Zwei sehr, sehr gleichförmige, insgesamt sehr runde Tage, mit gleichen Zeiten (aufstehen um sieben, Frühstück halb acht, Taxi um acht, Institut von zehn nach acht bis sieben, Mittagspause um zwölf, abends ausruhen, Telefon, lesen, Bett um zehn), gleichem Essen (jeden Tag das gleiche Hotelfrühstück – nur Varianten bei den Currys und beim Joghurt, ab dem dritten Tag ließen sie das Chapati und den Obstsalat weg, was mir recht war – mittags Currys und Reis in der Schule, abends Masala und Chapati im Restaurant Madras) und gleichem Prüfungsablauf. Wir kamen, auch mit den Mitarbeitenden vor Ort, in eine sehr angenehme, saubere Arbeitsroutine, sodass ich wenig zu tun hatte und nebenher auch mal ein bisschen E-Mails beantworten konnte und ähnliches.
Zwar gab es den kompletten Dienstag und den halben Mittwoch Stromausfall, aber vor der Tür stand ein Dieselgenerator und sprang ein. (Mehr oder weniger, mit dem Generator konnten nicht alle Klimaanlagen bedient werden – deshalb saß ich am Mittwochnachmittag im T-Shirt komplett schweißgebadet da. Oh well.) Da die streikenden Rechner ja am Montag wieder gefixt worden waren, stand uns auch das komplette Equipment zur Verfügung. Bisschen merkwürdiges Gemecker von einer externen Prüferin (wollte keine Aufsicht im Prüfungsraum, verlangte eine einstündige Mittagspause – beides lol nein), ansonsten lief es wirklich gut.
Nur der Klassiker: Ich hatte mich mal wieder erkältet, nervnervnervnerv. Dabei hatte ich wirklich aufgepasst, hatte quasi immer gegen die Klimaanlagen-Kälte Strickjäckchen und Halstuch an (bis auf Mittwochnachmittag halt), hatte auch die Klimaanlage im Hotelzimmer auf 23 Grad hochgedreht, versuchte Zugluft zu vermeiden. Trotzdem seit Dienstag: Halskratzen, Schluckbeschwerden, laufende Nase. Bei weitem nicht so schlimm wie im Januar (ich nahm auch direkt ab Dienstag jeden Tag zwei Grippostad am Morgen), aber halt trotzdem extrem doof. Deshalb ging ich auch am Mittwochabend nicht ins Restaurant (der Tag war zwar super gelaufen, aber die ausgefallene Klimaanlage und der daraus resultierende Hitze-Exzess hatte mich noch zusätzlich geschlaucht), sondern ließ mich direkt ins Hotel bringen. Dort aß ich eine kleine Tafel Schokolade, die P am Sonntag gekauft hatte, und beließ es dabei. Was ehrlich gesagt gar keine schlechte Idee war. Es gab nämlich insgesamt immer ziemlich viel zu essen.
Sonstiger Mittwochabend: Haare waschen, mit dem Liebsten telefonieren und dann, weil ich ja eine Stunde Zeit gewonnen hatte durch fehlendes Essen, ausführlich lesen. Was dazu führte, dass ich plötzlich kurz vor dem Schlafengehen mein Buch (Silberkiesel) durch hatte. Das war nun natürlich, harhar, nicht der Plan gewesen (noch zwei Arbeitstage und zwei Reisetage vor mir), aber nun ja. Auf jeden Fall hatte ich mich gut unterhalten gefühlt. Fand es aber auch okay, dass das Buch nicht mehr zurück in mein Regal wandert.