An jedem Monatsfünften fragt Frau Brüllen „Was machst du eigentlich den ganzen Tag?“ und sammelt die Antworten in ihrem Blog. Bei mir: ein arbeitsintensiver Nicht-Brückentag. (Und ich wollte eben „5.5.“ in den Titel schreiben – dass bereits Juni ist, ist bei mir noch nicht so richtig angekommen. Wo ist der Frühling hin?)
Ziemlich gut geschlafen, so insgesamt (nicht „durchgeschlafen“, aber davon rede ich ja schon gar nicht mehr), abgesehen von ärgerlich meckerndem Katermiauen um halb sechs. Er akzeptierte aber recht schnell, dass ich ihn nicht auf die Dachterrasse lassen würde, und verschwand nach unten. Noch etwas Halbschlaf bis halb sieben, dann stand ich auf. Die Dachterrassen-Hochbeete brauchten keine Pflege (kühl draußen – perfekte Nachtschlaf-Temperatur – und alles noch feucht, auch wenn es nicht geregnet hatte, blauer Himmel) und da der Liebste eine Viertelstunde vor mir aufgestanden war, waren auch die Kater bereits versorgt (Magi pennte auf dem Sofa) und der Tee quasi gemacht. Sehr angenehm.
Tee, kurzer Blick in die Zeitung, kurzer Blick ins Internet, kleine Küchenrunde, dann ausführlich ins Bad. Um kurz nach acht packte ich meine Sachen und motivierte den Liebsten (der brückentagsfrei hatte), mit mir und seinem kaputten Fahrrad loszugehen: Erst wir beide gemeinsam zum Viertel-Lieblingsbäcker, Frühstück holen, dann er in den Bastelverein zur Fahrradreparatur (es mussten neue Felgen aufgezogen werden) und ich weiter ins Büro. Klappte auch so halb, nur verzögerte sich alles irgendwie, keine Ahnung warum, und am Ende musste ich schnell die Brötchen (und ein Toastbrot, das ich den restlichen Tag spazieren trug) in meinen Rucksack stopfen und ins Büro hektiken. Um Viertel vor neun war ich da.
Sehr voller Arbeitstag: Geplantes Meeting mit dem Kairokollegen, eine Stunde Unterricht, spontanes Meeting mit der Chefin, flupp, Vormittag vorbei. Wenigstens hielt sich meine Inbox in Grenzen. Dass allerdings der Krümellaptop, den ich daheim ausgestöpselt und mitgenommen hatte, beim Booten „Hilfe aua Alarm nur noch 4% Akku“ fiepste, beschleunigte den Vormittag nicht gerade und irritierte mich doch ziemlich. Der Laptop ist daheim eigentlich über die Workstation immer am Strom und ich war davon ausgegangen, ihn am Vortag runtergefahren zu haben. Hm. Da ich den Laptop bald als Arbeitsbasis brauche, wenn ich nach Indien fliege, wäre es mir schon ganz recht, dass er einigermaßen zuverlässig läuft. (Außerdem: Was ist das bloß für ein blödes Design, dass das Gehäuse aus so einem seltsamen Material ist, das sich nicht abstauben lässt. Der Laptop sieht innen aus, als hätte ich ihn in Staub gewälzt.)
Sehr kurze Mittagspause mit der restlichen Soljanka (es wäre eine okay lange Mittagspause gewesen, wenn ich meinen Kalender richtig hätte lesen können und kapiert hätte, dass das nächste Meeting schon um 13 Uhr drinsteht und und nicht um halb zwei), dann eben nächstes Meeting, noch eine Stunde Unterricht, letzte geplante Absprachen mit dem Kollegen, bevor der sich ins Wochenende verabschiedete, und dann war es Viertel vor fünf und ich konnte endlich in Ruhe ein paar wichtige Mails beantworten und dringenden Orgakram erledigen. Und schließlich – da waren bis auf unsere Social Media-Frau wirklich alle anderen Kolleg:innen schon im Feierabend – ab sechs noch Unterricht vorbereiten. Da war ich dann zwar schon sehr, sehr durch, so konzentrationsmäßig, aber ich wollte gern für den Montag einigermaßen fertig sein und am Wochenende wirklich Wochenende haben.
Der Liebste hatte sich irgendwann auf dem Handy gemeldet und stand um Viertel vor sieben vor der Bürotür, um mich abzuholen. Also trotz ausgefallenen Yogakurses einigermaßen im Rhythmus zu unserer Freitags-Datumsnacht. Und die begingen wir dann auch ganz klassisch mit Essen beim Lieblingsitaliener, mit Spaghetti Pomodoro und Penne Arrabbiata und einer geteilten Flasche Weißwein aus der Langhe. (Sehr gut! Und ich hatte schon befürchtet, keinen Weißwein mehr zu vertragen.) Kein Prosecco vorneweg, aber zum Espresso ein vom Wirt spendierter Grappa als Abschluss. Dazu sehr gute Gespräche, wir waren beide ziemlich entspannt und es war einfach schön. Und, Premiere: Wir saßen oben auf der Terrasse, also draußen, und schauten auf den Fluss. Das kurze Zeitfenster, wo es nicht zu kalt und nicht zu heiß und nicht knallevoll ist und man nicht von Mücken belästigt wird. Der Sweet Spot sozusagen. (…ein bisschen frisch war es am Ende schon. Aber egal.)
Um halb neun waren wir daheim und gingen noch schnell zum Supermarkt nebenan, Quatsch kaufen. Dann schauten wir nach Magi, lotsten beide Kater ins Haus und verbrachten den restlichen Abend auf dem Sofa. Eigentlich hatten wir gepflegte Sci-Fi geplant, aber dann sahen wir, dass gerade das Frauen-WM-Qualifikationsspiel Deutschland-Norwegen lief und wir rechtzeitig zur zweiten Halbzeit waren. Also schauten wir den restlichen Abend noch ein bisschen Fußball und anschließend noch eine Doku über Kriminalität in Mexiko kurz vor der WM dort, das brachen wir aber zugunsten Bettgehzeit um elf ab – war eh kein Stimmungsknaller.
Die Männer-WM dieses Jahr werden wir im TV wohl eher ausfallen lassen – nicht direkt als „Boykott!!“, aber der Männer-Fußball ist einfach kaputt, aus so vielen Gründen, und macht überhaupt keinen Spaß mehr. Und dann kommen auch noch die größtenteils blöden Anstoßzeiten dazu. Umso besser, dass wir uns jetzt schon auf die Frauen-WM 2027 freuen können.