Relativ unruhige Nacht, nach dem Alkohol wenig überraschend. Mehrmals aufs Klo, dann morgens um fünf und um halb sieben und um halb acht aufgewacht. Dass ich nicht ab fünf angeschnurrt wurde, verdankte ich der geschlossenen Schlafzimmertür (sorry Magi). Als ich um kurz nach halb acht aufstand, war ich immerhin einigermaßen wach und fühlte mich zwar müde, aber ganz okay. (Allerdings beim Liebsten und bei mir trotzdem das deutliche Gefühl, einfach allmählich zu alt zu sein für so etwas.)
Nach dem Aufstehen erst einmal gründliches Dachterrassengießen, wir machten ein wenig Universaldünger ins Gießwasser und streuten außerdem Algenkalk unter die Tomatenpflanzen (wegen Calcium). Mal sehen, ob das vor allem der Ochsenherztomate etwas bringt. Eine Handvoll Cherrytomaten konnten wir auch ernten.
Die Kater hatte der Liebste schon versorgt, wir konnten uns also um uns selbst kümmern. Tee, Küchenrunde, dann ein Porridge mit Bananen zum Frühstück. Das alles in einem wohltemperierten Wohnzimmer, in dem der mittwochs neu gelieferte Ventilator (Tischventilator, rund, schick, stylish) sacht flüsterte und die Luft verwirbelte. Fühlte sich ziemlich gut an. Überhaupt ging es mir nach Tee und Frühstück wieder ganz okay. Ein bisschen Schreiben, Blick ins Internet, dann eine ausführliche heiße Dusche, damit war ich mehr oder weniger wieder hergestellt.
Um Viertel vor zehn ging ich aus dem Haus zu meinem Hausarzttermin. Nicht wahnsinnig viel los, trotzdem saß ich bis elf im Wartezimmer, bis ich endlich drankam (der Termin wäre um zehn gewesen). Was mich leicht stresste, denn mein Chef hatte mir morgens geschrieben wegen des angekündigten Gesprächs und halb zwölf vorgeschlagen. Was ja eigentlich, wenn man um zehn einen Arzttermin hat (und fünf Minuten Fußweg von der Praxis entfernt wohnt), kein Problem sein sollte.
Nun ja. Es passte gerade so. Grund 1 des Arzttermins war die FSME-Impfung, und wie sich herausstellte, war ich noch okay in der Zeit (etwas mehr als ein Jahr her seit der letzten) und bin jetzt also (nach zwei Impfungen letztes Jahr) vollständig grundimmunisiert. Die Auffrischung muss wahlweise nach drei (Angabe des Herstellers), fünf (deutsche STIKO-Empfehlung) oder zehn Jahren (Schweizer STIKO-Pendant-Empfehlung) erfolgen. Der Hausarzt meinte, er hält die Schweizer Empfehlung für am glaubhaftesten, ich könne ja mal so in ungefähr sieben Jahren darüber nachdenken. Harhar.
Grund 2 war die Überweisung fürs Klinikum für meinen OP-Termin im September, und die war auch schnell abgehakt. Um zwanzig nach elf war ich wieder daheim.
Dort also kurzes Telefonat mit dem Chef, und wie sich herausstellte, haben sich für den Indien-Aufenthalt im Herbst ein paar Veränderungen ergeben, die nicht nur den angedachten Termin verschieben, sondern ihn auch ausweiten und um ein Feature erweitern (eine mögliche Konferenz, an der ich noch zusätzlich teilnehmen könnte). Das musste er logischerweise mit mir besprechen, ich wälzte meinen Kalender. Wenn das alles so klappt, dann wäre der Vorteil, dass er nachkommen würde und wir wenigstens zum Teil dann gemeinsam unten wären, was natürlich eine Menge Stress rausnehmen würde. Ich müsste allerdings sowohl meine Arbeitstermine drumherum als auch unseren Herbsturlaub etwas anders gestalten. Deshalb: Schon wichtig, dass direkt zu besprechen! (Vor allem, weil er für die Konferenz zusagen muss und nicht bis August warten kann.) Klingt insgesamt alles ganz gut, wenn auch auf andere Art stressig (…Konferenz). We’ll see.
Zeit fürs Mittagessen: Wieder eine große Schüssel Blattsalat mit Tomaten, Gurke und Sonnenblumenkernen, dazu ein paar Scheiben von dem frisch gebackenen Brot (gut geworden). Und dann eine lange Siesta auf dem Sofa. Am Vormittag waren die bestellten Asterixhefte gekommen, und damit zog ich mich aufs Sofa zurück. Ausführliches Lesen, irgendwann schlief ich ein, wieder wach, Kaffee und Eis, wieder lesen, wieder einschlafen. Ich fühlte mich so allmählich doch etwas matschig, was vermutlich der Mischung aus leichtem Kater, Schlafmangel und Impfung geschuldet war. Aber egal: Verbrachte ich den Nachmittag halt mit Rumgehänge auf dem Sofa. Ist ja schließlich Urlaub. Und dass draußen ein ein wunderschöner Sommertag war (26 Grad, Sonne-Wolken-Mix), ignorierte ich ein bisschen.
Gegen halb sechs Küchenzeit: Der Liebste brachte mir ein Radler, und ich räumte ein bisschen auf, verlas einen Beutel Haferkörner, putzte ein bisschen durch die Gegend und kochte uns dann einen großen Topf Soljanka (mit Tofuwurst und mit Pilzen ergänzt). Begleitet von einem nicht neuen, aber von mir neu entdeckten Podcast, nämlich Seelenfänger vom BR. Es geht um Sekten und ähnliche Schwurbel- und Verschwörungsgruppen, und die erste Staffel behandelt die völlig durchgeknallte und aktiv gefährliche (weil antidemokratische, rechtsextreme und reichsbürgeraffine) Anastasia-Gruppierung. Gruselig anzuhören: Das ist alles real und passiert aktiv gerade ganz genau jetzt. Puh.
Restlicher Abend: Sofa mit Eintopf (sehr gut) und Stargate, begleitet von zwei Katzen. Offensichtlich wird es abends jetzt wieder so kühl, dass beide gern reinkommen. Zumal man dann ja auch zwischendrin gelegentlich nachfragen kann, ob man vielleicht so eine Katzenwurst kriegen könnte oder so? Und während man darauf wartet, kann man halt neben den Menschen pennen. Das ergibt für mich den perfekten Entspannungsabend: Alle zusammen, alle schnarchen leise vor sich hin. Das hätte man an der Nordsee nicht.