Alltagschronik, Dienstag 8.9.2026

Durchwachsene Nacht mit zwar kaum Wachliegephasen, aber trotzdem nicht erholsam geschlafen (zu warm, Kater – der den größten Teil der Nacht bei mir verbracht hatte – zappelig, Blödsinn geträumt, Morgen kam zu früh). Um Viertel nach sechs stand ich schließlich auf, sehr müde, und goss erst einmal die Dachterrasse. Der angekündigte Regen hat sich nämlich null blicken lassen und es soll wieder über dreißig Grad warm werden, wie schon die ganzen letzten Tage. Aber es bringt ja nun nichts, sich über die Hitze weiter aufzuregen. Immerhin kriegen wir das Haus in den frühen Morgenstunden gut runtergekühlt.

Ausführliche Küchen- und Wohnungsrunde, dazu Katzenmaintenance (der Kater war not amused über das Diätfutter – haben wir also fünf Nassfutterdosen übrig) und Blick in die Zeitung (einfach nein). Ein bisschen ungeplante Hausmeisterarbeiten, weil uns die Glühbirne im Esszimmer-Deckenlicht kaputt ging und wir es bei der Gelegenheit gleich gründlich von Staub und Insekten befreiten. Eine der Ecken, wo man normalerweise eher nicht so hinschaut. Müsli zum Frühstück, der Liebste gab dem Kater noch seine Augentropfen (ich bildete mir ein, dass er es etwas besser tolerierte, er rannte zumindest nicht gleich weg danach) und musste dann zu einem frühen Termin aus dem Haus. Ich schrieb noch etwas, immer mit Blick aufs Handy, weil ich mögliche Krankheitsvertretung zugesagt hatte (war aber keiner krank). Wirklich dringende Termine hatte ich nicht. Schönster Blick des Morgens: Ein wirklich riesiger Zug an Graugänsen, die in V-Formation über unser Haus hinweg nach Osten flogen (zu den Neckarauen vermutlich).

Ab neun am Schreibtisch. Unaufgeregtes Abarbeiten von Organisatorischem, administrativer Krams, daneben eine Ladung Textkorrekturen. Nebenher hörte ich einen Podcast zu Ende (also fast – die fünfte und letzte Folge ist noch nicht erschienen), und zwar Die Schill-Story über den widerwärtigen Hetzer und Rechtspopulisten Ronald Schill in Hamburg. Das fand ja in einer Zeit statt, in der ich durchaus schon politisch interessiert war, die Tagespresse verfolgt habe und mich deshalb noch an Einiges erinnere (unter anderem an die legendäre Pressekonferenz und seinen lächerlichen Erpressungsversuch, über den er stolperte). Neu war mir sein erster Auftritt im Bundestag, der zu so einer absurden Peinlichkeit geriet, dass man ihm schließlich das Mikrofon abdrehte. Ich bin mir sicher, dass er heutzutage in der AfD hätte Karriere machen können. Von denen werden so viele Unsäglichkeiten am Rednerpult verbreitet, dass man mit Mikrofon-Ausstellen nicht mehr hinterher käme. Übrigens auch kein Wunder, dass damals in Hamburg die CDU der Steigbügelhalter war. Wem der Schuh passt.

Um Viertel vor eins machte ich mit dem Liebsten (der wieder daheim war) Mittagspause, restliche Pasta e Fagioli und eine Portion Schokoeis danach. Dazu viel Kaffee, ich war SO sehr müde. Trotzdem gingen wir nach dem Essen noch zum Blumengießen bei der Freundin drei Straßen weiter. Sie soll zwar demnächst wieder aus dem Urlaub kommen, aber es war die letzten Tage einfach so heiß, dass wir nochmal schauen wollten. So kamen wir wenigstens zu einem kurzen Spaziergang. (Wenn halt auch: heiß. Weiß nicht, ob ich das schon erwähnt hatte.)

Von zwei bis sechs weitere Schreibtischarbeit. Neben den Alltagssachen (Mails, Terminsachen, dazu ein anstrengender – weil schlechte Internetverbindung auf Kundenseite – und etwas absurder – weil sie den Termin bei uns nur versehentlich gebucht hatte – Beratungstermin) beschäftigte ich mich näher mit der Frage Wiki ja-nein für die Anleitung, die ich schreiben soll. Schaute mir diverse Sachen an und die Voraussetzungen dafür, stellte dabei fest, dass die LeChat-Informationen leider zu einem nicht unbeträchtlichen Teil für mich unbrauchbar waren (teils weil ich meine Anforderungen nicht klar formuliert hatte, teils weil sie halt na ja, Schwachsinn waren). Der Liebste schaute mir noch ein bisschen über die Schulter und hatte auch ein paar Ideen, aber ich befürchte doch, dass es am Ende auf ein OneNote rauslaufen wird.

Feierabend mit leicht schlechter Laune (es klappen einfach einige Sachen nicht gut, was bei mir ständiges Nachjustieren von bereits organisierten Dingen erfordert, das empfinde ich als unglaublich anstrengend). Beste Gegentherapie Kochen, also überließ ich dem Liebsten die Katerversorgung (er hatte sowieso den ganzen Tag schon die Augentropfen übernommen) und ging für eine Stunde in die Küche. Begleitet vom neuen Lage-Podcast zur Wahl in Sachsen-Anhalt, der nun ja auch nicht gerade für gute Laune sorgt, aber oh well. Auf jeden Fall hatten wir am Ende Spaghetti mit einer Sauce aus sämtlichen frischen Tomaten, die noch im Kühlschrank waren, dazu Oliven, Kapern und roten Linsen. Sehr gut. Nur dass ich am Ende auf die Dachterrasse ging, um ein bisschen frischen Basilikum zu holen, und dabei gleich wieder eine große Handvoll Tomaten ernten konnte, harhar. (Zu irgendwas muss die Hitze ja gut sein.) Ich sah außerdem eine Zucchini, die auf einem guten Weg zur Reife war, vielleicht können wir also doch noch eine letzte ernten. Und ein paar Peperoni bekommen wir wohl auch noch.

Ruhiger, aber etwas energieloser (und disziplinloser, ich daddelte die ganze Zeit nebenher auf dem Handy) Sternentor-Abend. Zum Nachtisch ein Cheesecake-Joghurt, und ansonsten halt, na ja, so latent schlechte Laune, keine Ahnung. Dass der Kater die ganze Zeit wie Quecksilber um uns herumrannte, half auch nicht wirklich bei der Entspannung (keine Ahnung, was los war, vielleicht irgendetwas draußen – ich sah nichts). Als ich um halb elf schließlich ins Bett ging und die Dachterrassentür und Fenster öffnete (im Schlafzimmer 23 Grad), spürte ich von draußen die warme Luft ins Zimmer fallen. Meine Güte. Ich will ganz dringend Herbst.