Lesen und Essen, Freitag 24.7.2026

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Relativ oft aufgewacht (unter anderem wieder zu warm, zu kalt, nerv, und dass der rechte Arm wegen der Impfung weh tat, half auch nicht), endgültig wach war ich dann um zwanzig vor acht. Fühlte mich aber gar nicht richtig ausgeschlafen und begann schon wieder darüber nachzudenken, ob ich vielleicht mal meinen Wecker stellen sollte trotz Urlaub, damit ich morgens nicht so lang („lang“) herumliege und matschig bin. Nun ja.
Dachterrassengießen war nicht nötig, und Katzenmaintenance und Küchenrunde hatte der Liebste schon übernommen, auf mich wartete eine Tasse Tee, als ich runterkam. Kurzer Blick in die Zeitung, dann ein bisschen Schreiben und Brot mit Frischkäse und Marmelade zum Frühstück. Außerdem gratulierte ich einem Kollegen zum Geburtstag (eben den mit dem Whiskey) und lud mir dann eine neue Meditations-App aufs Handy: Insight Timer, war mir von LeChat empfohlen worden. Auf den ersten Blick fremdle ich allerdings noch damit. Schon allein, dass es wahnsinnig viele Videos gibt (brauche ich nicht) und tausend Features und „Challenges“ (WTF) und Zeugs. „Lass uns dir jetzt Erinnerungen senden, damit du deinen Meditations-Streak nicht unterbrichst!“ Liebe Güte. Ich machte erst einmal alle möglichen Benachrichtigungen aus. An die alte App kommt sie nicht ran, das sehe ich jetzt schon. Aber vielleicht ist sie trotzdem nutzbar.

Ruhiger Vormittag mit langem Internetleerlesen und bisschen Herumdaddeln (unter anderem bestellte ich mir einen Hoodie vom Sportverein des Liebsten, und zwar in der größten Kindergröße, weil die das schönste Design haben – hoffentlich passt es), ausführlicher Körperpflege, bisschen Gekrame. Außerdem kurzer Austausch mit dem Chef, nachdem mir klar geworden war, dass die Herbstpläne für Indien vielleicht doch nicht so einfach zu machen sind – 14 Tage vorher habe ich nämlich meine Fuß-OP. Zwar sagte der Chirurg „zwei Wochen Heilungszeit“ und „bei Indien Mitte Oktober sehe ich kein Problem“, aber jetzt ist es halt Anfang Oktober, und damit müssen die zwei Wochen halt exakt passen. Und durch irgendwelche Flughäfen rennen werde ich sicher auch nicht. Der Chef sah das alles entspannt, schrieb zurück „das riskieren wir“ und „Reiserücktrittsversicherung“, und nun gut. Mal sehen, wie das wird. (…ein neues Thema, über das man sich vorher Sorgen machen kann, ist doch supi.)

Mittags die zweite Portion Soljanka, eine Kanne Bancha und einmal Pflichtprogramm: Wir gingen zum Supermarkt nebenan. („Nur schnell Wasser holen“, zack Einkaufswagen voll und dreistelliger Betrag.)
Daheim räumte ich die Sachen weg, und dann zog ich mich für den restlichen Nachmittag aufs Schattendeck zurück und startete dort ein neues Buch (das vor ein paar Tagen angefangene Buch zog mich nicht so richtig). Und zwar den dritten Teil von Mathijs Deens Nordsee-Krimis (Der Retter). Wenn man schon nicht in den Urlaub fährt.
Auf dem Schattendeck blieb ich den restlichen Nachmittag. Die Kater leisteten mir Gesellschaft, der Liebste kam irgendwann auch und brachte einen Aperitif (mit alkoholfreiem Sekt und Select, was allerdings keine sehr gute Kombination war – vermutlich kommt der Select nicht so gut gegen die Säure des alkoholfreien Sekts an) und später einen zweiten mit Lav’a Belle (die Kombination funktionierte deutlich besser). Perfektes Wetter, ungefähr 27 Grad, nicht zu heiß, alles super. Nur der leichte Modergeruch von den Zierpflaumen, die vom Baum gefallen waren und jetzt doof in der Hecke und auf dem Kohleweg vor sich hinfaulten, war leicht beeinträchtigend. Unnötiger Baum. (Blüht allerdings sehr schön.)

Gegen sechs gingen wir wieder ins Haus. Katerversorgung, bisschen Sachen zusammenräumen und so, der Liebste spielte mit Claude Code und ich schaute ihm dabei zu, und um sieben nahmen wir die Fahrräder und fuhren an den östlichen Stadtrand, wo ich für unsere Datumsnacht in einem indischen Restaurant einen Tisch auf halb acht reserviert hatte. Wir waren dort schon ewig nicht mehr gewesen und überhaupt erst einmal, aber ohne Fahrrad ist es zu weit draußen, und das Fahrrad des Liebsten war ja lang kaputt gewesen (und auch als es ganz gewesen war, hatten wir es einfach vergessen).
Das Reservieren hätten wir uns sparen können, denn wir waren die einzigen Gäste, als wir ankamen (später kamen noch ein paar mehr, aber es war sehr leer). Merkwürdig eigentlich, denn es ist ein wirklich gutes Restaurant, in dem man prima (nord-)indisch essen kann. Einziges Manko war der Allergiehinweis „Milchprodukte“ in der Linsensuppe. Die nahmen wir also nicht, es gab reichlich andere vegane Sachen. Als Vorspeise einmal Vegi Pakora, einmal Samosa, als Hauptgang Aloo Palak für den Liebsten und Mushroom Tandoori für mich, und das war alles sehr gut (wenn auch in meinem Fall vielleicht ein bisschen zu überwürzt, aber das geht mir bei Tandoori-Gerichten oft so.

Nach schon einer Stunde waren wir fertig und sehr satt. So richtig Lust hatten wir nicht mehr, noch lang dort sitzen zu bleiben, zumal das Essen sehr gut, die Getränkeauswahl aber recht Mainstream war (sie hatten aber ein alkoholfreies Paulaner Hefe, was man gut trinken kann). Wir radelten also zurück in die Innenstadt, erst mit dem Gedanken an ein Getränk irgendwo, aber dann hatten wir auf Stadt irgendwie auch keine Lust, deshalb fuhren wir heim. Weil Getränkeauswahl: Das können wir auch.
Deshalb Absacker daheim auf dem Balkon, für jeden einen Fingerbreit Nägelesbirne und damit in den Garten gucken, den Batmännle zuschauen und bisschen reden. Und um halb zehn mit Krimi ins Bett. Schöner siebter Urlaubstag.