WMDEDGT, Samstag 5.9.2026

Wie jeden Monatsfünften fragt Frau Brüllen wieder in ihrem Blog: Was machst du eigentlich den ganzen Tag? Kurz: WMDEDGT. Hier: ein einkaufslastiger, ruhiger Samstag.

Nach ganz guter Nacht um kurz vor halb sieben von einem laut schimpfenden Kater geweckt worden – der zwar eigentlich die Nacht über bei mir gepennt und keinen Grund zur Beschwerde hatte, aber ich wachte halt zum Geräusch von strömendem Regen auf, fand er natürlich blöd. Ich nicht so, auch wenn wir uns das Gießen bei den Nachbarn am Abend hätten sparen können. Erst einmal müde aus dem Bett gefallen und dabei den auf dem Balkon stehenden grau-weißen Nachbarskater furchtbar erschreckt, als ich die Fensterläden aufmachte (es ist tatsächlich ein Kater namens Balou, wie ich vor ein paar Tagen von den Nachbarn hörte). Dann Morgenroutine. In der Wohnung und vor allem im Schlafzimmer hat es IMMER NOCH nicht abgekühlt, meine Güte.

Küchenrunde, Katzenversorgung, Tee, außerdem hatten wir kein Brot mehr, also setzte ich einen Brotteig an. Dann Blick in die Zeitung und bisschen Schreiben. (Apropos Zeitung oder generell Nachrichten: Ich muss mir gut überlegen, wie intensiv ich die Wahl in Sachsen-Anhalt medial verfolge. Ich rege mich eh schon die ganze Zeit genug auf. Vielleicht stecke ich einfach die Nase in ein Buch und schaue um Acht die Tagesschau, fertig. Oder so.)

Ruhiger Morgen. Müsli zum Frühstück, die Saugroboter fuhren im Ober- und Untergeschoss. Harold scheint endgültig ans Ende seines Lebenszyklus angekommen zu sein, er stoppt den Saugprozess jedes Mal, wenn er über eine Schwelle fährt, weil sich der Staubbehälter durch die Erschütterung löst. Ist irgendwie ein nicht reparierbares Problem. In Anbetracht seines Baujahrs (Ende der 90er, denke ich) ist das aber vielleicht auch zu erwarten.

Restlicher Vormittag: Ausführliches Internetleerlesen, Blick in die Zeitung, mehrfache Katzen-Augentropfengabe (gelingt mir nur so jedes zweite Mal gut, nicht selten gehen die Augentropfen irgendwohin, nur nicht ins Auge, und dass obwohl der Kater ganz still hält, damit das blöde Gefummel schnell vorbei ist). Am späten Vormittag putzte ich das Obergeschoss und widmete mich der Körperpflege. Gegen eins dann Mittagessen, eine große Schüssel Salat (Blattsalat, Tomaten, Feto und geröstete Sonnenblumenkerne, allerdings keine Gurke, obwohl ich hätte schwören können, dass wir noch eine hatten – merkwürdig).

Kleine Pause im Lesesessel, Ich las im abends gestarteten Buch weiter: Goodbye, America? von Rieke Havertz, leicht bescheuert plakativer Titel, aber vom Inhalt erhoffe ich mir trotzdem ein bisschen etwas (und hoffentlich nicht ZU viel Autobiographie). Die Autorin ist ja eine der Hosts des OK, America-Podcasts der Zeit und liefert dort eigentlich immer sehr schlüssige Analysen mit viel Detailkenntnis. (Leicht irritierend nur: Beim Putzen hatte ich die neueste Ausgabe des Podcasts noch gehört, und als ich jetzt das Buch las, hörte ich immer ihre Stimme im Ohr, quasi so als würde sie mir das Buch vorlesen. Ich bilde mir ein, tatsächlich ein bisschen ihren Sprechstil im Text zu erkennen. Kann aber Quatsch sein. Auf jeden Fall ständig: Vorleserin.)

Gegen zwei (der Regen hatte mittlerweile aufgehört und es war warm geworden) längere Einkaufsrunde, jeweils von kurzen Stopps daheim unterbrochen (es ist ja alles fußläufig und wir wollten nicht alle Sachen ständig mit uns herumtragen). Zuerst Wocheneinkauf bei Alnatura und dm, inklusive eines längeren Stopps beim Bäcker für einen Hafermilchkaffee.
Kurze Pause daheim, dann zum Baumarkt. Einmal brauchten wir Sachen für mein Motorrad: Der Liebste hat mir eine neue Werkzeugtasche für den Sitz genäht (die alte hat ja die blöde Maus kaputtgenagt), und dafür fehlen noch zwei Inbusschlüssel. Und dann Pflanzen für den Friedhof: Spätsommer/-Herbstbepflanzung, bevor es dann so Ende Oktober winterfest gemacht wird.
So richtig viel gute Auswahl gab es allerdings nicht mehr. Ich weiß nicht, ob es daran lag, dass wir zu spät waren (halb fünf), oder ob die Auswahl in diesem Obi generell nachgelassen hat. Als das früher noch der Toom war, war die Gartenabteilung wirklich okay, bis auf die letzten anderthalb Jahre vor der Schließung, wo man sie vergessen konnte. Dann kam der Obi und wir waren anfangs recht angetan davon, aber mittlerweile ist das auch enttäuschend. Und so wirklich gute Gärtner gibt es in der Stadt auch nur noch wenige. Etwas ärgerlich.

Na ja. Wir kriegten trotzdem noch eine Palette voll und außerdem einige Blumenzwiebeln, immer schon ans nächste Frühjahr denken. Letzter Stopp dann noch zum Supermarkt nebenan, in erster Linie weil wir ein paar spezifische Zutaten für das nächste Eis brauchten: Zartbitterschokoladeneis, also wieder eine ganz klassische Sorte (wir hätten auch noch Mousse au Chocolat-Eis und Schokoladenpudding-Eis zur Auswahl gehabt, aber ich will ja lieber erst die klassischen Sachen ausprobieren, bevor wir uns an das Hipsterzeug machen). Das eigentliche Eismachen verschoben wir dann aber auf später. Außerdem spontan mitgenommen: Eine Regenhose, weil ich meine alte nicht mehr finden kann. Und vielleicht kann ich mich ja doch ein bisschen mehr dazu überreden, auch bei nicht optimalem Wetter mit dem Fahrrad zu fahren? Wir werden sehen.

Gegen sechs waren wir daheim. Kurze Pause zur Katerversorgung (und zum Abkühlen, es war in der Sonne immer noch – zu – warm), dann gingen wir zu einer Freundin drei Straßen weiter, die im Urlaub ist und um Blumengießen gebeten hat. Ich mache das ganz gern: Erstens ein netter Spaziergang, zweitens mag ich ihre Wohnung und halte mich dort gern auf, und außerdem hat sie wirklich schöne Pflanzen auf dem Balkon. (Unter anderem drei sehr produktive Chilipflanzen, ich war ein bisschen neidisch.) Nur etwas merkwürdig, dass die Pflanzen alle ziemlich schlapp und trocken aussahen – eigentlich hätte ihre Mitbewohnerin am Freitag nochmal gießen sollen. Hatte sie wohl nicht gemacht. (…ich bin schon SEHR froh, dass meine WG-Zeiten vorbei sind. Nichts gegen WGs, aber die Phase habe ich dann doch irgendwie hinter mir gelassen.)

Um sieben gemeinsames Kochen. Da wir in der Urlaubsnachbarkiste wieder einen Hokkaido gehabt hatten und uns die Phantasie fehlte, was wir damit machen sollten (wir mögen beide Hokkaido ja eigentlich nicht so), wurden es zwei Bleche Ofengemüse mit eben Kürbis, Pilzen, Paprika und Kartoffeln. Dazu etwas Sriracha-Mayo, fertig. Sehr gutes Abendessen. Außerdem praktisch: Der Ofen war gleich warm und wir konnten anschließend das Brot backen. (Nur die Wohnung wurde dadurch etwas zu heiß. Hallo, es sollte doch Spätsommer sein?)

Als Aperitif zum Kochen einen Lav’a Belle Spritz (mit alkoholfreiem Prosecco, weil ich nicht so viel Alkohol wollte). Nach dem Essen zogen wir uns aufs Sofa zurück, zu ein bisschen Blaulichtquatsch und ein bisschen Stargate. Und zwei Fingerbreit schottischem Single Malt: Einmal ein Fettercairn, einmal The Balvenie (beides sicher zwei Höhepunkte unserer Kollektion, trotz des etwas albernen Definitartikels beim Balvenie).
Gegen elf ins Bett, ohne Buch, sondern gleich zum Schlafen.