Nun also Meilenstein Nummer 2, nämlich das externe Audit. Ohne zu viel ins Detail zu gehen, aber es hat mit QM und Finanzierungsquellen und rechtlichen Vorschriften und Gedöns zu tun, und eigentlich wäre es genug, um recht aufgeregt zu sein im Vorfeld (es hatte mich auch einiges an Zeit gekostet), aber das nächste Indien-Projekt war so dominant in meinem Kopf und zog so viel an Stress auf sich, dass ich gar keine Energie übrig hatte, wegen des Audits nervös zu sein. Zumal es im Vorfeld sowieso schon einige Schwierigkeiten und Unklarheiten gegeben hatte und ich überhaupt nicht davon überzeugt war, dass wir überhaupt gut durchkommen würden. Ich hatte also schon die Einstellung „dann ist das halt so“.
Ein langer Tag war es auf jeden Fall. Um Viertel nach sechs aufgestanden (nach einigermaßen guter Nacht), der Liebste schaute nach den Katern, ich kochte Tee und ging dann gleich duschen. Um zwanzig nach sieben gingen wir beide aus dem Haus. Kurzer Stopp beim Viertel-Lieblingsbäcker, wo wir nicht nur Frühstück für uns mitnahmen, sondern ich spontan auch noch Laugenkringel und einen halben Nusszopf für das Meeting.
Im Büro angekommen dann Unmengen an Essen: Nicht nur hatte der Chef die gleiche Idee gehabt wie ich und Butterbrezeln fürs Meeting mitgebracht, eine Kollegin, die in einem Food Sharing-Projekt mitmacht, hatte auch noch reichlich übrige süße Stückle dabei. UND dann kam auch noch unser Azubi mit der frohen Nachricht, dass er die schriftliche Prüfung bestanden hat, und brachte noch Süßkram zum Feiern. Leichter Overkill. (Bei uns kommt aber am Ende immer alles weg.)
Dann also Audit von acht bis halb fünf, von einer Minimittagspause unterbrochen (wir hatten auch noch Gesamtteammeeting, ich schaffte es aber wenigstens, meinen Kartoffelsalat zu essen). Logischerweise keine Interna hier, aber ich kann sagen, dass wir insgesamt besser durchkamen als erhofft. Was auch an der Auditorin lag, die uns gut durch den Prozess führte und überhaupt wirklich nett und zugänglich war. Wir sind zwar ein bisschen erfolgsverwöhnt (…okay, ich), deshalb hätte ich mir auch ein Ergebnis mit weniger Nacharbeit vorstellen können, aber es war schon in Ordnung. Und völlig angemessen. Wir müssen halt noch ein paar Prozesse nachkalibrieren, und den ersten Teil davon übernimmt meine Kollegin, weil das passiert, während ich in Indien bin.
Nach dem Audit machten die Chefs erst einmal eine Flasche Sekt auf. Fand ich fast ein bisschen verfrüht, aber egal, es war einfach so ein „Termin ist vorbei!“-Gefühl. Dem konnte ich mich natürlich anschließen, also auch ein Glas Sekt für mich, auch wenn ich ja noch arbeiten musste. Egal. Bisschen Orgakram und letzte Kopien und so, ein bisschen Zeugs zu essen (…es war ja genug da), und um zehn vor sechs dann noch Abendkurs.
Dieser lief erstaunlich gut, in Anbetracht der Tatsache, dass ich schon so einen vollen Tag gehabt hatte und mein Kopf eigentlich leer war. War aber in Ordnung, klappte alles und machte auch wirklich Spaß. Das war ein ziemlich guter Abschluss für den Arbeitstag.
Um zehn vor acht war ich daheim, leicht aufgeheizt. Morgens war ich in Sandalen, Rock, Shirt und Strickjäckchen losgegangen. Das hatte tagsüber auch ganz okay gepasst, war an den Beinen teilweise fast etwas kühl (wir waren ja den ganzen Tag im Haus). Als ich heimging, merkte ich erst, wie warm es den Tag über geworden war – um acht noch knapp 30 Grad. Seufz.
Nun ja. Der Liebste erwartete mich daheim mit einer Pastasauce (Mangold – er hatte sich überreden lassen –, frische Tomaten, Pilze, Zucchini), zu der er frische Nudeln kochte, als ich kam. Damit aufs Sofa, ich war wenig überraschend ziemlich platt vom Tag. Eine Bergwacht-Folge (die zweite Staffel haben wir damit das zweite Mal durchgeschaut, menno), zweimal durchs Sternentor, und um zehn (Bude wieder auf „nur“ 23 Grad abgekühlt, harhar) ins Bett gekrochen.
Arbeitsmonat Juni: Two down, one to go.