Ganz okay geschlafen (Dachterrassentür zu, Fenster offen) bis ungefähr halb acht. Das Aufstehen fiel mir trotzdem schwer – ich hatte zwar nicht direkt Kater-Kopfweh, aber war leicht kreislaufig und langsam und müde. Dass am Feiertag einige Stunden Arbeit warten würden, half auch nicht wirklich. (Aber immerhin ungestörte Arbeit, ohne Telefon oder Mails oder sonstiges. Dachte ich zumindest.)
Erst einmal Katzenmaintenance, beide Kater warteten im Haus und Magi nahm immerhin leidlich die Hälfe seiner Medikamentenpaste. (Tropfenzeug überließ ich wieder dem Liebsten.) Dann Futter, ein paar Happen gefressen und Rückzug aufs Sofa – es hatte krass abgekühlt in der Nacht und beide Kater hatten offensichtlich kein Interesse am Garten. War mir recht. Es war sowieso zwar noch trocken, sah aber sehr nach Regen aus. Ruhiger Morgen, ausführliche Küchenrunde, Tee, Schreiben.
Vom Liebsten war recht lang nichts zu hören, deshalb machte ich gegen neun mal eine Kanne Kaffee und begann uns ein Müsli zu machen, und vermutlich hatte der Kaffeegeruch ihn geweckt, auf jeden Fall stand er zehn Minuten später da, noch ziemlich verschlafen. Langsamer Vormittag. Frühstück, Blick in die Zeitung, dann gründliches Internet-Leerlesen, während ich so langsam wach wurde und das halbe Kopfweh sich verzog.
Gegen halb zwölf ging ich schließlich nach oben: Ich hatte einfach eine Tonne Sachen abzuarbeiten, die wegen der Weiterbildung liegengeblieben waren – meine normalen Projekte laufen ja alle weiter und wollen Aufmerksamkeit. Erst einmal ein bisschen Austausch mit einem unserer Partner (…bei ihm gibt es keinen Feiertag), und ich sag mal, andere Länder andere Sitten und so, schon klar, aber wenn man vereinbart „endgültige Deadline 3.6., bitte am 4.6. dann die kompletten Zahlen übermitteln“, dann finde ich die Antwort „es sind jetzt 138, aber da könnten noch 10 oder 12 dazukommen“ halt eher suboptimal. Wir müssen mal vielleicht über die Wörter „endgültig“ und „komplett“ nochmal genauer sprechen.
Um halb zwei hatte ich einen ersten Schwung Sachen durch, unter anderem Texte korrigiert, Unterricht vorbereitet (mit viel Liebe zum Detail, denn wenn ich das schon am Feiertag mache, dann kann ich auch ein bisschen Arbeitsblatt-Design betreiben) und Zeug gesichtet und sortiert. Mit so langsam knurrenden Magen, also Mittagspause mit dem Liebsten und restlichem Kartoffelbrei und Pilzragout. (Dass wir Honks vergessen hatten, den Topf abends auf den Balkon zu stellen und die kühlen Nachttemperaturen zu nutzen, nervte mich leicht – morgens hatte ich dann wenigstens dran gedacht – aber es schien alles okay zu sein.) Sehr große Portion, deshalb auch kein Nachtisch. Nur noch mehr Kaffee und endlich eine schnelle Dusche.
Und dann, so ungefähr ab drei, weiter im Text, ich hatte noch zwei große Themen zu beackern. Neben den letzten Resten für den kommenden Unterricht gab es den großen Batzen Qualitätsmanagement – das Audit naht – und dann musste die kommende Runde im Kairo-Projekt vorbereitet werden. Da wurde ich allerdings ein wenig ausgebremst, denn ich war gerade dabei, die nächsten Schritte zu unternehmen, da erreichte mich eine Mail der Kollegin vor Ort (von wegen „am Feiertag arbeitet niemand“, naja), und der Inhalt klang vertraut: „Die Zahlen haben wir hochgeladen, aber sie sind noch nicht so ganz komplett, wir würden gern bis Sonntag… oder vielleicht Montag… nachliefern, wäre das okay?“ Harhar. In diesem Fall weniger problematisch als im anderen, auch wenn es mich leicht stresst, dass die Leute bis zur letzten Minute der absolut ABSOLUT endgültigen Deadline warten wollen und uns damit überhaupt keinen Puffer mehr lassen, aber nun ja. Andere Länder… wie gesagt.
Also hier etwas umdisponiert, einen Punkt nicht gemacht, einen anderen dafür vorgezogen, und mich dann dem QM gewidmet. Sorgfältiges Sichten von Dokumenten, ein bisschen erneuert, ein paar Richtlinien komplett neu geschrieben – am Ende hatte ich alles abgearbeitet, was zu tun war, aber es dauerte dann doch bis kurz nach sieben. Aber damit können wir jetzt weiterarbeiten.
Der Liebste hatte den Tag in seinem Arbeitszimmer (Vereinsbuchhaltung) und in der Garage (Basteleien) verbracht – es war grautrüb und kalt und regnete zwischendrin immer wieder, also kein Interesse an Draußenaktivitäten. Als ich den Laptop zuklappte und nach unten kam, hatte er die Kater schon versorgt und das Essen war fertig: ein großer Topf Soljanka auf dem Herd.
Damit also Feierabend. Sehr gutes Essen (auch sehr passend zum kalten Wetter). Vorher noch den allerletzten Rest Kartoffelbrei und als Nachtisch ein Vanilleskyr.
Sofazeit mit beiden Katern (…von mir aus darf es immer kühl und regnerisch bleiben!) und ein paar ikonischen Folgen SG1, die zweite Staffel ist einfach großartig. Um zehn ins Bett: Den eigentlich geplanten Brückentag habe ich mir wieder rausgenommen, also ein dicht gefüllter Arbeitstag vor mir. Bleibt so bis Monatsende.