Unruhig geschlafen,vermutlich alkoholbedingt. Gegen fünf kam Magi zu mir ins Bett geschlappt und legte sich ganz manierlich dazu, ohne Gepfötel und lautes Schnurren und Anstupsen und Sonstiges, aber trotzdem schlief ich ab da nicht mehr wirklich. Auch weil ich mich reichlich unwohl fühlte, latentes Kopfweh, Bauchdrücken, so was. Um zwanzig vor sechs hörte ich den Liebsten unten herumkramen und stand auf, um aufs Klo zu gehen, und als Magi mir hinterhergewackelt kam, rief ich den Liebsten, der hochkam und Magi runter trug (erstens, weil bei dem alten Katzentier jede Treppenstufe weniger eine gute Idee ist und zweitens, weil Magi offensichtlich unsicher war, ob er der Stimme von unten folgen oder lieber bei mir stehen bleiben sollte). Damit konnte ich mich noch einmal hinlegen bis Viertel nach sieben. Fand aber nicht mehr in wirklich erholsamen Schlaf, obwohl ich recht müde war.
Nach dem Aufstehen erst einmal auf der Dachterrasse gießen – es hat zwar abgekühlt und soll auch die ganze Woche kühl bleiben (so zwischen 18 und 25 Grad, eigentlich perfekte Temperaturen), aber Regen gib es wohl eher nicht. Ich erntete ein paar Tomaten und eine Paprika, und der Liebste kam nach oben und rettete eine abgestürzte Cherrytomate, die für mich unerreichbar außerhalb des Geländers hinter dem Hochbeet lag (er fummelte sie mit dem Besenstiel wieder in Reichweite). Zucchini gibt es momentan keine, es sind zwar drei kleine am Wachsen, aber gleichzeitig entfernten wir auch drei verschrumpelte Minidinger. Keine Ahnung – vielleicht ist das auch normal und muss so sein? Auf jeden Fall erst in geschätzt drei oder vier Tagen die nächste Zucchini.
Ruhiger Morgen: Gemeinsame Küchenrunde und Tee, dann machte der Liebste uns ein englisches Frühstück, weil wir gestern Pilze gekauft und ja am Sonntag keines gehabt hatten. Das deftige Essen tat meinem leichten Kater-Gefühl ziemlich gut, das Kopfweh verzog sich. Anschließend Kaffee, dieses Mal wieder mit der Öko-Flaschen-Hafermilch, weil wir zwei Flaschen mit kurzem Mindesthaltbarkeitsdatum aus dem Alnatura mitgenommen hatten. Mir fiel aber sofort wieder ein, warum wir von dieser Sorte mal weggekommen waren (Pflandflaschen hin oder her): Sie grieselte in der Tasse und der Kaffee schmeckte insgesamt säuerlich und ziemlich scheußlich. Wir werden die Milch also wohl irgendwo anders verbrauchen müssen. Ich habe mir ja eine Zimtschnecken-Challenge für mich vorgenommen (= ein veganes Rezept finden, mit denen ich Zimtschnecken backen kann, sodass sie gelingen und nicht hart und trocken sind), ein Teil wird also auf jeden Fall verbacken.
Nach dem Frühstück machte sich der Liebste auf den Weg in den Bastelverein, wo er sein Fahrrad reparieren wollte, und ich startete eine Maschine Wäsche (Betten am Wochenende frisch bezogen, deshalb haben wir besonders viel Waschbedarf im Moment) und las dann das Internet leer. Begleitet von einer Kanne Kabusé, weil ich auf eine zweite Tasse Kaffee keine Lust hatte.
Ein bisschen Schreiben, irgendwann unter die Dusche, dann hängte ich die Bettwäsche auf, startete eine zweite Maschine und putzte oben das Bad. Bisschen lesen, dann zweite Maschine aufgehängt – und zwar oben auf der Dachterrasse, es war nämlich sonnig und warm, dazu leichter Wind (angenehmes Wetter) und überhaupt kein Regen vorhergesagt. Deshalb berechtigte Hoffnung, dass alles bis zum Abend trocken werden würde.
Der Liebste kam zum Mittagessen heim (restliche Caponata-Sauce mit frischer Pasta, als Nachtisch ein Schokobrownie-Joghurt, immer noch nicht so ganz sicher, was ich von diesem Produkt halten soll), verschwand dann aber wieder in den Bastelverein, weil er die Speichen zwar neu aufgezogen, aber das Felgenband vergessen hatte – also mehr oder weniger noch mal von vorn (nicht ganz). Ich machte eine Mittagspause mit noch mehr Tee und lesen, und um zwei war er schon wieder da, jetzt mit funktionsfähigem Fahrrad. Mal sehen, ob wir die nächsten Tage ein bisschen zum Radeln kommen! (Oder das überhaupt wollen!)
Auf jeden Fall Nachmittagsaktivitäten. Da der Liebste Hemden und Shirts bestellt und geliefert bekommen hatte, startete ich eine dritte Maschine Feinwäsche (damit die allerletzte für die nächsten Tage, vor Sonntag brauche ich nicht mehr zu waschen). Damit genug Pflichtprogramm, stattdessen so richtiges Urlaubszeug, zu dem man sonst nie kommt. Zunächst einmal bestellte ich mir alle Asterix-Hefte, die mir noch fehlen oder die bei mir völlig auseinanderfallen (also alle, die von Uderzo stammen, die neueren interessieren mich nicht mehr so). Und zwar direkt beim Ehapa-Egmont-Verlag, es geht dort über den Shop problemlos (auf Rechnung, versandkostenfrei, und weil ich mit sechs Heften über eine bestimmte Bestellgrenze kam, kriege ich jetzt noch ein paar Sticker dazu), und mein normaler Onlinebuchhändler bietet nur die teure Hardcovervariante an und nicht die dünnen Hefte.
Zweite Bestellung: Ein Kalender für 2027. Ich war ein bisschen auf der Paperblanks-Webseite unterwegs. Allerdings werden die Designs dort seit ein paar Jahren immer komischer. Sie haben zwar zwei Asterix-Kalender (wenn wir schon beim Thema sind), aber der eine hat das falsche Format, und den anderen hatte ich vor zwei Jahren schon. Ich bestellte am Ende einen aus der neuen „Black“-Reihe, einfach schwarz mit ganz leichter Gold-Verzierung, so ein bisschen an die Moleskine-Notizbücher erinnernd. Mal sehen, ob ich damit nächstes Jahr zufrieden bin – normalerweise sind meine Kalender ja immer sehr bunt.
Dann Küchenzeit. Ich setzte zuerst (seit Längerem wieder) einen Brotteig an und startete dann mit meiner Zimtschnecken-Challenge. In meinen tausend veganen Kochbüchern gibt es erstaunlicherweise nur zwei Rezepte dafür, davon eines, was mir deutlich zu aufgepimpt und überkandidelt ist (…wenn man schon extra Zutaten dafür kaufen muss), und eines, was halt das letzte Mal nicht gut funktioniert hatte. Ich nahm am Ende aus einem anderen Backbuch ein Grundrezept für süßen Hefeteig, und zwar dieses Mal nur mit Weißmehl, vermischt mit Maisstärke und Sojamehl (400 + 60 + 40 Gramm, for the record), und setzte ganz klassisch mit frischer Hefe und lauwarmer Milch einen Vorteig in der Teigkuhle an. Dann mit restlichem Zucker und weicher Margarine vermischt, zehn Minuten Knethaken der Küchenmaschine, und das ergab einen Teig wie aus dem Bilderbuch: Er löste sich selber vom Schüsselrand, war feucht, aber nicht klebrig, und ließ sich prima formen. Bekam aber natürlich erst einmal eine Stunde Zeit zum Gehen. Noch einmal durchkneten, noch einmal 30 Minuten gehen, und dann konnte ich ihn perfekt ausrollen, mit Füllung bestreichen, zusammenrollen, in Schnecken schneiden und in eine Springform setzen. Dort ging er noch ein bisschen und ich hängte die letzte Maschine Wäsche auf und bügelte ein wenig.
Das war mehr oder weniger der Nachmittag. Zum Abendessen machten wir zusammen Bratwürste, Kartoffelbrei und ein Krautsalat, also klassisches Wohlfühlessen. Damit zogen wir uns aufs Sofa zurück, aber vorher schob ich noch die Zimtschnecken in den Ofen und rührte einen Guss aus Puderzucker und Hafermilch an. Dabei musste der Liebste ein bisschen helfen, denn die Mengenangaben aus dem Kochbuch stimmten halt überhaupt nicht (viel zu flüssig). Egal, nach 30 Minuten waren die Schnecken fertig und sahen schon mal gut aus. Ich bestrich sie mit dem Guss und ließ sie bis zum nächsten Tag in Ruhe.
Sehr haushaltlicher Tag! Aber ich war ganz zufrieden, hatte alles Spaß gemacht. (Und das war am Morgen noch nicht zu erwarten gewesen – eher gedämpfte Stimmung, aus unterschiedlichen Gründen.) Wir schauten abends noch etwas Stargate und gingen bald ins Bett. Vorher hängte ich noch schnell die Wäsche von der Dachterrasse ab: alles trocken geworden. Das war mal richtig erfolgreich.