Viel und wenig gearbeitet, Donnerstag und Freitag 13.-14.8.2026

  • Beitrags-Kategorie:Tagebuch

Donnerstag ist schnell abgehandelt, das war ein sehr normaler Arbeitstag mit wenig speziellen Dingen, Alltag halt. Morgens nach okay geschlafener Nacht (der Impf-Arm störte mich eigentlich nicht mehr, nur Wärme und innere Unruhe und so) um kurz nach sechs aufgestanden, mit dem ersten Weckerlicht. Ich musste sehr früh los, deshalb kurzer Blick auf die Dachterrasse, Gießen, Katerversorgung, Tee und dann mehr oder weniger direkt unter die Dusche, während der Liebste uns ein Müsli machte. Um kurz nach halb acht (nicht wahnsinnig früh, aber früh für mich) saß ich auf dem Rad. Das Essen nahm ich dieses Mal, Premiere, in der Lenkertasche mit, weil ich die beiden Gläser (Lunchbox und Müsliglas) nicht so richtig gut in meine Arbeitstasche bekam und mir vor allem Sorgen machte, dass das Mittagessen auslaufen könnte. Kam mir zwar etwas blöd vor mit meinen zwei Taschen, war aber trotzdem eine gute Idee: Alles sicher transportiert und ich musste nichts reinstopfen.

Ein Prüfungstag, deshalb früher Start, um Räume zu richten und gründlich zu lüften und so weiter. Insgesamt lief der Tag wirklich, wirklich gut – auch und vor allem, weil die Kolleg:innen super unterstützten, auch zwei neue (oder, um exakt zu sein, beides alte Häsinnen, die aber hier neue Rollen übernahmen).
Auch die Temperaturen waren einigermaßen okay – es ist einfach so viel wert, wenn man früh kommt und deshalb gründlich lüften kann, außerdem zwei leistungsfähige Ventilatoren die kühle Luft in die Räume pusten und dann wirklich rechtzeitig und mit Verstand alles wieder zugemacht und mit Rollläden abgeschirmt wird. Gab auch gar keine Teilnehmerbeschwerden.

Wirklich entspannt war es natürlich trotzdem nicht, sondern den ganzen Tag zu tun. Frühstücksmüsli parallel zum ersten schnellen Mailcheck, Mittagspause (zweite Hälfte Ramen, nicht ausgelaufen) immer mit so einem halben Ohr auf die laufende Prüfung. Und dann halt Nachbereitung, Besprechungen, Zeugs. Um Viertel nach fünf war ich allerdings, und das ist echt eine sehr frühe Uhrzeit, komplett fertig mit allem, inklusive Dokumente zur Post, und radelte heim.

Daheim war der Liebste ausgesprochen gestresst und schlechter Laune und ich zog mich deshalb erst einmal mit dem Kater in den Garten und dann zum Lesen ins Obergeschoss zurück. Und kümmerte mich später, weil ich nämlich ein netter, unterstützender Mensch bin, ums Abendessen. Um sieben hatten wir eine große Schüssel Kartoffelsalat, im Rezept stand „Texan Style“, keine Ahnung. Auf jeden Fall Kartoffeln geviertelt und mit Schale, Staudensellerie, Paprika, Kräuter, saure Gurken, Dressing aus Mayo, Gurkenrelish, Senf und Joghurt. Außerdem eine zweite Schüssel Blattsalat mit Tomaten. Es war draußen extrem heiß, deshalb waren die beiden Salate genau das richtige Abendessen.

Abendunterhaltung ein bisschen Sternentor, und dazu machte der Liebste (…Donnerstag ist der kleine Freitag) eine Flasche Muskateller vom Kaiserstuhl auf. War die ersten Schlucke noch nicht so wirklich gut (irgendwie muffig), wurde dann aber besser. Als so ein Alltagswein für ein Glas zum Feierabend passte er schon ganz gut.

Am Freitag recht gut geschlafen und um kurz vor sechs aufgewacht, weil ein kleiner Tigerkater von seinem Ruheplatz mal nachsehen kam, ob ich schon wach wäre (war ich dann). Der Kater ist nachts wieder deutlich mehr bei uns, zum Herumstromern und Schlafen. Was teilweise zu Diskussionen führt, wie diese Nacht, als ich kurz auf dem Klo war, keine Katze zu sehen, und als ich zurückkam, war er aufgetaucht und hatte sich auf der weißen Decke breitgemacht. Bisschen blöd natürlich, weil ich sie zurückgeklappt hatte und er jetzt drauf lag, ich also keine Chance hatte, wieder drunterzukommen. Wir einigten uns aber, wenn auch erst nach etwas sanfter Überredung meinerseits.

Am Morgen ziemlich frisch – es ist die nächsten zwei Tage noch Hitze vorhergesagt, am Sonntag oder so soll es etwas kühler werden. In der Nacht merkt man das schon. Nur halt: Überhaupt kein Regen. Kein einziger Tropfen. Vollkatastrophe. Bei uns vertrocknet nur der Garten und die Büsche zeigen Hitzeschäden, aber landwirtschaftlich ist das richtig krass. In England noch mehr, wo die ganze „grüne“ Insel braun und kaputt aussieht – ich habe auf Mastodon ein paar erschreckende Bilder gesehen. Alles ziemlich beklemmend.

Anyway. Zum Frühstück noch einmal Müsli mit Ananas und Banane, um die letzten, schon sehr reifen Bananen zu verbrauchen, schnell unter die Dusche, bisschen schreiben und um kurz vor neun am Schreibtisch. Wir hatten beide einen Heimarbeitstag und ich zudem noch den halben Tag freigenommen, deshalb gute Aussichten. Entspanntes Arbeiten von neun bis eins, ein etwas merkwürdiges Telefonat, Mails auf den neuesten Stand gebracht, Unterlagen sortiert, ein Meeting mit dem Kairokollegen, und dann war ich schon fertig. Und weil es wirklich, wirklich ruhig war, machte ich es auch so wie vorgenommen und ging tatsächlich um eins schon ins Wochenende.

Nachmittag mit Krams: Mittagspause (zweite Hälfte Kartoffelsalat), bisschen aufräumen, Haferkörner verlesen, dann zum Friseurtermin. Für mich ja eher ungewöhnlich, so „früh“ schon wieder zu gehen, aber ich habe im Moment halt Zeit und man muss ja nicht warten, bis die Haare VIEL zu lang sind und außerdem völlig trocken. Das sah auch die Friseurin so. Wenn es auch natürlich eine Geldfrage ist (50,- inkl. Trinkgeld mittlerweile für Waschen-Schneiden-Föhnen). Aber schon sehr angenehm, wenn die Haare ein bisschen kürzer sind.

Restlicher Nachmittag bisschen lesen, das neue Ladegerät vom Postmenschen entgegennehmen und das am Mittwoch gekommene neue Handy laden (es ist ja refurbished und war bei Lieferung bei 57%, und es kam mit Ladekabel USB-C auf USB-C, wir haben aber fast nur Ladegeräte mit USB-A-Buchse). Und dann Sachen packen und um zwanzig vor fünf mit dem Fahrrad zum Yogakurs.

Sehr guter, allerdings auch sehr anstrengender Kurs. Weil in den anderen Räumen teilweise noch Unterricht stattfand, hatten wir bei uns die Tür zu, und trotz laufender Lüftung war es halt ein kleiner Raum mit hohen Temperaturen. Und die Übungen waren teilweise wirklich anstrengend (Bauchmuskeln! Armmuskeltraining! Beine!). Natürlich alles super, sehr hilfreich, und der Impfarm machte auch problemlos mit – von dem spürte ich einfach gar nichts mehr. Schmerzhafter war eher ein Hämatom am linken Unterarm, weil ich mir am Donnerstag eine blöde Türklinke dagegengerammt hatte. Aber war alles in Ordnung, nur halt intensives Krafttraining. Am Ende war ich komplett durchgeschwitzt und hätte eigentlich duschen gehen können.

Naja. Machte ich aber nicht, sondern wartete stattdessen auf den Liebsten, der mich abholte und mit mir zu unserer Datumsnacht in die Stadt ging. (Ging, denn er hatte nicht aufgepasst und deshalb nicht daran gedacht, dass ich ja mit dem Fahrrad unterwegs war und er natürlich seines auch hätte nehmen sollen.)
Es war auch um zehn nach sieben noch sehr, sehr heiß, was einen nicht unbeträchtlichen Teil der Gastro ausschloss, denn drinnen wollten wir nicht sitzen (stickig, eingesperrt) und draußen ging es absolut nur in Schattenplätzen – die aber größtenteils belegt waren. Wir marschierten zu einem italienischen Bistro unterhalb des Amtsgerichts, bei dem wir schon sehr lang nicht mehr waren – da war alles voll, aber schräg gegenüber gibt es ein Restaurant, das wir noch als japanisches Sushirestaurant kannten, aber mittlerweile macht es türkische Meze. Schattenplätze auf der Terrasse gab es, das vegane Angebot auf der Karte war reichhaltig, also gingen wir dorthin.

Sehr, sehr gute Wahl. Neben viel zu trinken (Radler und alkoholfreies Hefe, es war einfach heiß) teilten wir uns diverse Meze, erst kalt, dann warm, und waren damit anderthalb Stunden beschäftigt und am Ende sehr satt. Gefüllte Weinblätter mit geschmorten Zitronen, gebratene Auberginenwürfel, das seit langer Zeit beste Hummus, dazu reichlich Fladenbrot und am Ende für jeden noch eine üppige Portion Kuru Fasulye, also türkischen Bohneneintopf. Sehr entspannt (es ist nett, wenn die verschiedenen Gerichte so nach und nach aufgetragen werden und man bisschen reden – bisschen essen – bisschen warten – bisschen essen – bisschen reden kann) und sehr lecker.

Gegen halb zehn waren wir daheim und ziemlich, ziemlich satt. Als Abschluss des Abends für jeden von uns noch ein wenig Palmischbirnenbrand auf dem Sofa, während wir auf sinkende Temperaturen warteten und der Kater um uns herumsprang. Gegen halb elf schließlich mit Asterixheft ins Bett (der letzte Band nähert sich mit Riesenschritten). Und recht bald eingeschlafen.