Ganz gut geschlafen bis zwanzig vor zwölf, als (schon wieder) ein Hubschrauber extrem laut über unserem Viertel kreiste. Nerv. (Heute früh dann in der Zeitung: Die Polizei hat einen 6-jährigen gesucht, der am Mittwochnachmittag daheim verschwunden und allein nach Stuttgart gefahren war. Na gut. Ist ein akzeptabler Grund für einen Hubschraubereinsatz. Er ist mittlerweile wieder daheim.)
Immerhin konnte ich mit Ohrstöpseln relativ bald wieder einschlafen. Beim Weckerlicht trotzdem ziemlich erschlagen, dazu leichtes Kopfweh, mäh. Draußen ein strahlendblauer Sommertag, es versprach warm zu werden. (Beide Kater auch nach Katzenmaintenance sofort wieder raus, der Nasenkater ohne irgendetwas zu fressen – er hatte vermutlich nachts das Trockenfutter leer gemacht.) Mein Plan für den Tag war, dringend Minusstunden zu machen, allerdings gab es noch SO VIEL zu tun, na ja. Ich war froh, dass ich den Tag über daheim arbeiten konnte.
Um acht deshalb erster Blick in den Laptop und eine halbe Stunde Arbeit, ein paar Sachen angeleiert, ein paar Nachrichten beantwortet. Dann aber Müsli zum Frühstück, schreiben, bisschen herumlesen, duschen und so richtig am Schreibtisch erst um kurz nach zehn.
Wie erwartet wurde es ein sehr voller Tag, einfach weil ich den Audit-Mittwoch nacharbeiten musste. Bisschen Unterricht vorbereitet, ein dreiviertelstündiges Meeting, aber ansonsten war ich mit Orgakrams und Mails und Zeugs beschäftigt. Draußen wurde es währenddessen erst warm, dann heiß, aber durch frühes Lüften, dann Fenster zu und Verdunklung war es im Haus ganz okay. Außerdem war mein Kreislauf sowieso eher im Keller, mir war zwischendurch sogar eher kalt. Obwohl ich mir um kurz nach elf ein Schokobrot als zweites Frühstück machte.
Unter anderem deshalb auch ausführliche Mittagspause um halb zwei mit dem Liebsten (frische Penne mit restlicher Pastasauce, etwas Zitronenjoghurt). Nach dem Essen legte ich mich eine halbe Stunde aufs Sofa, konnte zwar nicht schlafen, aber ein bisschen ausruhen half auch schon.
Neben der normalen Arbeit noch jede Menge Orga für die Indienreise: Ich füllte die e-Arrival Card aus, druckte den Barcode für den Flughafen aus (braucht man vor allem für die Abreise), speicherte Dokumente in der Cloud, bekam vom indischen Kollegen die letzten Updates (das ein bisschen nervig, weil ich mit so last-minute-Änderungen ja nicht so gut kann), lud ein paar Podcasts herunter. Tausend Sachen zu machen, dazu die Inbox leerarbeiten: Es wurde halb sieben, bis ich den Arbeitstag abschloss. Und dann waren immer noch Sachen übrig. Aber das ist egal: Erstens noch ein kompletter Arbeitstag bis Flug, zweitens (so sagte ich mir immer wieder vor) kann ich in Indien ja auch die eine oder andere Mail schreiben.
Jetzt erst einmal Feierabend. Gemeinsames Kochen mit dem Liebsten: Wir gingen einmal durchs Gemüsefach und machten aus allem, was wir so fanden (Blumenkohl, Karotten, Sellerie, Mangold, Petersilie, Koriander), ergänzt mit Kichererbsen, einem Glas Tomaten und einer Dose Kokosmilch ein Thai Curry. Den Reis ließen wir weg: Obwohl ich den ganzen Tag das Gefühl hatte, ich müsste dringend essen, hatte ich abends keinen großen Appetit mehr. Da wir zum Curry auch noch eine Schüssel Salat machten, war es aber trotzdem genug zu essen.
Der restliche Abend: erst einmal Geld holen, dann packen. Ich hatte eigentlich gedacht, dass mich das nur eine halbe Stunde kosten würde, aber da ich erst um halb neun anfing und dann doch noch tausend Sachen zusammenzusuchen und zu überlegen und zu entscheiden waren (welche Powerbank? Welches Ladekabel? Welches Buch zum Lesen?), wurde es kurz nach zehn, bis wir schließlich die Kater reinholten und ins Bett gingen.
Von Schlafen konnte da allerdings noch keine Rede sein: Im Schlafzimmer über 24 Grad, und von draußen kam warme Luft herein, wenn man das Fenster aufmachte. Wir kippten erst einmal fünf Kannen Wasser auf die heißen Dachterrassenplatten, und dann legte ich mich im dunklen Schlafzimmer auf die Decke und las noch bis elf, bis es einigermaßen besser (und ich müde) wurde. Hatte einen großen Vorteil: Damit bekam ich mein aktuelles Buch fertig (den 13. Jennerwein-Alpenkrimi). Ich habe das als e-book auf dem Tablet und war im letzten Kapitel, und da ich das Tablet nicht mitnehmen werde, hätte es mich reichlich genervt, das so kurz vor dem Ende für eine Woche unterbrechen zu müssen. So passt das hervorragend zu meinem „abgehakt, erledigt“-Bedürfnis. Und im Flugzeug kann ich dann etwas Neues anfangen.