Geburtstagswandern, Montag 27.7.2026

  • Beitrags-Kategorie:Tagebuch / Wandern

Eher schlecht geschlafen, weil es mal wieder schwierig war, die Wärme aus dem Schlafzimmer zu bekommen. Irgendwann behalf ich mir mit Ventilator und Ohrstöpsel, machte dazu noch mehr Fenster auf, aber na ja. War auf jeden Fall alles andere als ausgeschlafen, als ich um zehn vor sieben aufstand. Dazu mit dem unangenehmen Gefühl leichter Halsschmerzen. Draußen erwartete mich zu meinem Geburtstag das Gefühl von sanftem Regen, was mir zwar vorerst das Gießen auf der Dachterrasse ersparte, aber womit ich trotzdem eigentlich nicht gerechnet hatte – ich hatte ja eigentlich etwas außer Haus unternehmen wollen. Bis ich die Treppe runterkam, hatte es aber quasi schon wieder aufgehört.

Der Liebste hatte mir schon einen Tee gemacht und die Kater versorgt (beide drinnen). Erst einmal Glückwünsche entgegennehmen, ein bisschen Post und Geschenke aufmachen, mich vom Nasenkater anmiauen lassen (er macht uns trotz seiner mittlerweile 17 Jahre immer noch für Nässe in seinem Garten verantwortlich). Außerdem bestellte ich mir den vierten (und vorerst letzten) Band von Mathijs Deens Nordsee-Reihe als e-Book. Danach werde ich mir überlegen müssen, was ich lesen möchte (vielleicht mal wieder ein Sachbuch?). Anyway. Auf jeden Fall dann schreiben, Tee, der Liebste machte uns ein Müsli.

Und nach einem gemütlichem Frühstück schnitt ich natürlich die Torte an. Der Liebste hatte morgens noch unter Mühen den Tortenring entfernt und den Rand mit etwas Sahne glattgestrichen (er spielte kurz mit dem Gedanken, sie mit dem Spritzbeutel zu verzieren, aber irgendwie war für ihn ein Runterfalltag und er hatte sowieso keine Geduld und war schon leicht genervt, deshalb ließ er es bleiben – war mir recht, ich brauche kein Deko-Gedöns). So am Stück war sie einigermaßen standfest, die einzelnen Stücke fielen allerdings direkt zusammen, als ich sie mit dem Tortenheber auf den Teller schaufelte. Oh well. War aber egal: Sie war superlecker. Himbeeren, Sahne, Quark, Mandeln, das kann gar nicht nicht schmecken.

Für den Tag hatte ich mir eine Wanderung gewünscht, und nachdem der Regen sich schnell verzogen hatte und es nach angenehmem Wetter aussah (ein paar Wölkchen, 25 Grad), setzten wir das in die Tat um. Der Liebste buchte uns ein Auto, ich suchte uns eine Route heraus und packte unseren Rucksack, dann duschen und gründlichstes Eincremen, und um halb elf machten wir uns auf den Weg. Die Wanderung war mit 7-8 km angegeben (die Uhr sagte am Ende 11, inklusive Weg zum und vom gebuchten Auto), und da es alles auf breiten Wanderwegen stattfand, wagte ich die Trekking-Halbschuhe zu nehmen und keine schweren Wanderstiefel. Dazu meine Wander-Ziphose, die ich allerdings den ganzen Tag langhosig ließ. Perfektes Wanderwetter, wie gesagt.

Die Strecke hatte ich aus dem Buch Erlebnis-Wanderungen in und um Tübingen von Arndt Spieth (von dem wir auch das eifrig benutzte Buch mit Tübinger Stadtwanderungen haben), und ich weiß zwar nicht, warum es sich „Erlebnis-Wanderungen“ nennt, es sind halt normale Strecken, aber eine sehr schöne Auswahl ist es schon. Ich hatte einen Rundweg zwischen Gomaringen und Gönningen gewählt, Startpunkt am Gomaringer Ortsrand (theoretisch mit dem Bus machbar, aber wir wollten uns auf kein langes Warten einlassen) und dann einmal über die Streuobstwiesen und durch den Wald immer mit Blick auf den Albtrauf und die verschiedenen Berge (Rossberg, Achalm und weitere, die für mich alle ein bisschen ähnlich aussahen – na ja). Einmal ein kleinerer An- und wieder Abstieg, ansonsten sehr leichtes Gehen, insgesamt 2,5 Stunden – das passte ziemlich gut.

Und was für eine gute Idee, so eine schöne Strecke. Anfangs war die Stimmung nicht so ganz super (der Liebste enorm schlecht gelaunt und irgendwie gestresst, dann fanden wir das gebuchte Auto erst nicht, weil es ein für uns neuer Stellplatz im Nachbarstadtviertel war, und der Rucksack ließ sich nicht so richtig bequem einstellen…), aber kaum waren wir losgegangen, war das alles egal und wir kamen schnell in den richtigen Tritt. Und es war halt einfach entspannend. Außer uns fast niemand unterwegs (die Wege gehören zwar teilweise zu Wanderwegen des Schwäbischen Albvereins, sind aber nicht wahnsinnig bekannt), es war sehr ruhig und einfach SO schön.
Erste kleine Pause schon nach einer halben Stunde, weil wir Durst hatten: Wir teilten uns einen Apfel, tranken etwas Wasser und probierten so lang an dem Rucksack herum, bis er auf meine Körpergröße passte und ich ihn bequem tragen konnte. Dann weiter im Text, und davon abgesehen, dass wir uns einmal verliefen und einen Teil der Strecke zurückgehen mussten (die Streckenbeschreibung war nicht so ganz eindeutig), ging alles ganz wunderbar.
Um eins dann richtige Mittagspause, und zwar auf Holzstämmen im Wald, denn dieser Teil der Strecke war auf keinem offiziellen Wanderweg, sondern halt auf so einer geschotterten Waldautobahn, eher für Waldarbeiter als für Wanderer gedacht, und deshalb gab es da halt keine Bänke. War aber egal. Wir hatten den restlichen Nudelsalat mitgenommen, dazu noch mehr Wasser, und das war alles sehr schön.

Etwas nach zwei waren wir wieder am Auto zurück und fuhren nach Hause. Ich war sehr zufrieden, wie gut meine Füße mitgemacht hatten (ich hatte eher beim Abstieg durch den Wald Schmerzen im linken Knie gehabt, seufz), aber als wir um halb drei wieder daheim waren, merkte ich die Belastung natürlich schon sehr. Deshalb Ruhepause: Kaffee, zwei weitere Stück Geburtstagstorte, dann ausführlicher Mittagsschlaf. Und dann startete ich den neu heruntergeladenen Krimi und verbrachte den restlichen Nachmittag mit Lesen.

Gegen halb sechs schauten wir nach den Katern (keiner von beiden hatte mir zum Geburtstag gratuliert, aber ich war ehrlich gesagt auch ganz zufrieden damit, dass der Nasenkater nicht auf die Idee kam, ein Geschenk ins Haus zu bringen) und gingen dann schnell in den Supermarkt nebenan, frische Pilze holen. Einen Pizzateig hatte der Liebste vorher schon angesetzt. Um sieben also gemeinsames Pizzabacken: mit Pilzen, frischen Tomaten, selbst gemachter Tomatensauce (ich habe die gekaufte Sauce für Pizza ehrlich gesagt ein bisschen satt), Knoblauch, Seitansalami und Oliven, darauf ein Rest veganer Streukäse. Als Resultat eine sehr, sehr leckere Pizza (vor allem der Teig ist einfach so viel besser, als es jeder gekaufte sein könnte).

Den restlichen Abend verbrachte ich mit Lesen (nur gelegentlich unterbrochen von diversen Glückwünschen auf verschiedenen Kanälen – hauptsächlich Signal, aber eine Person rief sogar auf dem Festnetz an). Dazu ein Select Spritz, dieses Mal mit normalem Prosecco, und wie vermutet geht der Select damit viel, viel besser.
Gegen später wechselten wir auf den Inhalt unseres Brotschranks und nahmen erst einen Fingerbreit vierzehnjährigen The Balvenie (Carribean Cask) und dann einen sechzehnjährigen Lagavulin, um mit ein wenig Rauch abzuschließen. Und was für zwei fantastische Whiskys das sind. Vor allem den Balvenie (…immer mit Artikel…) mochte ich sehr, sehr, sehr gern. Schon beim Öffnen ein Duft wie ein Blumenbukett, dann extrem weich und schmeichelnd auf der Zunge, mit viel Karamell (klar, die Rumfässer) und einem sehr langen Abgang. Ganz wunderbar. Und der Lagavulin schloss sich perfekt an und rundete den Abend gut ab. Um halb zwölf sehr beschwingt ins Bett. Das war ein richtig schöner, entspannter Geburtstag.