Wie an jedem Fünften des Monats fragt Frau Brüllen in ihrem Blog „Was machst du eigentlich den ganzen Tag?“ und sammelt die Antworten der diversen Tagebuch-Blogs. Hier mein normaler, überhitzter Arbeitstag.
Fürchterlich schlecht geschlafen – kein Wunder, im Schlafzimmer hatte es fast die ganze Nacht über 26 Grad, beim Aufstehen noch 25,7 Grad. Und draußen (wo ja die ganze schöne kühle Luft herkommen soll!) waren es 23 Grad. Seufz. Dementsprechend todmüde am Morgen. Dass mir vom Training am Abend davor alle Muskeln etwas schmerzten (irritierenderweise vor allem im linken Handgelenk???), war auch nicht hilfreich. Glücklicherweise hatte der Liebste schon Katzenmaintenance und Küchenrunde übernommen und Tee gekocht, und da ich abends die Dachterrasse gegossen hatte und wir Brötchen zum Frühstück hatten (am Vortag im Büro mitgenommen), war wenig zu tun am Morgen. Außer wach zu werden, etwas zu schreiben, mich zu richten und zur Arbeit zu radeln. Es wartete ein Prüfungstag, also ein früher Start.
Nach schnellem Blick in die Zeitung, etwas Tee und einer Blitzdusche um Viertel vor acht auf dem Fahrrad. Zweiter Einsatz des blauen Vaude-Sommerkleids: Radfahren geht gut, aber der Stoff ist weniger „luftig“ als gedacht – mir war gleich morgens warm. Nun ja. Das sollte sich den ganzen Tag nicht mehr ändern.
Sehr stressiger Arbeitstag von acht bis fünf mit nur zehn Minuten Pause dazwischen, weil ausgerechnet in meiner Mittagspause das Telefon klingelte und ich einen wichtigen, aber etwas anstrengenden Kundenanruf managen musste. Oh well. Ansonsten eben Prüfung, für die ich hauptverantwortlich war, und obwohl die Kolleg:innen, die die eigentliche Aufsicht übernahmen, alle erfahren waren und ihre Sache gut machten, gab es bei allen inklusive mir gewisse Ausfallerscheinungen in der Arbeitsleistung. Ich trug einen Stapel Blöcke ins falsche Zimmer. Die Kollegin musste sich bei der Prüfungs-Reihenfolge an der Checkliste festhalten, weil sie die Hälfte vergaß (braucht sie sonst nie). Der Kollege ließ seinen Arbeitslaptop im falschen Büro. Und einer der Prüfer hatte den Ablauf vergessen. Er googelte danach und bekam von der Google-KI eine ziemlich falsche Antwort, die aber aus Sicht der KI annähernd genug zu sein schien, für einen Punkt zwanzig statt sechzehn Minuten, was sind schon vier Minuten unter Freunden…? Warum er überhaupt dachte, er könnte die Information über Googeln finden anstatt im Handbuch nachzuschauen, ist mir auch nicht klar. Nun ja.
Es war halt einfach sehr, sehr heiß, und die Räume trotz Ventilatoren und passiver Lüftung und geschlossenen Rollläden schwierig zu kühlen – der größte Raum, ausgerechnet der mit Südausrichtung, hatte am Mittag knapp 30 Grad. Schwül war es auch, weil es nachmittags mal eine halbe Stunde regnete, aber nicht abkühlte. Und alle waren reichlich gestresst. Was mir aufgefallen ist: Wie sehr sich die Kommunikation über den Sommer geändert hat. Früher ständig „super Wetter!“ und „endlich blauer Himmel!“ und „Freibad!!“ und auch „ich liebe es ja, wenn es so richtig knalleheiß ist“ – hört man heute quasi gar nicht mehr. Dass man eigentlich die Hitze mag, traut sich keiner mehr so wirklich zu sagen, weil sie einfach so offensichtlich, objektiv so viele schlechte Seiten hat (und nachlassende Arbeitsleistung ist da ja nur ein geringes Übel). Eine Kollegin, mit der ich über schöne Sommerkleider sprach, meinte auf meinen Kommentar („der einzige Vorteil an diesem nervigen Sommer, dass man Sommerkleider tragen kann“) ganz leise „also mir gefällt das heiße Wetter ja eigentlich“. Aber sie wusste schon, dass sie mittlerweile eine Minderheitenmeinung vertritt. Könnte aber auch nur meine Wahrnehmung sein.
Dementsprechend war ich ziemlich durch, als ich um kurz vor fünf meine Sachen zusammenpackte (immerhin waren wir gut durchgekommen, keine größeren Baustellen, keine Katastrophen, nichts offengeblieben). Kurzer Stopp beim Bäcker in der Innenstadt, wo ich zwei Laib Brot holte (im Büro gab es Gutscheine dafür), dann heimgeradelt.
Dort klebrig, heiß, uangenehmes Hautgefühl, und das blaue Kleid hatte den Tag olfaktorisch auch nicht überstanden – typisches Problem von diesen synthetischen Stoffen. Ich stellte mich erst einmal unter die kalte Dusche, und nachdem ich einigermaßen abgekühlt war, setzte ich mich mit frischen Klamotten und einer Flasche Wasser in den Garten und leistete dem Kater Gesellschaft.
Gegen sechs kam der Liebste von der Arbeit und ich räumte die Gemüsekiste weg, während er duschte. Blöderweise hatte der halbstündige Regen sowohl die Kiste als auch zwei gelieferte Päckchen durchweicht. Beim Gemüse war es etwas egal, bei den Päckchen na ja. In einem Päckchen war mein vor zwei Wochen bestellter Sportvereins-Hoodie. Leider, leider passt er mir überhaupt nicht. Ich hatte ja gehofft, mit der Bestellung der größten Kindergröße eine gute Idee zu haben, aber nein, keine Chance. Sehr schade, denn die Erwachsenen-Designs gefallen mit deutlich weniger. Mal überlegen, ob ich mir trotzdem einen davon bestelle.
Gemeinsames Kochen: Seit längerem machten wir wieder ein klassisches Stir Fry im Wok mit Zucchini, Brokkoli, Pilzen, Tofu und Ramen. Sauce aus Tamari, Tahin, Ahornsirup, Sriracha, Limettensaft. Ein schnelles Rezept aus dem August-Heft VF&L, und eines, wofür man vermutlich kein Rezept bräuchte, wenn man häufiger asiatische Stir Frys kocht, aber ich war froh, dass ich bei der Wärme nicht mehr groß denken musste.
Den Abend starteten wir dann mit ein bisschen Asterix. Keine Ahnung warum, aber ich entschied mich, alle Hefte in der Original-Reihenfolge (die sich von der deutschen Reihenfolge unterscheidet) noch einmal durchzulesen, und animierte den Liebsten ebenfalls dazu. (So eine krasse Kindheitserinnerung, einige Hefte habe ich seit vierzig Jahren.) Das wird uns die nächsten Tage also ein bisschen begleiten (bis wir keine Lust mehr haben).
Dann noch zu Stargate aufs Sofa, begleitet vom Kater, und früh ins Bett. Natürlich noch viel zu warm zum Schlafen. Alles schon sehr anstrengend im Moment.