Zimtschnecken und Freunde, Mittwoch 22.7.2026

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Ganz okay geschlafen, nur warm war es irgendwann (diese Abkühlung in der Nacht heißt halt bei mir im Schlafzimmer nicht automatisch, dass es wirklich kühl wird), und um halb sechs kam Magi vorbei und legte sich auf meine Beine. Oder versuchte es zumindest. Er ließ mich dann aber schlafen bis zehn vor sieben und schaute sich erst ausführlich auf der Dachterrasse um, bevor er mit mir nach unten wackelte. (Und beim Treppengehen stolperte – er kommt echt nicht so gangsicher und energetisch ums Eck.) Fütterung ging dann so halb gut, er wollte nur die Hälfte der Medikamentenpaste und nur zwei Happen vom Futter, bevor er rausmarschierte. Das Auge scheint mir wieder etwas verklebt zu sein. Ich hoffe, dass er nicht schon wieder eine Infektion hat.
Auf jeden Fall ausführliche Küchenrunde, Tee kochen, während oben Harold fuhr (es war schließlich Mittwoch und wir daheim, wenn auch im Urlaub). Kurz darauf schaute auch der Nasenkater vorbei und war an Medikament und Futter deutlich mehr interessiert. Der Liebste machte bei Magi dann den Rest mit den Medikamenten, während ich hoch ging und nach Harold den Boden wischte. Nicht dass es dort sonderlich schmutzig gewesen wäre, aber irgendwie wollte ich es gern extra sauber haben. Und wir haben ja Zeit.

Dann erst einmal Tee, Zeitung, Blick ins Internet. Und als erstes Frühstück eine Zimtschnecke. Bilanz: Der Teig ist sehr viel besser (mit Vollkorn scheint das einfach nicht zu funktionieren), dadurch ist sie schön weich und besser essbar. Der Anteil von Zimt und Fett ist auch gut. Nur etwas trocken kam sie mir trotzdem vor, und vor allem fand ich sie zu süß. Ich muss beim nächsten Mal vermutlich einen anderen Guss nehmen (dieser war eine Mischung aus Puderzucker und Hafermilch, also faktisch ausschließlich zu einer Paste gerührter Zucker, und das ist dann vielleicht zu viel des Guten).

Zwischendrin hatte ich mit einer Kollegin schon ge-signal-t. Wir hatten ja nämlich am Montag das Geschenk für den Kollegen besorgt, und jetzt wollte ich gern im Büro vorbeigehen (trotz Urlaub, egal) und es abgeben. Mittwoch bot sich an, weil da besagter Kollege erst später arbeiten würde. Nach ausführlichem Internet-Leerlesen, etwas Kaffee und gründlichem Aufenthalt im Bad gingen wir um Viertel nach zehn aus dem Haus. Wetter sehr angenehm: Shirt, lange Hose und Sandalen passten genau, es war sonnig und nicht zu heiß.

Erst einmal kleiner Stopp beim Viertel-Lieblingsbäcker, für ein zweites kleines Frühstück, absolut supergemütlich draußen unter einer Markise im Schatten – ich hätte dort noch ewig sitzen können. (Vielleicht schaffen wir das im Urlaub noch einmal.) Wir waren ja nun aber mit der Kollegin verabredet und gingen also um elf weiter. Geschenk abgeben, eingesammeltes Geld dafür erhalten, kurze Unterhaltung mit der Kollegin. Die ein bisschen frustriert war, wie machen das andere Firmen/Abteilungen/Gruppen mit so gemeinsamen Geschenken? Wenn es halt immer ein paar Kandidat*innen gibt, die nie zahlen, oder nur nach mehrfacher Erinnerung, sodass man total schlecht planen kann und am Ende vielleicht sogar auf einem Teil der Ausgaben sitzen bleibt? Bisschen blöd.

Wir hatten auf jeden Fall unseren Pflichtteil erledigt, gingen noch schnell zum Schneider, eine Tasche abgeben: Ich habe eine kleine blaue Handtasche von Converse, die eigentlich echt niedlich ist, aber halt außer einer Klappe oben mit schon sehr ausgeleiertem Klettverschluss überhaupt gar keine Verschlussmöglichkeit hat. So kann man sie quasi nicht mehr benutzen. Wir lassen jetzt einen Reißverschluss einnähen und schauen mal, ob das funktioniert. Bei meiner grauvioletten Tasche hat das ja hervorragend funktioniert.
Und dann wieder heim, allerdings mit einer großen Runde am Fluss entlang Richtung Oststadt und unter den Bahngleisen durch wieder zu uns. Da war es dann schon kurz vor eins und ich hatte mein Schrittziel bereits erreicht.

Den Nachmittag über war ich mit wenig beschäftigt. Der Liebste machte uns zum Mittagessen eine große Schüssel Salat (Blattsalat, Tomaten, Feto), irgendwann später gab es zwei Zimtschnecken und Kaffee. Und ansonsten las ich das Internet leer, las Comics, der Brotteig kam in den Ofen, solche Sachen.

Um Viertel vor fünf ging ich schließlich nach oben und nutzte den frisch gewischten Boden: Ich rollte die Matte aus und machte eine intensive Stunde lang Yoga. War erst nicht sicher, ob ich wirklich eine Stunde allein sinnvoll gefüllt bekommen würde, aber mit kurzer Anfangsentspannung, zwei Sonnengrüßen, den acht Bewegungen der Wirbelsäule, dann sämtlichen Steh- und Sitzpositionen, die mir so einfielen, und am Ende Viparita Karani (auf dem Rücken liegend, Hintern auf dem Yogakissen, Beine an die Wand) und Shavasana (mit Wecker) passte das ziemlich perfekt. War auch anstrengend und ich fühlte mich sehr gut durchbewegt.

Nur etwas blöd: Ich habe auf meinem Handy schon seit längerem eine Meditations-App, Bhudify, die mir ausgesprochen gut gefällt (schönes Design, gute Auswahl, kein blödes Geschwurbel), die ich aber schon ziemlich lang nicht mehr genutzt habe (…für Meditation hatte ich irgendwie keinen so wirklichen Platz mehr im Alltag). Jetzt dachte ich auf jeden Fall, für die Anfangsposition könnte ich den Timer benutzen. Beim Öffnen der App kam erst einmal das Begrüßungsvideo, danach waren die verschiedenen Meditationen aber alle da wie gewohnt. Nur der Timer ließ sich nicht starten: Beim Öffnen stürzte die App immer ab. Ich Schlaumensch dachte also, na gut, vermutlich hast du sowieso diverse Updates der App nicht eingespielt, am besten einmal deinstallieren und neu installieren. Ich schmiss sie also vom Handy, und… im Play Store war sie unauffindbar. Und jetzt vom Handy natürlich auch weg.
Später gegoogelt, und die App gibt es seit ungefähr zwei Jahren nur noch für da iPhone, die Android-Version existiert nicht mehr. Ich brauche also eine Alternative. Hätte ich die alte App mal nicht so schnell runtergeschmissen – bis auf den Timer funktionierte sie ja.

Nach dem Yoga kurz umziehen, Sachen zusammensuchen und dann radelten der Liebste (auf dem frisch reparierten Fahrrad) und ich gemeinsam zum Campingplatz am anderen Ende der Stadt, wo der alte Freund (am Montag getroffen) eingeladen hatte. Wie mir erst so im Lauf des Abends klar war, war die Einladung aufgrund seines Geburtstags (der Liebste hatte sich daran erinnert und gratulierte auch, aber ein großartiges Geschenk hatten wir nicht dabei – wurde allerdings auch nicht erwartet).
Ein sehr schöner Abend. Der Campingplatz hat ein wirklich nettes kleines Restaurant, bei dem man prima draußen sitzen und nicht schlecht essen konnte. Sie haben sogar drei vegane Sachen: einmal den gemischten Salat (das Dressing müsste man als vegan verifizieren), dann eine vegane Currywurst mit Pommes und vegane Maultaschen angebraten mit Zwiebelsauce und Kartoffelsalat. Der Liebste hatte die Maultaschen (ziemlich gut), ich die Currywurst (deutlich zu viel Curryketchup, sonst gut, vor allem gute Pommes.

Und ansonsten halt sehr, sehr viel geredet (alles alte Freunde des Liebsten, ich kannte aber auch die meisten und freute mich vor allem, die urlaubende Frau des Geburtstagsfreundes wieder zu sehen – ich glaube, das letzte Mal haben wir uns 2018 gesehen (aus traurigem Anlass und da auch nur kurz). Dazu ein Prosecco zum Anstoßen und dann sehr, sehr viel Bier (wurde immer in großen Pitchern bestellt und dann gleichmäßig verteilt). Ich habe nicht mitgezählt, wie oft ich mir einschenken ließ (zwischendrin auch immer wieder mal ein Wasser von den Karaffen auf dem Tisch), aber den Alkohol merkte ich irgendwann schon sehr. Hörte aber auf, bevor ich richtig betrunken war (wir waren ja auch mit dem Rad da).

Irgendwann nach halb zehn kam noch mein Chef vorbei (der ja ein alter Freund des Liebsten ist und zu diesem Freundeskreis dazugehört, ich habe den Liebsten über ihn kennengelernt). War aber völlig egal, wir waren ja privat unterwegs (wir treffen uns immer wieder mal irgendwo privat). Nur ganz am Ende fragte er vorsichtig, ob er sich vielleicht am nächsten Tag mal melden könne? Weil es ein paar Entwicklungen gegeben hätte, wo es gut wäre, wenn sie nicht bis nach meinem Urlaub liegen blieben? War für mich okay: Da wir daheim sind, fühlt es ich sowieso weniger nach Urlaub an als wenn wir auf irgendeiner Nordseeinsel sitzen würden oder so.

Gegen zwanzig vor elf (nachdem der Restaurantbesitzer schon die letzte Runde serviert und uns dann vorsichtig an die Platzruhe erinnert hatte) radelten wir wieder nach Hause. Leicht fröstelig trotz Strickjäckchen, es ist erstaunlich, wie sehr es nachts dann doch wieder abkühlt, aber ansonsten ziemlich gut gelaunt. Schöner Abend, Sozialakku wieder ein bisschen aufgefüllt.