Und damit schon der letzte Arbeitstag in Kerala – nachdem mir die Woche noch am Sonntagabend als absolute Ewigkeit und nicht zu bezwingender Berg vorgekommen war, war sie jetzt doch recht zügig vergangen, auch deshalb, weil die Tage halt so gleichförmig abliefen. So mehr oder weniger auch der Freitag: Gleiche Uhrzeiten, gleicher Tagesablauf, gleiches Essen. Und wieder gleicher, runder Ablauf, es klappte alles wunderbar, komplett ohne irgendwelche Hakeligkeiten oder Probleme.
Einzige Besonderheit: Wir bekamen Besuch an dem Tag, ein unangekündigtes Kontrollaudit. Dass das gelegentlich passieren kann, wusste ich (wir hatten schon in Deutschland und in Ägypten solche Kontrollen gehabt), aber ich selbst war bis jetzt noch nicht kontrolliert worden. Und nun ausgerechnet in Kerala. Seufz.
Das große Glück aber: Die Inspektorin kam am letzten Tag. Das hieß, wir hatten bereits vier Tage gehabt, um alle Fehlerquellen beim Equipment zu beheben, vier Tage, in denen ich mich mit der Software vertraut machen konnte (die war nämlich neu und eine andere als im Januar), und vier Tage, an denen alle anderen beteiligten Mitarbeitenden sich an die Abläufe und Routinen gewöhnt hatten und als eingespieltes Team arbeiteten. Damit hatten wir einfach einen perfekten Tag, an dem alles ineinandergriff. Ich machte freundlichen Small Talk, P schleppte Chai heran und brachte mittags Curry, die anderen Mitarbeitenden erledigten ihren Job (die Technik sowieso), und damit wurde es richtig gut. Auch sehr nette Inspektorin, so insgesamt, die von allem angetan war und sich dann gegen halb drei, als sie genug gesehen hatte und mit ihrem Bericht fertig war, wieder freundlich verabschiedete. Hihi.
Um sechs waren wir mit allem fertig, spektakulär früh (die Teilnehmerzahl war etwas geringer als an den anderen Tagen gewesen). Ich verabschiedete mich noch von den Kolleg:innen in Deutschland, und dann räumten wir alles zusammen und gingen in ziemlicher Feierlaune ins Restaurant. P hatte vorgeschlagen, dass wir zu ihm und seiner Frau nach Hause gingen, und eigentlich war das auch eine sehr nette Idee, aber – ich merkte die Erkältung wieder mehr (am Nachmittag war ich sehr heiser) und war nach der Woche auch einfach maximalst erschöpft. Deshalb lehnte ich ab, obwohl ich ein schlechtes Gewissen hatte.
Stattdessen also Restaurant mit Mushroom Masala und Chapati (Roti gab es noch nicht, wir waren *zu früh* dafür, harhar), und um kurz nach sieben war ich im Hotel. Dort bereitete ich mich auf die Heimreise vor (freute mich SO SEHR auf zu Hause): ich packte fast alles zusammen, checkte online bei der Lufthansa ein (beim Flug von Kochi nach Mumbai mit Indigo hatte ich schon mittags einchecken können), telefonierte dann noch ein letztes Mal mit dem Liebsten (und zweimal mit dem Zimmerservice, der mir ein vegetarisches Pastagericht aufdrängen wollte, keine Ahnung warum – stattdessen bekam ich dann um halb neun Nüsschen und Chips und Bonbons aufs Zimmer gebracht: netter, aber etwas merkwürdiger Service) und ging um zehn ins Bett. Schon wieder mit leichter Nervosität vor der Rückreise, aber auch mit einer großen Zufriedenheit, dass am Ende die Woche doch wirklich gut gelaufen war.