Recht schnell eingeschlafen, bis ich ein komisches Kitzeln und kurz darauf Sirren im linken Ohr spürte und reichlich genervt feststellte: Mit dem gekippten Fenster hat jetzt auch die Mückenzeit wieder angefangen. Seufz. Wir haben zum Glück noch Mückenspray da. Um Viertel vor fünf (…ich soll nicht beim Aufstehen auf die Uhr schauen) noch einmal aufgewacht und ein wenig liegengeblieben, während die Vögel mit Zwitschern anfingen, wieder eingeschlafen und um kurz vor acht (!) wieder wach geworden: Das hatte ich offensichtlich gebraucht. Fühlte mich dementsprechend auch einigermaßen ausgeschlafen, wenn auch nicht wahnsinnig energetisch. Der Liebste versorgte die Kater, ich machte Küchenrunde und Tee, und die Roboter saugten oben und unten (und der Liebste saugte mit dem neuen Handroboter die Treppen, was so früh am Morgen doch recht unangenehm laut ist. Okay, „früh“).
Einigermaßen entspannter Morgen. Müsli zum Frühstück, Tee, dann entdeckte der Liebste einen Fehler auf der neu gestalteten Vereins-Webseite und verschwand für die nächsten Stunden im Programmier-Kaninchenloch und ich überlegte mir, was ich mit dem Tag anfangen wollte. Draußen strahlend blauer Himmel und steigende Temperaturen, es war höchste Zeit für ein bisschen Draußenarbeit. Wir haben ja in unserem Reihenhäuschen fünf Draußen-Baustellen: Vorgarten, hinterer Garten, Terrasse, Balkon und Dachterrasse. Alle fünf müssen von Frühling bis Spätherbst ziemlich regelmäßig bearbeitet werden, wenn man nicht will, dass sie völlig zuwuchern und versiffen und unbenutzbar werden, und wir waren schon reichlich spät dran. Man schafft aber normalerweise (wenn man allein ist und meinen Fitnessstand hat) immer nur einen Bereich an einem Tag. Ich entschied mich zum Start für die Dachterrasse, einfach weil mich der traurige Zustand mit dem Unkraut zwischen den Platten und den toten Gemüsepflanzen vom letzten Jahr jeden Morgen stört, wenn ich die Fensterläden öffne.
Die nächsten Stunden also Dachterrassen-Gartenarbeit: Unkraut zwischen den Platten jäten, sämtliches altes Zeug aus den Töpfen und dem oberen Hochbeet entfernen, die Töpfe wieder so verteilen, dass sie das Optimum an Sonne abbekommen, einen Sack Erde verteilen und alles großzügig wässern (die Töpfe sind größtenteils leer, aber es gibt ein bisschen Schafgarbe und zwei Echinacea, die hoffentlich nochmal kommen – die Erde war schon ziemlich trocken). Eigentlich hätten wir dann noch zum Baumarkt gehen und ein paar Stecklinge holen können, Tomaten und so (ich denke nicht, dass noch ein richtiger Frost kommt), aber das vertagte ich auf irgendwann nächste Woche.
KRASS warmes Wetter. Anfangs noch mit Hoodie, sehr bald nur mit T-Shirt und barfuß unterwegs (und natürlich ordentlich eingecremt, das wäre sonst der erste Sonnenbrand des Jahres geworden), und ich war ziemlich bald nassgeschwitzt. War natürlich auch anstrengend, vor allem wegen der ständigen gebückten Haltung. Es wurden zwei große Eimer voller Abfall für den Kompost, und es sah am Ende wieder richtig schön aus. Ich war superstolz. Nur ein kleines bisschen genervt von einem neuen Werkzeug, das wir kürzlich gekauft haben, so eine Art kleine klappbare Gartenschere mit integriertem Messer im Griff (Schweizer-Taschenmesser-Style), die superpraktisch aussah und auch schnitt, aber leider so bescheuert konstruiert war, dass ich mich bei der ersten Benutzung gleich richtig ordentlich in die Handinnenfläche zwickte. Ich schaute etwas fassungslos auf die Blutblase, die sich dort bildete, verstand nicht genau, wie das passiert war, probierte die Schere wieder aus und zwickte mich gleich nochmal. TOLL. Danach hatte ich verstanden, dass man sie nicht wie eine richtige Schere greifen darf, sondern nur so halb am Rand – komplette Fehlkonstruktion – und ich konnte sie wenigstens benutzen. Oh well.
Mittlerweile war es zwei und der Liebste machte uns eine schnelle Suppe mit Suppenmaultaschen zu Mittag. Dann ausführliches Duschen und für ein paar Stunden mit Buch auf den Lesesessel (inklusive einem halbstündigen Powernap – das Arbeiten in der Sonne ist irgendwie nochmal extra anstrengend).
Um fünf gemeinsamer Wocheneinkauf beim Alnatura, wir brauchten nicht viel (der Liebste ist Anfang der Woche ein paar Tage geschäftlich weg). Kurz wegen Putzen überlegt, dann auf den nächsten Tag verschoben (das Sonntags-Ich würde nicht amused sein, konnte sich aber nicht wehren), stattdessen Zeugs weggeräumt und ein bisschen in der Bude herumgekramt. Und weiter gelesen.
Um sieben ein alkoholfreier Crodino Spritz und gemeinsames Kochen, ein Rezept aus dem März-Heft VF&L: So eine Art Palak Paneer, also indischer Frischkäse mit Spinat, nur halt mit Naturtofu statt Frischkäse. Und noch ein paar Pilzen dazu, weil alles mit Pilzen besser wird. Dazu wird der Spinat mit Ingwer, Zwiebeln, Tomatenmark und Gewürzen in Öl angeschmort, dann mit etwas Cashewmus im Mixer püriert (es soll so eine Art Spinatcreme werden), und währenddessen wird der Tofu mit Gewürzen (und in unserem Fall ein paar Pilzen und Tamari) angebraten. Leichte Aufregung, als der Liebste meine Ansage „alles in den Mixer zum Pürieren“ als wirklich „alles“ verstand (obwohl wir über das Rezept vorher gesprochen hatten und er eigentlich auch das Foto im Heft sehen konnte, naja) und er neben dem Spinat auch die Tofuwürfel und Pilze in den Mixer kippte. Ich fummelte sie aber wieder raus, denn das komplette Essen zu pürieren wäre eher etwas doof gewesen. Gutes Essen (nur ist es mit gehacktem statt püriertem Spinat vermutlich etwas besser – die Konsistenz war mir ein bisschen zu sehr „Brei“), dazu etwas Fladenbrot.
Restlicher Abend Blaulichtquatsch, nachdem wir uns beide darauf verständigt hatten, dass wir die ersten beiden Folgen von StartUp eher langweilig gefunden hatten und das wohl vermutlich nicht zu Ende schauen werden. Schon möglich, dass das ein Fehler ist und es ab jetzt SUPERTOLL und SPANNEND wird, aber ich bezweifle es (wäre dann auch egal).
Ins Bett um zehn, ziemlich platt vom Tag.