Recht gut geschlafen bei offener Schlafzimmertür, um zwei mal den Nasenkater davon abgehalten, die Heizung hoch um Fensterbrett und dort zum gekippten (!) Fenster klettern zu wollen. Danach machte ich dann doch lieber die Zimmertür zu und schlief noch bis sechs. (Ohne Wecker, logischerweise.)
Nach dem Aufstehen ein Blick auf die Dachterrasse, Katzenmaintenance, Küchenrunde mit dem Liebsten. Wir waren beide ein bisschen angespannt, wie häufig, wenn einer von uns beiden wegfäährt (oder eigentlich auch wir zusammen), und dass der Liebste mit dem Motorrad unterwegs sein würde, half da nicht so richtig. Dusche, Müsli zum Frühstück, und parallel gerieten wir beide (der Liebste eigentlich vor allem) in großen Stress, weil ich gern die die Adresse seiner Ferienunterkunft haben wollte, er sie mir aber nicht geben konnte (Booking.com zickte rum) und ihn das alles furchtbar stresste. Was mich stresste.
Puh. Nachdem wir uns wieder beruhigt hatten, fanden wir eine Lösung in Form der App Bump, die ein Echtzeittracking von Handys erlaubt, ohne allzu viele Daten abzusaugen und mit wer weiß wem zu teilen. Zwar ein bisschen spielerisch (ich glaube, die Zielgruppe sind Teenager), aber ich wollte halt kein Google-Zeug oder sonst etwas, und an Gratisversionen gibt es da gar nicht so viele, die okay sind. Mal sehen. Wir installierten sie auf jeden Fall beide auf unseren Handys, fügten uns gegenseitig als Freunde hinzu, und damit haben wir zumindest gegenseitig eine Idee, wo wir sind.
Um Viertel vor zehn fuhr der Liebste los. Ich räumte ein bisschen auf, kochte mir eine Kanne Gunpowder und ging dann nach oben: Ich hatte mir vorgenommen, ein paar Stunden zu arbeiten und den unkonzentrierten Donnerstag ein bisschen aufzuholen (wo ich ja schon gearbeitet hatte, aber die QM-Dokumente nicht einmal aufgemacht hatte). Es gibt halt einfach eine harte Deadline am Montag, deshalb muss das fertig sein.
Also am Schreibtisch von 10 bis 13 Uhr, konzentriertes und ungestörtes Arbeiten: Dann war das QM-Thema so abgearbeitet, dass ich tatsächlich ins lange Wochenende gehen konnte (der Rest muss jetzt noch von Kolleg:innen gemacht werden). Fühlte sich gut an. Währenddessen sah ich den Liebsten via App durch die Gegend bis nach Frankreich fahren. Funktioniert also prima, auch wenn es natürlich etwas Akku saugt, aber für den Alltagsgebrauch ist das ja auch nicht unbedingt gedacht.
Um eins also Mittagessen, die restlichen Knoblauchspaghetti, danach machte ich eine Kanne Kaffee (50-50 mit und ohne Koffein – schließlich musste ich die ganze Kanne allein trinken) mit ein bisschen Zartbitterschokolade und ging zum Lesen aufs Sofa. Größtenteils mit Magi als Gesellschaft und wirklich den kompletten Nachmittag, bis kurz vor halb sechs: Dann hatte ich das Buch durch.
Das Buch wie gesagt Lyneham von Nils Westerboer, ein deutscher Science Fiction, der größtenteils ein ziemlich dystopisches Bild entwirft (da leider sehr nah an den aktuellen realen Gegebenheiten), aber mit einem krassen Twist, und der erstaunlich positiv endet. Ich möchte natürlich überhaupt nichts spoilern (wäre bei dem Buch eh ein bisschen sinnlos, die Welt, die da im Kopf entsteht, kann man nur erlesen, nicht erzählen), außer dass es wirklich die richtige Mischung aus realistisch und fantastisch ist. Mochte ich sehr. (War aber sehr froh über das positive Ende, das ein bisschen ein Gegenpol zum bisherigen Runterziehen durch das Buch war.)
Danach dringender Bewegungsbedarf, deshalb zog ich Laufschuhe an, nahm einen ganz leichten, rosa Pulli über das Shirt (der aber nicht nötig, sondern schnell zu warm war), die Sonnenbrille und in exakt einer Stunde marschierte ich einmal zum Flüsschen, am Bahnhof vorbei zur Altstadt, hoch zum Schloss, hinter dem Schloss die Schlossbergstaffel wieder runter und am Bahnhof entlang wieder nach Hause. (Durch den Anlagenpark ging nicht, weil der immer noch nicht fertig ist und die Fußgänger deshalb durch den hinteren Teil nicht gehen können, nerv. Stattdessen teilen sie sich den Fahrradweg, bis man an der Volldepp-Gedächtnisbrücke irgendwie blöd an der Straße endet.) Ordentlich schnelles Gehtempo, tat mir aber sehr gut. Die Füße machten erstaunlich gut mit.
Daheim erst einmal Magi abgefüttert, dann bisschen in der Küche aufgeräumt und begleitet vom Lage-Podcast einen Topf Lauch-Kartoffelsuppe mit Creme Vega und Kresse gekocht (mit kleiner Unterbrechung zwischendrin, als der Nasenkater vorbeikam und ebenfalls Medikamente und Aufmerksamkeit wollte). Wieder ein neues Rezept aus dem VF&L-Heft April (wenn man schon die Zeit hat, es gründlich durchzulesen) und ein sehr gutes Essen.
Restlicher Abend: Mit dem Liebsten (der gut in der Ferienwohnung angekommen war und schon die Gegend ein bisschen erkundet hatte) erst geschrieben, dann telefoniert. Dann schenkte ich mir ein Glas Pinot Grigio ein und widmete mich ausführlich dem Blog – es ist der Monatserste, da wollen die Lieblingströts gesammelt werden. Zog sich natürlich ein bisschen, aber egal, ich wollte das gern erledigt haben und hatte ja nun nichts anderes vor. Die Kater waren beide drin und schliefen lautstark auf dem Sofa, und ich fand das alles eigentlich ziemlich friedlich Um halb zwölf erst ins Bett, für meine Verhältnisse fürchterlich spät, aber: egal. Ist ja schließlich ein Feiertag.