Buch, Schuhe, Lavendel, Samstag 13.6.2026

Ziemlich durchwachsen geschlafen mit langen Wachphasen und blöden Träumen. Schön ist ja: Kaum ist ein Thema am Abklingen, hat man die Kapazität, wegen eines anderen Themas nachts wachzuliegen und sich Sorgen zu machen. Super.
Draußen nachts Regenrauschen, aber als ich mich um sieben zum Aufstehen animieren konnte, hatten sich die Regenwolken verzogen und der Himmel war blau. Es war recht mild angekündigt. Die Kater ließen sich zur Medikamentengabe etwas bitten und der Nasenkater verschwand auch sofort wieder nach draußen, aber Magi fraß immerhin eine halbe Schüssel, bevor er auch rausmarschierte. Nun gut. Für den Liebsten und mich Tee und erst einmal eine Runde Niesen – wärmeres Wetter und viel Feuchtigkeit in der Luft bedeutet natürlich auch mehr Pollen. Mit Gefühl für passendes Timing nahm der Liebste die allerletzte Levo.

Egal. Die Roboter fuhren oben und unten, dann wischte der Liebste unten hinterher und wir gingen schnell duschen, und gegen neun gingen wir aus dem Haus und zum Viertel-Lieblingsbäcker. Es war sonnig (Sonnenbrillen-Wetter) und wirklich schon erstaunlich warm – ich trug eine Trainingsjacke über dem T-Shirt, aber das war schon mehr als genug. Deshalb passte es auch absolut prima, dass wir uns mit unserem Frühstück (Milchkaffee und Brötchen, wir hatten Frischkäse, Marmelade und Hafermilch mitgenommen) draußen auf einen großen Sitzstein setzten und gemütlich frühstückten. Erst etwas angenervt, weil es nur einen Tisch vor der Bäckerei gab und dieser besetzt war, aber auf dem Stein ging es prima. Auch dass der Typ, der den Tisch besetzte, die ganze Zeit laut telefonierte und die Nachbarschaft beschallte, ignorierten wir tapfer. Und dass es keine Laugencroissants mehr gab, nahmen wir ebenfalls mit stoischer Gelassenheit hin: Morgens hatten wir uns beide auf die Waage gestellt, und nun ja – es war so wie erwartet (seit dem letzten Wiegen vor ein paar Monaten wenigstens nicht mehr geworden), aber wir sind halt schon beide ein paar Kilo außerhalb unseres Wohlfühlgewichts. So gesehen waren die fehlenden Croissants ganz okay.

Um zehn daheim. Kurze Ruhepause auf dem Sofa (ich merkte die schlechte Nacht ziemlich, schlief prompt ein bisschen ein). Restlicher Vormittag ausführliche Einkaufsrunde, erst zu Alnatura und dm, dann zum Supermarkt nebenan. Die Fair-Trade-Rosen, die ich im Supermarkt geholt hatte, hatten nicht einmal eine Woche gehalten, also kauften wir jetzt wieder im normalen Blumenladen ein, vier sehr schöne (und sehr bunte) Gerbera. Außerdem Levo aus der Apotheke, und weil wir dann gerade noch eine halbe Stunde hatten, gingen wir zum Schuhladen und ich schaute noch einmal nach Sneakern. Mit dunklen Retro-Adidas hatte ich wieder kein Glück (größtenteils war meine Größe nicht da), aber ich fand ein paar Puma (ebenfalls Retrostil, ist gerade sehr in Mode) in hellblau mit neonpinkem Streifen. Vor allem der Liebste war von ihnen völlig begeistert, und ich mag sie auch. Nur etwas traurig, dass meine absoluten Favoritenschuhe wieder mal nicht passten (ich habe solche Problemfüße). Aber egal, ich habe welche gefunden, sie lassen sich problemlos ins Büro und mit unterschiedlichen Jeans tragen, und damit bin ich wieder gut ausgestattet.

Zeugs wegräumen, dann Mittagessen: Ich hatte uns ein veganes „Pfeffer-Medaillon“ aufgetaut, eines der MHD-Regal-Angebote aus den letzten Wochen. Der Liebste briet es mit Zwiebeln an, dazu ein paar Spirelli, Sauce brauchte es nicht. Aber weil wir im Supermarkt eine Rettertüte mit schlappem Gemüse mitgenommen hatten mit unter anderem kleinen grünen Spitzpaprika, briet der Liebste auch noch ein paar davon an – so eine Art Pimientos de Pádron. (Vermutlich nicht genau diese Art Paprika, aber es passte schon.) Sehr schöne Kombination.

Den restlichen Nachmittag verbrachte ich auf dem Sofa mit stundenlangem Lesen. Irgendwann machte der Liebste uns einen Kaffee und ein paar Erdbeeren mit Sahnequark, irgendwann später kam Magi rein und pennte neben mir auf dem Sofa (der Kater schaute auch vorbei und fraß ein bisschen). Draußen waren angenehme Temperaturen, aber es windete viel zu stark, als dass wir hätten rausgehen wollen. Da ich mir sowieso langes Lesen vorgenommen hatte, war das völlig in Ordnung.

Nur etwas doof: Der Indien-Kollege (Schrägstrich Geschäftspartner) schrieb irgendwann über Whatsapp wegen einer „dringenden Frage“ (die natürlich schon dringend war, aber, naja, es war eigentlich schon geklärt, wie das Verfahren war), und da es halt keine Mail war, sondern WA, bekam ich es aufs Handy. Ich hatte ihm am Freitag schon gesagt, dass ich mich erst ab Montag um die nächsten Schritte kümmern würde, und war leicht genervt. Überlegte kurz zu antworten (aber dazu hätte ich meinen Laptop hochfahren und nach Zahlen schauen müssen), entschied mich dann: Nein, das muss warten. Ist jetzt zwar blöd für ihn, aber – nun ja. Ich machte also nichts, war aber in Gedanken trotzdem damit beschäftigt. Etwas nervig.

Gegen sechs animierte ich den Liebsten, das obere Stockwerk auch noch zu wischen (das mache normalerweise ich). Als Deal übernahm ich dafür allein das Kochen: Schnippelte eine Tonne Pilze, Pak Choi und Brokkoli, schmiss das mit Öl in einen Wok, rührte aus diversen Zutaten (Erdnussbutter, süß-saurer Chilisauce, Shoyu, Essig, Zeugs) eine Sauce zusammen, kippte ein paar Ready-to-Wok-Udon dazu, fertig. Das Ergebnis war vielleicht ein klein wenig matschig, und nach „Cheat’s Dan Dan Noodles“, die es laut VF&L-Rezept hätten werden sollen, sah es auch nicht so wirklich aus, aber gut war es schon. Und es blieb genug für den nächsten Mittag übrig.
Vor dem Essen (zum Kochen eigentlich) machte ich uns einen Prosecco aus und mixte daraus und aus einem knallig lilafarbenen Val’a Belle und etwas Sprudelwasser einen Aperitif. Stilecht mit Rosmarinzweig im Glas. Sah krass farbig aus, schmeckte herber, als ich ihn in Erinnerung hatte, aber, das Allerwichtigste, nicht so furchtbar süß wie Aperol oder all die anderen Bitterliköre. Sehr schöner Sommerdrink.

Restlicher Abend auf dem Sofa, irgendwann von zwei Katern begleitet, nachdem der Liebste sie reingetragen und medikamentiert hatte. Ein bisschen Bergwacht, ein bisschen Sternentor. Laune immer noch nicht wirklich gut (dafür hing der doofe Freitag noch zu sehr nach), aber der Samstag war doch einigermaßen okay verlaufen.