Ein Tag mit dem absoluten Maximum an Prüflingen, dementsprechend waren alle Beteiligten vorher ziemlich nervös gewesen. Es war halt auch eine echte logistische Herausforderung: Morgens eine Riesengruppe (…da hätten wir einen größeren Rechnerausfall wie am Montag nicht kompensieren können), nachmittags dann zwei Gruppen parallel. Da mussten wir die Räumlichkeiten (auf zwei Stockwerken), die Aufsichten, die Laufwege… alles gut durchdenken. Und hoffen, dass das Stromnetz nicht in die Knie ging oder es sonstige Ausfälle gab.
Angesichts dieser Umstände schlief ich wenig überraschend nicht so toll – was aber auch an der viel zu warmen Decke im Hotelzimmer lag (trotz Klimaanlage) und an den nur semi funktionierenden Loops: Ich schwitzte halt nachts wie blöd, leider auch in den Ohrmuscheln, und damit saugten sich die Loops irgendwann nicht mehr fest und dichteten halt überhaupt nichts mehr ab. Nervig.
Nichtsdestotrotz morgendliche Routine, ich ging auch nicht früher ins Institut als sonst. Wie sich herausstellte, war das die richtige Entscheidung: Es gab nämlich kaum mehr zu tun als an den anderen Tagen (nur ein bisschen mehr, weil mehr Rechner zu starten und mehr Leute zu koordinieren waren), und die Zeit passte gut. Und dann ging auch sonst einfach alles glatt – superhappy. So sehr glatt, dass ich nachmittags neben der Fluraufsicht sogar noch ein Dokument für unser letztwöchiges QM-Audit korrekturlesen konnte. Auch der Strom lief. So eine Stunde vor Ende dann noch ein kleines technisches Problem, das ich nicht gelöst bekam, aber ich delegierte es an die Kollegin in Deutschland, die für mich übernahm (sie hatte ja noch ein paar Stunden mehr Arbeitszeit vor sich als ich) und es tatsächlich hinkriegte. (Stellte sich, wie wir am nächsten Morgen herausfanden, als ein von mir verursachter Fehler heraus – allerdings nur, weil es im Prozess vorher einen komplett unlogischen Schritt gegeben hatte. Oh well.)
Um sieben also wieder fertig und SEHR zufrieden. Auch meiner Erkältung ging es besser, ich fühlte mich mehr oder weniger wieder auf der Höhe, von laufender Nase mal abgesehen. Also gingen wir wieder ins Restaurant, wo ich mir ein Dal bestellte (wie alles dort sehr gut, und auch mit den Schärfegraden kam ich gut zurecht – reine Gewöhnung, es ist einfach alles sehr scharf, angefangen bei den Currys schon zum Frühstück, und irgendwann sind die Synapsen offensichtlich gegen das Capsaicin abgestumpft). Und, Entdeckung: Roti statt Chapati, und die waren wirklich, wirklich perfekt. Was für großartiges Fladenbrot, und echt noch einmal eine Ecke leckerer (weil schön fluffig und angeröstet). Gutes Essen.
Kurz nach acht im Hotel, dort lang mit dem Liebsten telefoniert, dem Chef per Threema Bericht erstattet (von mir aus hätte ich ihn gar nicht im Urlaub gestört, aber er meldete sich leicht besorgt jeden Tag und fragte nach, wie es so läuft – fand ich sehr nett, aber andererseits der arme Mensch), dann ausführlich Mastodon und den Guardian gelesen – mein Buch war ja fertig. Gegen zehn wurde ich müde und ging schlafen, aber nicht ohne zwei sehr gute Entscheidungen zu treffen: Ich wechselte von den teuren, nutzlosen Loops zu billigen, aber extrem wirkungsvollen Schaumstoff-Ohrstöpseln. Und ich holte meinen Seiden-Hüttenschlafsack aus dem Koffer und nahm diesen als quasi einzige Decke – die Hoteldecke legte ich mir nur ein bisschen über die Nierenregion. Das war super: Erstaunlich, wie leicht und gleichzeitig kühlend und wärmend dieser Schlafsack ist. Damit ging das Schlafen wirklich deutlich besser.