Vorbereitungen und gewonnen, Samstag 21.3.2026

Cleverer folgender Gedankengang am Abend:
Oh cool, ab jetzt Urlaub, also mal Wecker ausschalten. Aber Moment, im Urlaub ist ja Weiterbildung, deshalb dafür Wecker wieder anmachen. Weiterbildung ist Donnerstag bis Samstag, also Donnerstag-Freitag-Samstag Wecker an, sonst aus. CLEVER!!!
…um Viertel nach sechs also gewundert, warum das Weckerlicht angeht, aber NA EGAL, ich war sowieso mehr oder weniger wach und stand kurz darauf auf. Der Liebste war sogar schon vor mir wach geworden (ganz ohne Wecker), hatte die Kater schon versorgt und Tee gemacht. Erst einmal kleine Aufräumrunde, dabei festgestellt, dass der Nasenkater so präzise aufs Sofa gekotzt hatte, dass er Decke, Schafsfell und Sofakissen (mit ausgesprochen schwer waschbarem Bezug) erwischt hatte, seufz. Also Sofareinigung, ich entfernte den ganzen Schlamassel und startete die Waschmaschine, der Liebste wusch den Kissenbezug von Hand aus. Das alles vor dem ersten Schluck Tee.

Dann aber. Erster Schluck Tee und Müsli machen, und dabei stellte der Liebste fest, dass wir einen ganzen Bund Bananen hatten, von denen nur noch eine okay fürs Müsli war und die anderen schon ziemlich schwarz und überreif. Also (noch nicht so weit gekommen mit dem Tee, aber nun ja) rührten wir ein Bananenbrot zusammen und steckten es für 50 Minuten in den Ofen. Dann ENDLICH hinsetzen, Tee trinken, Müsli zum Frühstück. Unten und kurz darauf oben fuhren die Roboter.

Im Kopf eine ziemliche Erlediliste für den Tag, so kurz vor Abfahrt. Ein paar Sachen waren aber schon gemacht: Die Tulpen hatten frisches Wasser, mein Tablet war voll aufgeladen, und mit zu verbrauchenden Essenssachen sah es auch ganz gut aus. Deshalb machte ich mir erst einmal eine Kanne Tee (der Gyakuro war damit leer – jetzt ist nur noch ein Adventskalendertee-Päckchen übrig, Lung Ming, ansonsten ist alles verbraucht) und schrieb ein bisschen. Dann abspülen und Geschirr aufräumen, und natürlich schmiss ich dabei die Teigschüssel auf den Boden, die – aus Plastik, alt und dementsprechend mürbe – in mehrere Teile zerbrach. SUPI!
…das war es aber mehr oder weniger an Missgeschicken den Tag über, der Rest lief recht smooth. Ich las das Internet leer, putzte dann das obere Stockwerk, ausführliche Körperpflege, dann Schmutzwäsche sortieren: Ich wollte gern unseren Waschtag vorziehen und wenigstens ein bisschen waschen, damit es nicht so ein Riesenberg ist, wenn wir zurückkommen. Das klappte hervorragend: Zwei Maschinen Wäsche gewaschen, aufgehängt, gebügelt, perfekt.

Eigentlich hatte ich zur Mittagszeit noch einen Wocheneinkauf geplant, aber der Liebste wandte zu Recht ein, dass nichts auf der Einkaufsliste stand, was wir dringend vor unserem Urlaub noch gebraucht hätten – also eine Stunde, die wir uns sparen konnten. Stattdessen gemütliches Kochen, vom Lage-Podcast begleitet, und um halb zwei hatten wir einen Topf Minestrone-ähnlicher Rumfortsuppe zu Mittag. Das Gemüsefach ist damit zwar nicht komplett leer, aber der Rest hält ein paar Tage aus. (Musste mich immer wieder daran erinnern: Wir sind bald wieder da.) Nachtisch natürlich das Bananenbrot, das abgekühlt genug und sehr gut geworden war.

Und dann der zweite große Punkt des Tages (neben der Wäsche): Ich legte mich für ein paar Stunden aufs Sofa und las das Buch zu Ende. Der neunte Band von Mick Herrons Slough House-Reihe, Clown Town, und wieder ausgesprochen spannend und die Geschichte nicht zu verworren (das gab es in den ersten Bänden teilweise). Allerdings wurden dermaßen viele Fäden aus der Reihe wieder aufgegriffen und weitergeführt, dass das Buch definitiv nicht mehr ohne Vorwissen gelesen werden könnte. (Ist schon bei den anderen so, aber jetzt extrem.) Ansonsten: Witzig, schnelles Tempo der Geschichte, gute Balance aus Entwicklung von Handlung und Figuren. Teilweise auch ziemlich traurig. Ich hoffe, dass es einen zehnten Band gibt, und vielleicht mit nicht ganz so langer Wartezeit.

Um fünf war ich fertig und packte den Koffer (wir haben NUR NOCH EINEN, heul), ging dank Trello-Liste schnell. (Also ich packte meine Sachen und das, was wir gemeinsam brauchen, der Liebste kam kurz darauf und packte sein Zeug – scheinbar gibt es auch in meiner Generation noch Frauen, die ihren Männern vor einer Reise den Koffer packen, liebe Güte.) Dann ein bisschen herumdaddeln, Kater bespaßen, Kleinigkeiten wegräumen, Blick ins Internet, bis der Liebste uns aus Penne, einer angebrochenen Packung Tofuwurst und einem offenen Glas Pesto ein schnelles Abendessen machte. Lecker, Zeugs aufgebraucht und eine gute Grundlage für den Abend: Wir hatten nämlich Whiskytasting-Karten.

Um kurz vor halb acht aus dem Haus (mit Regenschirmen, es hatte im Lauf des Nachmittags zu regnen begonnen) und in die Altstadt zum Spirituosenhändler des Vertrauens. Dort wurden wir wie immer herzlich begrüßt und bekamen den Starter in die Hand gedrückt: Einen 40%-igen indischen Single Malt, Raj Igala von Amrut, ein unaufgeregter, angenehmer Einsteiger. Nicht wahnsinnig vielschichtig, aber auch nicht sonderlich kompliziert, und wir sind ja mitten in unserer Fastenzeit und waren deshalb nicht gerade akklimatisiert, was den Alkohol angeht.
Dann ein bisschen Informationen zum Line-Up, aber nicht sehr viel, denn es war mal wieder ein Blind Tasting und wir bekamen deshalb nur die Information, dass uns fünf schottische Single Malts und ein irischer Single Pot Still serviert werden würden. Wir suchten uns einen Stehtisch im hinteren Bereich (nicht ganz voll, aber recht ordentlich) und waren gespannt. Übrigens, schöne Beobachtung: Ich bin nicht mehr die einzige Frau bei Whiskytastings.

Schöner Abend mit tollen Whiskys, auch wenn natürlich nicht alle Treffer waren und ich auch merkte, dass ich noch nicht so drin bin und mir am Ende etwas die Kondition ausging. Wir starteten mit einem angenehmen, cremigen, weichen, allerdings auch etwas flachen Whiskey, den wir beide korrekt als den irischen Single Pot Still identifizierten – es stellte sich als ein 40%-iger Readbreast mit Sherry- und Bourbonfass-Ausbau heraus, ein Whiskey, den wir sogar daheim haben.
Auch beim zweiten lagen wir mit der Identifizierung Speyside beide richtig: Ein extrem toller Whisky mit einer blumigen, cremigen Nase, wie ein Sahnetoffee, und einem sehr kräftigen, süßlichen, karamelligen Geschmack. Den mochten wir beide sehr gern, und am Ende nahmen wir davon auch eine Flasche mit. Lustigerweise war das ein Murray McDavid (Linkwood Sherry Finish), eine unabhängige Abfüllung und damit sehr preisgünstig, woran man mal wieder sieht, dass der Preis bei Whiskys nicht immer so aussagekräftig ist.

Weiter ging es mit zwei rauchigen Vertretern, einen leicht rauchig, recht scharf, mit viel Tiefgang, den ich als Islay-Vertreter einsortierte, er war aber aus den Highlands, Ardnamurchan Limited „The Midgie“. Und der vierte war dann Ledaig 10 Years peaty, und da war der Name Programm: Das war mir too much. Ich hätte hier auf Highlands getippt, er kommt aber von der Isle of Mull. Da wir mit Whiskys von dort überhaupt keine Erfahrung haben, fand ich es kein Wunder, dass wir ihn nicht erkannt hatten.

Bei den letzten beiden Whiskys hatte ich immerhin noch einen Treffer: Die Nummer fünf war ein vierzehnjähriger Signatory Vintage (HP) von den Orkney Islands, mit 57% beinah in Fassstärke und mir etwas zu kräftig – ich schmeckte vor allem Salz. Aber ich vermute, meine Geschmacksnerven waren da auch schon ziemlich durch. Dann die Nummer sechs, da lag ich mit der Isle of Mull daneben, es war stattdessen der Islay-Vertreter: Smokehead Sherry Cask Blast, mit 48% kräftig genug, aber mit einer Nase von Karamell und leichter Süße. Wieder ein netter Abschluss, aber nichts, was mich wahnsinnig angezogen hätte.

Der Liebste und ich hatten uns natürlich eifrig ausgetauscht und auf den Zetteln ähnlich getippt, aber nicht ganz gleich, erstens weil es sonst ja langweilig wäre, zweitens weil wir uns auch nicht überall einig waren (mal abgesehen davon, dass es eh ein bisschen eine Lotterie ist). An diesem Abend hatten wir eine Premiere: Denn als die Zettel ausgewertet waren, wurden zwei Leute nach vorne gerufen, und einer davon war der Liebste – mit vier von sechs richtigen. (Was schon GANZ EXTREM gut ist, ich hatte drei von sechs richtig und war darüber auch schon mächtig stolz.) Lustigerweise reagierte der Liebste erst gar nicht, als er aufgerufen wurde, ich musste ihn etwas nach vorne schieben. Die Karten waren nämlich unter meinem Nachnamen reserviert, deshalb wurde er auch unter meinem Namen aufgerufen, aber da wir unsere beiden Nachnamen bei der Hochzeit behalten haben, ist er das nicht so gewöhnt und fühlte sich nicht angesprochen. Lol. Auf jeden Fall gab es ein kleines Fläschchen irischen Connemara Whiskey als Preis, und das war dann natürlich ein absolut krönender Abschluss. Sehr entspannt und auch nur ein wenig angeschickert nach Hause. Schöner Start für den Urlaub.