Nichts klappt, Donnerstag 28.5.2026

Heiß, blablub, Sommer, nerv, ich brauche es nicht mehr jeden Morgen zu wiederholen. Nervnervnerv. Dass der Nasenkater nachts im Schlafzimmer Radau machte und deutlich hörbar auf die Dachterrasse kletterte, dann wieder rein und protestierend im Schlafzimmer herumsuchte (ich hatte mit der offenen Dachterrassentür versehentlich den Wassernapf zugestellt), half auch nicht wirklich. Um Viertel vor sieben schließlich aus dem Bett gequält. Küchenrunde, während der Liebste im Garten nach den Katern schaute (wollten natürlich beide nicht rein): Nasenkater alles okay, aber Magi scheint es wieder schlechter zu gehen. Er nahm immerhin seine Medikamente, aber sonst wollte er gar nichts fressen und wirkte auch wieder sehr bedröppelt. Was echt saublöd ist, denn vor zwei Tagen hat er das Antibiotikum bekommen, man müsste es jetzt also schon merken (Depotspritze damit aufgebraucht, der Liebste gab morgens das Antibiotikum in Tablettenform). Gut geht es ihm auf jeden Fall nicht, obwohl die Augen tatsächlich wieder besser sind. Hm.

Morgenroutine, Müsli mit Erdbeeren zum Frühstück. Außerdem setzte ich das eingeweichte und gereinigte Sieb der Spülmaschine wieder ein – auch so eine Aufgabe (Spülmaschinenmaintenance), die ich stillschweigend dem Liebsten überlassen hatte, aber es ist ja überhaupt nicht schlecht zu wissen, wo so ein Sieb ist. Dann ein erster Blick in die Mails, während der Liebste sich ins Büro verabschiedete, Körperpflege und um neun war ich im Arbeitszimmer.

Anstrengender und ein bisschen blöder Arbeitstag. Am Vormittag hatte ich ein Meeting mit einer Kollegin und dann einen Onlineunterricht, ansonsten keine Termine mehr. Aber halt einen Sack voller Aufgaben zu machen, eine komplett überlaufende Mailbox und irgendwie das Gefühl, dass mir komplett die Zeit davonläuft mit allem. Dass ich allein daheim arbeitete, während im Garten ein kranker Kater lag, half der Stimmung auch überhaupt nicht. Alles anstrengend. Außerdem toll: Ich hatte mir vorgenommen, am Vormittag einen Termin beim Hautarzt zum Hautkrebs-Screening auszumachen (solang es noch bezahlt wird, harhar), aber es war den Vormittag über natürlich durchgehend besetzt. Nerv.

Kurz nach halb eins Mittagspause mit dem restlichen Curryreis und ohne Kaffee, ich hatte keine Lust darauf. Stattdessen nahm ich mir die leere Gemüsekiste der urlaubenden Nachbarn und schlappte ein paar Straßen weiter zur Ausgabestelle der Solawi, wo sie Mitglied sind.
Nur war da dann nichts. Also das Regal fand ich schon, auch ein paar leere Kisten und „ihr“ Regalfach mit Namen, aber halt keine gefüllte Kiste und kein Gemüse und nichts. Da ich nur die Info hatte „am Donnerstag kann man die Kiste holen“, war ich etwas ratlos. Und auch leicht genervt: Nichts klappte. Der Kater nahm die Medikamente nicht, einen Hautarzttermin bekam ich nicht ausgemacht, und nicht einmal Gemüse konnte ich holen. War super für die Stimmung.

Heiß war es auch, es hatte zwar ein bisschen abgekühlt, aber nicht so wirklich. Ich legte mich daheim erst einmal 20 Minuten ins Schlafzimmer und machte die Augen zu. Danach ging es ein ganz kleines bisschen besser.
Den Nachmittag über dann weitergearbeitet, anfangs eher unkonzentriert Material gesichtet, Datensicherung betrieben, ein Protokoll geschrieben, Kleinkram halt, nebenher ein bisschen Teams-Chat und Telefonanrufe. Irgendwann entschloss ich mich (die wirklich dringenden Mails waren alle schon am Morgen erledigt), einfach stur von unten meine Mailbox durchzugehen und so viel wie möglich zu beantworten und abzuhaken, ohne Korrespondenzlyrik, sondern mit pragmatischen Antworten. Das machte ich dann, und als der Liebste um sechs heimkam, war ich ein gutes Stück vorangekommen.

Zeit für einen zweiten Versuch mit der Gemüsekiste. Ich ging noch einmal zur Abgabestelle (die leere Kiste hatte ich morgens ins Regal gestellt), und siehe da, jetzt stand sie da und war gefüllt. Vielleicht ist das der Ablauf, dass man sie leer hinbringt und abends gefüllt abholt? (Es wäre allerdings sehr praktisch gewesen, wenn man uns das vorher gesagt hätte.) Egal. Auf jeden Fall eine Kiste mit quasi ausschließlich Blattgemüse: Kresse, ein Kopf Lollo Bianco, eine Portion Pflücksalat, ein Blattkohl, eine große Portion bunter Mangold (zum Missfallen des Liebsten, der Mangold nicht mag). Ich war froh, dass wenigstens eine Sache funktioniert hatte.

Danach noch einmal an den Rechner zum Weiterarbeiten bis kurz nach sieben, während der Liebste die Kater versorgte (Magi unter Mühen) und uns das Abendessen machte, einen Salat aus Belugalinsen mit Karotten, Walnüssen und Räuchertofu, auf einem Bett aus Pflücksalat. Sah ausgesprochen hübsch aus (sehr bunt) und war wirklich prima. Als Nachtisch die restlichen Erdbeeren mit einem Cheesecake-Joghurt, was gut passte (und uns an New York erinnerte, wo wir den dort typischen Cheesecake auch mit Erdbeeren gegessen hatten).
Restlicher Abend Sternentor-Unterhaltung. Bis halb zehn, wo wir beide rausmarschierten und den Garten und die Umgebung nach Magi absuchten, der schon wieder verschwunden war. Ich fand ihn schließlich im Garten der Nachbarin gegenüber neben dem Gartenteich im Gras liegend, und der Liebste sammelte ihn ein und trug ihn nach Hause. Vermutlich wollte er eher nicht. Aber ich möchte gern, dass er bei uns daheim ist. Wenn er schon langsam dahinsiecht. (Keine Ahnung, ob das das ist, was gerade passiert. Aber es ist halt einfach eine sehr alte Katze.)