Wenig überraschend nicht wirklich ausreichend geschlafen, es war deutlich zu warm im Zimmer. Morgens beim Aufstehen noch knapp unter 24 Grad, obwohl ich überall die Fenster auf hatte (aber es zieht nicht genug durch). Ich schlief trotzdem ein bisschen, lag aber so ab halb sechs wach und wunderte mich irgendwann über merkwürdige Raschelgeräusche im Garten. Als ich nachschaute, stand der Liebste draußen und schnitt die Sträucher zurück. Da war es dann schon zehn vor sechs, aber trotzdem vielleicht ein bisschen früh für Gartenarbeit? Andererseits die einzige Uhrzeit, wo man noch in den Garten gehen kann ohne Hitzeschock. Ich stand also auch auf und goss erst einmal Balkon und Dachterrasse gründlich (die ersten Zucchini werden reif werden, während ich in Indien bin, vermute ich mal). Dann Katzenmaintenance, Küchenrunde, erste Nachrichten vom indischen Kollegen beantwortet, noch eine Regenjacke in den Koffer gepackt. Der Liebste machte uns Müsli und Tee. Bei mir ziemliche Anspannung, obwohl bis jetzt alles in Ordnung ist – mir graut halt ein wenig vor der Anstrengung. Aber erst noch ein normaler Arbeitstag.
Ein bisschen zum Essen gezwungen, kurz geschrieben, ausführliche Körperpflege, und um Viertel vor neun aus dem Haus – in kurzem Rock, Shirt und Sandalen, und trotzdem war mir morgens schon warm. Was für ein Wetter. Was faktisch auch bedeutete, dass man im Büro nur relativ kurz die Fenster aufmachen konnte, bevor es zu warm wurde. Aber wir haben eine relativ gute Lüftung, die die Räume einigermaßen okay temperiert hielt.
Den Vormittag über zwei Stunden Unterricht, ansonsten viel, viel, viel Orgakram. Um kurz vor zwölf kam die Kollegin, die „meine“ Rolle hier vor Ort übernehmen wird (also quasi mein Gegenpart ist), wenn ich in Indien bin – die Kombination hatte schon im Januar sehr gut geklappt. Sie war die nächsten Stunden damit beschäftigt, die tausend Änderungswünsche, die der indische Kollege geschickt hatte, zu bearbeiten und zu kontrollieren und einzupflegen. Seufz. Klar, andere Länder andere Sitten und so, aber ich glaube, beim nächsten Mal muss ich vielleicht eine klarere Deadline für Änderungen setzen.
Mittagspause um halb zwei mit restlichem Curry, dann wieder zurück ins Büro. Um mich herum verabschiedeten sich so langsam die Kolleg:innen ins Wochenende, und diverse Probleme und offene Baustellen der letzten Wochen lösten sich allmählich in Luft auf: Hier eine positive Antwort, da ein Thema, das abgeschlossen werden konnte – das fühlte sich SEHR gut an.
Dazwischen mal zehn Minuten Baby gucken, weil eine Kollegin, die seit April in Elternzeit ist, ihr frisches Baby präsentieren kam. Ich bin ja nicht so der Babymensch, aber es war schon sehr niedlich (noch vor der Sabberphase) und ziemlich unbeeindruckt von all den interessierten Menschen.
Letzte Dinge abgehakt (nicht für Indien – da schrieb ich irgendwann eine letzte WA „let’s talk about the details on Monday in person“ – sondern für kommende Prüfungen), mit dem Chef das letzte vorbereitende Indien-Meeting gehabt (und den Steckdosenadapter eingesteckt – das könnte man auch mal ein bisschen vereinheitlichen, wie nervig, dass gefühlt jedes Land seine eigene Steckervariante hat), den Online-Check-In gemacht und die Boarding Pässe ausgedruckt, letzte E-Mails beantwortet und Texte korrigiert, und um Viertel vor fünf war ich tatsächlich bei Inbox Zero und mit mehr oder weniger allem wirklich, echt, wahrhaftig fertig. Wie großartig!!
Im Lauf des Tages hatten sich draußen die Gewitterwolken aufgebaut und man hatte es immer wieder grummeln hören, aber das war es auch schon – wie so häufig war vermutlich alles auf der Alb abgeregnet. Bei uns nur drückend schwül und heiß. Trotzdem ging ich um Viertel nach fünf ins Yoga: Dringendes Bedürfnis nach Bewegung, und ich war mittlerweile sehr angespannt und gestresst und hatte das Gefühl, der Kurs würde mir gut tun.
War auch so, auch wenn natürlich die Gedankenspirale im Kopf lief und meine Achillessehne sehr schmerzte und es unfassbar warm im Raum war (ich war sehr froh über meine kurze Trainingshose). Trotzdem richtige Entscheidung, der Kurs tat mir gut. Und ich hatte von der blöden Warterei (die ist ja bei nervös machenden Sachen immer am schlimmsten) anderthalb Stunden abgeknappst.
Bei drückender Hitze heim (kurz nach sieben und 33 Grad), daheim war ich schweißgebadet und erst einmal fertig mit der Welt. Der Liebste machte uns eine Schüssel Salat und ein Gemüsesüppchen, von dem ich so ein bisschen was aß, eher aus Vernunftgründen. Dann gingen wir zusammen die letzten Sachen noch einmal durch: Checkten alle Dokumente, speicherten den Papier-Boardingpass für den indischen Inlandsflug in meiner Flight Pass-App, wogen noch einmal den Koffer (jetzt bei 8,1 kg – Mist, ich packte ein paar Kulis wieder aus). Ich schickte dem Liebsten meinen Flugplan und er lud sich eine App runter, mit der er meine Flüge quasi in Echtzeit verfolgen kann. Außerdem einmal kurz in den Garten, nach den Katern schauen und ein bisschen kraulen.
Dann war es halb neun und wir stellten uns noch einmal schnell unter die kalte Dusche. Zweite Runde Essen (Salat leer gemacht, Suppe fast leer), dann ein bisschen schreiben – den Freitag verbloggen, denn am Samstag ist dafür keine Zeit mehr. Jetzt wird dieser Text gepostet, und dann warte ich darauf, dass die Sonne untergeht (beide schon startklar fürs Bett), und versuche wenigstens ein paar Stunden Schlaf zu bekommen. In Indien werde ich vermutlich nicht viel zum Schreiben (oder Posten) kommen, deshalb der nächste Blogeintrag wohl erst wieder übernächste Woche.