Zwei sehr volle Tage, deshalb gemeinsamer Abriss – war sowieso in erster Linie Arbeit.
Für eine Montagsnacht okay geschlafen, nur eine merkwürdige Mischung aus teils zu kühl und teils zu warm (Dachterrassentür war offen). Nun ja. Einigermaßen wach am Morgen, etwas weniger wach als der Liebste, der schon die Kater versorgt, Küche aufgeräumt und ein Müsli gemacht hatte, als ich runter kam. Ich warf vorher noch einen Blick auf die Hochbeete: Gießen war nicht nötig, aber an einer Zucchinipflanze entfernte sich zwei gammlige Winz-Zucchini. Hm. Ich hoffe, dass sich das nicht ausbreitet – wir hatten in einem Jahr das Problem, dass wir quasi keine Zucchini ernten konnten, weil alle Früchte faulig wurden, bevor sie reif waren. Das wäre natürlich sehr schade. (…jaja, Zucchini als Anfängerpflanze, harhar.)
Unten kleine Aufräumrunde, außerdem stellte ich Magi noch einmal die Futterschüssel hin. Er fraß mit Appetit und legte sich dann wieder aufs Sofa. Dabei war es gar nicht soooo kalt draußen, dazu blauer Himmel. Mal abgesehen von den vielen, vielen Flugzeug-Kondensstreifen, die ich sah und die den Himmel diesig machten.
Tee, schreiben, ausführliche Körperpflege, auf neun ins Büro. Das Wetter war unbeständig vorhergesagt, aber mit Temperaturen bis 27 Grad (wenn es nicht gerade regnete), und ich war etwas unschlüssig, was ich anziehen sollte. Am Ende entschied ich mich für lange Jeans mit Sandalen, dazu ein Shirt und darüber eine leichte Strickjacke. Keine Windjacke für den Weg, brauchte ich auch nicht.
Dichter Arbeitstag mit einer Stunde Unterricht am Morgen (sehr zufrieden damit: Ich war unsicher gewesen, ob meine am Freitag zusammengewürfelte Unterrichtsplanung wirklich funktionieren würde, aber es passte alles gut), einem Beratungstermin und ansonsten sehr, sehr viel Orgakram. Minikleine Mittagspause gegen eins mit restlichem Curry (und kleiner Putzaktion – einem Kursteilnehmer war die Colaflasche im Rucksack ausgelaufen, der ganze Boden klebte), ansonsten stur die wichtigen Punkte abgearbeitet, bis ich einigermaßen Land sah – auch weil ich ein paar positive Antworten bekam. Trotzdem noch viel.
Um sechs hatte ich meinen Abendkurs, und natürlich brach in perfektem Timing eine Viertelstunde vorher das drohende Gewitter los, sodass meine Kursteilnehmer alle mehr oder weniger klatschnass zum Unterricht kamen. Es hatte den ganzen Tag immer wieder mal genieselt und war ziemlich abgekühlt – meine Sandalen waren definitiv die falsche Wahl gewesen. Und natürlich hatte ich auch keinen Regenschirm und eben keine Windjacke dabei. Die mir allerdings bei diesem Gewitter (nachtschwarz, dazu Windböen, die den Regen waagrecht gegen die Scheiben klatschen ließen) auch nicht viel geholfen hätten. Aber immerhin ein bisschen Glück: Nach dem Unterricht musste ich noch ein bisschen Zeugs erledigen, und als ich um acht aus dem Büro kam, war der Regen durch und ich kam trocken heim.
Daheim warf ich uns den letzten Rest Reis und Curry in eine Pfanne, mit viel Öl und einer reingeschnippelten scharfen Tofuwurst – nicht, was wir geplant hatten, aber das Curry musste weg. Der Liebste war zwar schon daheim, aber noch am Schreibtisch gebunden, deshalb von mir schnelle Resteküche und ein Blick nach den Katern (sah gut aus). Dann Abendessen, zwei alte Bergwachtfolgen und etwas Sternentor als Abendunterhaltung und einigermaßen früh ins Bett, soweit man das bei diesem langen Tag überhaupt sagen kann.
Am Dienstag startete die nächste Kairo-Runde, der Kollege war schon vor Ort. Mit neuer Software, deshalb waren wir alle etwas angespannt und ich ging dementsprechend sehr früh los, um Viertel vor acht war ich schon im Büro (das Frühstück kam vom Viertel-Lieblingsbäcker mit). Diesmal war ich schlauer gewesen und hatte einen Schirm eingesteckt,und es fielen gerade die ersten Tropfen, als ich zur Firma einbog. Der Liebste, der mich begleitet hatte und den Rest auf den Berg hochradelte, bekam die volle Ladung ab, es begann ziemlich zu schütten. Dazu kühl – ich war mit Hoodie und Sneakern genau richtig angezogen.
Den ganzen Tag über hatte ich keine fixen Termine, aber ziemlich viel zu tun mit mal wieder drei parallelen Jonglierbällen gleichzeitig: Das Kairoprojekt von unserer Seite aus starten und mit vielen Leuten dazu kommunizieren, das QM-Thema intensivst beackern, weil da eine Deadline wartet, parallel Indien weiter vorbereiten (es sind noch anderthalb Wochen, liebe Güte). Außerdem ein wenig Unterricht vorbereiten.
Immerhin, und das ist ein großes „immerhin“, lief alles ziemlich gut. In Kairo nach ersten Anlaufschwierigkeiten keine Beanstandungen, für Indien bekam ich ein paar Antworten und konnte weitermachen, und für unser QM hatte ich ein positives Telefongespräch und bekam Dokumente zusammen. Sogar die Unterrichtsvorbereitung ging fix. Nur ein paar Abzüge in der B-Note wie schlimme Schmerzen im rechten Schulterblatt (seit Wochen weder Yoga noch Fitness hingekriegt, kein Wunder).
Und Essen hatte ich auch keins dabei, weshalb ich zum Café/Bistro ums Eck ging, um mir dort eine vegane Bowl zu holen (extra mit eigener Togo-Schale bewaffnet). Nur dass die dann um kurz nach eins schon ausverkauft war und ich mich mit einem Sandwich mit Salat begnügen musste. (Das Sandwich war super – mit Pesto und Grillgemüse, zwar nicht „orientalisch“, was ich bestellt hatte, sondern mediterran, aber egal, und der Salat war auch sehr gut. Ich mag nur Sandwiches insgesamt nicht so gern und hatte ja auch schon Brot zum Frühstück. Aber egal. Schnell, gesund, vegan, und zwar teuer, aber die Gastro will auch leben, harhar.
Sehr nett allerdings: Während ich darauf wartete, dass mein Sandwich warm gemacht und der Salat in meine Schale gefüllt wurde, traf ich im Café einen alten Bekannten, R aus England, den ich schon länger nicht mehr gesehen hatte. (Wir leben in der gleichen Stadt und sogar in benachbarten Vierteln, laufen uns aber nur alle paar Monate zufällig über den Weg, es ist echt ein Trauerspiel.) Netter, kleiner Small Talk, ein bisschen auf den neuesten Stand bringen und so. Das wäre natürlich nicht passiert, wenn ich mein Essen dabei gehabt hätte.
Um sechs waren wir durch inklusive letztem Call mit dem Kairokollegen (der im T-Shirt da saß und sich über die tropfende Klimaanlage hinter ihm im Raum wunderte) und ich konnte heim.
Daheim war ich dann erst einmal so richtig durch, was schade war, denn der Liebste war schon daheim, aber noch nicht fertig mit arbeiten. Ich schaute erst einmal nach den Katern, setzte dann eingeweichte Kichererbsen auf und stellte alles fürs Kochen zusammen. Und ging noch schnell zum Supermarkt nebenan, Harissa holen, weil unseres irgendwie aus war. Daraus machte der Liebste eine halbe Stunde später das Essen: Ein „Tofu Traybake“ (neues Bosh-Rezept), also jede Menge Sommergemüse (Paprika, Tomaten, Zucchini) in einer Harissa-Marinade und mit Tofu und Kichererbsen, dazu eine Joghurtsauce mit frischem Koriander. SEHR gutes Essen.
Zum Nachtisch ein paar Erdbeeren mit Vanillequark, dann Stargate und früh ins Bett. Mit neuem Buch: Ich hatte zwei e-books online bestellt, die zwar noch nicht zum Download zur Verfügung standen, aber dafür entdeckte ich, dass ich in meinem Tolino noch zwei ungelesene Bücher abgespeichert hatte. Also wieder lesen, den 13. Band von Jörg Maurers Jennerwein-Krimis (ich lese sie jetzt alle, glaube ich). Leichte Unterhaltung, dazu Berge. Passt schon.