Katastrophal schlechte Nacht – ewig nicht schlafen können, abwechselnd heiß und kalt, schlimmes Kopfweh (ich stand irgendwann auf und nahm eine Tablette), und natürlich den Kopf voller stressiger Arbeitsgedanken. Ich bin SO froh, wenn der Monat geschafft ist.
Der Liebste war vor mir aufgestanden, hatte die Kater versorgt und ein Müsli gemacht, das er sich einpackte: Er musste früh los. Ich nicht ganz so sehr, deshalb erst einmal kleine Küchenrunde, Tee und Schreiben und Müsli am Esstisch. Draußen alles Grau in Grau, dichte Regenwolken. Für den Tag war ein Maximum von 14 Grad vorhergesagt. Das hatte immerhin den Vorteil, dass ich es ein bisschen einfacher fand, etwas zum Anziehen zu finden – Sandalen fielen schon mal aus. Dusche, bisschen Podcast, um Viertel vor neun aus dem Haus mit Jeans, Sneakern, schwarzem Strickjäckchen und Halstuch. Ohne Windjacke, obwohl die auch kein Fehler gewesen wäre: Es war schon echt kühl.
Zweiter Kairotag, und gleich um neun erwarteten mich die ersten Nachrichten erst des einen, dann des anderen Kollegen. Grundsätzlich ging alles okay, aber man musste viel Feinarbeit in der Abstimmung machen und Kleinigkeiten entscheiden und so. Außerdem eine Stunde Unterricht am Morgen, und dann spielte ich ein bisschen Feuerwehr (eine Person ersetzen, die Ersatzperson mit Informationen versorgen…). Etwas lustig, als ich eine Kollegin als Ersatz für den Nachmittag anfragte, sie das auch spontan übernahm, wir dann aber feststellten, dass sie bei weitem nicht auf dem Stand war, den ich erwartet hatte. (Was mir technisch falsch angezeigt worden war – es ist kompliziert.) Nun ja. Wir fanden am Ende zusammen und es passte alles, war halt nur wieder jonglieren.
Mittagspause mit restlichem Ofengemüse mit Korianderjoghurt (immer noch SO gut). Ich war so müde, dass ich auf der Sitzbank nach dem Essen beinah einschlief. Nicht sicher, ob es gut war, dass es keine Option für einen Mittagsschlaf gab, oder eher schade. Wahrscheinlich wäre ich, wenn es die Gelegenheit gegeben hätte, tief eingeschlafen und den Rest des Nachmittags komplett vermatscht gewesen.
Nun ja. Am Nachmittag war meine Kollegin da, die ich gerade in den Bereich einarbeite, den sie für mich übernehmen wird, während ich in Indien bin. Es hat sich da technisch einiges geändert, deshalb war das wichtig und lief auch gut, nur für mich ein bisschen anstrengend, weil sie im Schnitt alle sieben Minuten eine Frage hatte. Keine doofen Fragen, es passte schon und ergab sich aus dem Arbeitsablauf, aber ich konnte nebenher halt wenig anderes machen. Aber etwas Orgakram und Korrekturen bekam ich noch hin.
Um halb sechs waren die Tagesaktivitäten abgeschlossen, ich verabschiedete die Kolleg:innen an allen Wirkstätten und hatte dann noch den Abendkurs bis halb acht. Davor hatte mir ein wenig gegraut, denn wenn ich so müde bin, finde ich die Abendkurse oft sehr anstrengend, und man merkt es auch an meiner Performance. Aber wider Erwarten lief der Kurs wirklich okay. Alle da, Programm klappte so einigermaßen, es konnten einige Fragen geklärt werden (inklusive eines wirklich dämlichen Fehlers von mir – ich hatte einer Person die falschen Zugangsdaten für die Lernplattform geschickt, ich Honk) und am Ende war es ziemlich rund.
Um kurz vor acht daheim (trocken, sämtlichen Regenschauern ausgewichen). Dort fand gerade die Jahreshauptversammlung des Sportvereins des Liebsten statt. Und ich muss das jetzt etwas präzisieren: Es ist genauer gesagt nicht der Sportverein selbst, sondern der kleine Unterstützerverein („Freundeskreis“), wie es ja viele Sportvereine haben. Also eine *sehr* überschaubare Anzahl (die Mitgliederzahl bewegt sich im niedrigen zweistelligen Bereich), und deshalb fanden die Mitglieder, die da waren, auch problemlos in unserem Wohnzimmer Platz.
Inklusive mir: Ich habe nämlich vor ein paar Wochen entschlossen, dem Verein auch beizutreten (bin ja sowieso mehr oder weniger involviert), und weil die Schriftführerin nicht mehr weitermachen will, übernehme ich ihren Posten. Kurze Wahl, von mir angenommen, mit den Geschäftsberichten waren sie schon durch, kurzes Protokoll (es ist wirklich ein sehr kleiner Verein), dann waren wir fertig und es gab für jeden, der wollte, eine Flasche Bier und dann Bestellpizza als Abendessen. (Wie immer mit Bestellpizza: Mja. Besser als das letzte Mal und immerhin vegan, aber insgesamt denke ich, mehr als einmal pro Jahr muss ich das wirklich nicht haben.)
Restlicher Abend mit ein bisschen Blaulichtquatsch und Katzenbegleitung (Magi war während der JHV auf dem Sofa gelegen, und der Nasenkater war auch GANZ TAPFER am Ende reingekommen und hatte sich sogar streicheln lassen, das mutige Tier). Ins Bett um kurz vor zehn, ohne Buch (bisschen Schlaf aufholen) und mit nur gekippten Fenstern (einfach arschkalt draußen). Im erhabenen Gefühl, etwas zur Vereinskultur der Stadt beigetragen zu haben. Im weitesten Sinn.