Ganz okay geschlafen – dass es in der Nacht irgendwann heftig gewitterte, bekam ich nur durch leichtes Wetterleuchten mit, als es richtig losging, war ich schon wieder eingeschlafen. Am Morgen alles regennass, das ersparte mir das Gießen auf der Dachterrasse. Ich erntete erst einmal eine Handvoll Cherrytomaten (so ganz langsam legen die Tomatenpflanzen los, insgesamt haben wir bis jetzt ungefähr acht oder neun – kleine – geerntet) und eine größere, die sich allerdings auf der Unterseite leider als faulig herausstellte. Seufz. Ich bin auch nicht ganz sicher, ob ich die oberen Spitzen nicht kappen sollte (die neuen Seitentriebe habe ich bei den meisten Tomatenpflanzen schon weggemacht). Sie wuchern halt immer noch, scheinen aber immerhin nicht größer zu werden. Nur blöd, dass sie so sehr aus dem Hochbeet rauswachsen: Mehrere Zweige hängen über das Geländer, und beim Ernten fiel mir prompt eine der Tomaten aus der Hand und verschwand unwiederbringlich (…nämlich auf die Außenseite des Geländers, an eine Stelle, wo man nicht mehr rankommt).
Froh über etwas Abkühlung am Morgen: Als ich runterkam, begann es schon wieder leicht zu regnen. Im oberen Schlafzimmer hatte es aber immer noch zwischen 25 und 26 Grad, je nach Thermometer, es wird eine Weile dauern, bis wir die Hitze aus dem Haus wieder draußen haben.
Ich hatte am Morgen wenig zu tun, der Liebste hatte Katzenmaintenance und Küchenrunde schon erledigt und kochte Tee. Vermutlich meinem zweimaligen Snoozen geschuldet. Ich freue mich auf unseren Urlaub ja nur so halb, bin aber sehr froh darüber, dass morgens der Wecker nicht mehr klingeln wird. Ich schlafe einfach aktuell eine Stunde später ein, als es meine Wohlfühlzeit wäre.
Jetzt aber erst einmal normaler Mittwoch. Bisschen Tee, schreiben, Brot mit Mandelfrischkäse und Marmelade zum Frühstück, und um acht schließlich auf der Yogamatte. Mit sämtlichen Fenstern offen, obwohl es draußen wieder regnete und man eine Baustelle hörte und überhaupt, draußen, aber wenn die Fenster zu waren, wurde es sofort sehr unangenehm stickig.
Guter Yogakurs mit Minimalbesetzung (das macht mir Sorgen, wie es mit dem Kurs weitergehen wird, aber für jetzt war es natürlich luxuriös). Ging auch alles ziemlich gut, sogar die Stehpositionen und so. Und die Bauchmuskelsachen. Keine Ahnung warum, ich bin ja wirklich nicht im Training und war außerdem müde, aber ich kam gut zurecht. Sehr zufrieden. Mal sehen, wie das mit Yoga in meinem Urlaub wird!
Nach dem Kurs Blitzdusche (langte mir zeitlich wieder, erstaunlich), und ab halb zehn am Schreibtisch. Eine Stunde Onlineunterricht, dieses Mal eher etwas anstrengend (weil die Teilnehmerin arbeitsbezogen ziemlich frustriert war, das schlägt sich natürlich auf die Stimmung nieder), danach kurzer Blick in die Mails und dann ein langes Meeting mit einer ehemaligen Kollegin, die jetzt an der Uni ist und mit der wir eine Kooperation organisieren. Es ist halt in meinem Bereich eine sehr kleine Welt (ich kenne natürlich auch alle ihre Kolleg:innen und Chef:innen, und zwar nicht nur, weil ich selbst lang an der Uni gearbeitet habe), das macht das alles schon sehr einfach.
Das war schon der Vormittag. Mittagspause mit Nudelsalat, dann kochte ich mir eine Kanne Kaffee und las ein bisschen. Ich hatte überlegt, nachmittags ins Büro zu gehen, aber so einen richtigen Grund gab es dafür eigentlich nicht. Dafür jede Menge Orgakrams daheim zu erledigen, und das machte ich ab halb zwei dann wieder.
Relativ produktiver Nachmittag, ich kam gut voran – so gut, dass am Spätnachmittag sogar meine Inbox leer war, ZWEI Tage vor dem Urlaub! Also natürlich werden da wieder Sachen reinlaufen, aber für jetzt war ich sehr zufrieden. Auch die Erlediliste sah gut aus, auch wenn ich ein paar Sachen an den Vertretungskollegen werde delegieren müssen, weil ich nicht alles so abschließen kann, wie ich es gern hätte (…mir fehlen noch Informationen weil manche Kolleginnen alles auf den letzten Drücker machen möchten, nun ja). Trotzdem um halb sieben fertig und sehr zufrieden.
Der Liebste war nachmittags schon heimgekommen und im Arbeitszimmer beschäftigt, leicht genervt (er war nicht nur regennass geworden, sondern beim Heimgehen auch nassgeschwitzt – es war furchtbar schwül, unangenehmes Wetter). Ich ließ ihn deshalb in Ruhe und kümmerte mich erst einmal ums Kochen (er half aber ein bisschen beim Schnippeln), und eine Stunde später hatten wir ein wunderbares Thai Curry mit lauter frischem Zeug (Buschbohnen, Tomaten, Pilze).
Während wir am Kochen waren, zog draußen das nächste Gewitter auf, und dieses Mal so richtig mit fetten Tropfen, die waagrecht gegen die Scheiben schlugen und so. Ich schaute nach den Katern: Der Nasenkater saß auf der unteren Terrasse im Trockenen, und Magi zunächst auf dem Schattendeck auch, aber dann wurde es ihm wohl zu windig und er kam vor gewackelt. Blieb dann allerdings vor der Katzenklappe sitzen und wurde angeregnet, der Depp. Ich trug ihn also rein und sorgte dafür, dass er auch drin blieb. Der Nasenkater kam kurz darauf, und so waren wir dann zu viert den restlichen Abend auf dem Sofa. Ein großer, großer Vorteil des Regenwetters.
Um zwanzig nach neun ging ich nach oben: Bisschen durchlüften (ich habe für den Ventilator jetzt hoffentlich den optimalen Platz, zwei Meter vor der Tür und aus dem Raum heraus zeigend, sodass die kühle Luft von draußen in den Raum hereingezogen wird – soweit die Theorie) und lesen. Eine gute Stunde später hatte ich das Buch fertig: Der Taucher von Mathijs Deen, ein wirklich sehr gelungener, spannender und atmosphärisch dichter Krimi. An der Nordsee spielend, aber ohne dieses nervige Holzhammer-Lokalkolorit, das viele „Regionalkrimis“ so unlesbar bescheuert macht. Es gibt, soweit ich sehen kann, einen dritten Band, den ich mir auch gut vorstellen kann zu lesen. Wenn wir schon nirgendwohin in den Urlaub fahren.