) jetzt auf das QM-Thema konzentrieren und noch Dokumente zusammensuchen und Zeugs, zunehmend angenervt von meinem Rechner, der plötzlich an tausend Baustellen rumzuzicken begann. Schon morgens hatte die VPN-Verbindung zum Remote Desktop nicht funktioniert, und als das wieder hergestellt war, konnte ich das Verbindungs-Icon erst nicht finden. Dann konnte ich plötzlich keine PDFs mehr öffnen, was zur Hölle, und dann begann Outlook zu spinnen und ließ sich nicht mehr starten. (Glücklicherweise erst nachdem ich eine sehr wichtige Mail an die Auditorin versendet hatte.)
Egal, dachte ich, ich bereite ein bisschen Unterricht vor – bremste mich dann aber selber aus, weil ich ewig rumsuchte, wie man eine große MP3-Datei einfach komprimieren konnte. (Habe immer noch keine Lösung dafür.) Und dann war auf einmal auch noch das Internet weg. Das lag wenigstens weder an mir noch an meinem Rechner, sondern war im ganzen Haus lahmgelegt (ich hörte den Liebsten von unten schimpfen). Da war es dann schon kurz vor sechs und ich war mit der Unterrichtsvorbereitung leider noch gar nicht fertig, aber nun ja. Ich beschloss, am nächsten Tag ein bisschen zu improvisieren, und machte Feierabend.
Der Liebste war noch mittendrin und leicht gestresst, ich ließ ihn also in Ruhe (die Kater hatte er zum Abend schon versorgt) und kümmerte mich ums Kochen. (Mit einem runtergeladenen Podcast, denn Streamen ging ja nicht. Zumindest so eine halbe Stunde, dann war das Internet wenigstens wieder da.) Das Rezept nannte sich „One Pot Paella“, nun ja, ein neues Rezept von den Bosh-Jungs. Es stellte sich aber als wirklich lecker heraus, mit angedünsteten Zwiebeln, Karotten, Pilzen, Paprika, dann mit einer Tonne Gewürze und Gemüsebrühe aufgegossen, Kichererbsen, Tomaten, Erbsen und Reis dazu, und dann eine halbe Stunde köcheln lassen (oder halt so lange, bis der Reis weich ist). Ob das jetzt eine „Paella“ ist, keine Ahnung (Kommentar des Liebsten: „Oh, da ist Reis drin?“ – man sah ihn halt vor lauter Gemüse kaum), aber es war schon sehr gut. Ein bisschen Salat vorher, ein paar frische Erdbeeren mit Sahne danach: Gutes Abendessen.
Dann aufs Sofa zum Streamen (ging ja wieder): Wir hatten ein bisschen neuen Blaulichtcontent entdeckt, der abgearbeitet werden wollte. Beide Kater bei uns. Kein Wunder: Das Wetter echt grauselig, den ganzen Tag hatte es immer wieder geregnet und es war echt SO kalt. (Nicht so untypisch für Juni, aber… trotzdem.)
Relativ früh ins Bett mit Krimi und einigermaßen entspannt: eine große Baustelle abgeschlossen, bei einer anderen einen großen Schritt vorangekommen. Natürlich gleich wieder die nächste Baustelle aufgemacht, aber… es ist halt immer irgendwas.