Unruhige Nacht, irgendwann aufgewacht, saudoofen Hustenreiz bekommen und dann einfach ewig nicht mehr einschlafen können und dem eigenen Hirn dabei zugesehen, wie es sämtliche Tasks und Deadlines der nächsten drei Monate in Angstlöcher umbaute. Super. Dann doch noch ein paar Stunden geschlafen und um sieben von selbst aufgewacht, zu Vogelzwitschern und Glockenläuten.
Nicht so wahnsinnig viel Zeit am Morgen: Der Liebste ist für die nächsten Tage beruflich in Berlin, wir mussten also recht bald los. Katzenmaintenance, Küchenrunde, dann hatten wir noch Zeit für ein schönes englisches Frühstück und eine ausführliche Dusche, und um neun fuhr ich ihn zum Stuttgarter Flughafen. (Erstes Angstloch von heute Nacht, was sich im Tageslicht natürlich völlig bescheuert anfühlte: Es ist wirklich keine Herausforderung, am Sonntagmorgen zum Flughafen zu fahren, die Bundesstraße war komplett leer und wir waren in 25 Minuten da.)
Ein bisschen durch den Flughafen mäandert (meine Interessensquote an Flughäfen ist ja für dieses Jahr mehr als übererfüllt, naja), dann ging der Liebste durch die Security, ich winkte noch ein bisschen und fuhr dann wieder nach Hause. Dort wollte ich ein netter Mensch sein und das teilAuto volltanken, machte ich auch, nur um festzustellen, dass die Tankkarte verschwunden war. Ich zahlte also selbst, heftete den Beleg an und rief dann in der Zentrale an, damit dort ein Vermerk gemacht wurde. Reichlich genervt von der verschwundenen Karte, aber naja. Gut immerhin: Kaum war ich fünf Minuten daheim (und hatte die Kater begrüßt, GANZ allein bin ich nämlich gar nicht), ging draußen ein ordentlicher Regenschauer nieder. Glück gehabt.
Erst einmal eine Kanne Tee gekocht, dann schreiben und einen Blick ins Internet, die Spülmaschine stellte ich auch an und räumte ein bisschen herum, und plötzlich war es zwölf und Zeit fürs Fitness. Der Regen hatte sich nach dem einen Schauer übrigens verzogen, hinter den Wolken sah man ein bisschen Sonne, und es hatte zwar abgekühlt, aber kein Vergleich zu Berlin (wo der Liebste sich nach dem Landen meldete: Dauerregen, bissiger Wind und einstellige Temperaturen).
Erstaunlich viel los im Fitness, aber es passte zeitlich gut, sogar mit einer Kraftmessung. Sehr stolz: An fast allen Geräten habe ich mich verbessert. Damit also startklar für den nächsten Trainingszyklus, adaptives Training (das heißt, die Geräte passen das Gewicht an meine gezeigte Leistung an) mit zehn Wiederholungen und hohen Einstiegsgewichten – ich bin ja jetzt im Muskelaufbauprogramm. Und Jungejunge, das war wirklich ganz schön schwer. Meine Güte. Ich kriegte das ganze Training zwar ohne Ausfälle (oder Schmerzen irgendwo) durch und war deshalb super zufrieden, aber das ist schon ECHT anstrengend. Nun ja. Das ist wohl, was wir wollen.
Halb zwei daheim. Kurzer Blick nach den Katern, schnelle Nudeln mit Pesto zum Mittagessen (die restlichen Artischocken machte ich auch rein, damit war es zwar etwas fettig, aber es sind zwei Gläser im Kühlschrank leer). Ich hätte eigentlich einen Mittagsschlaf vertragen können, aber irgendwie hatte ich das Gefühl, dass SO VIEL zu tun war! Also nur kurzes Ausruhen, den restlichen Nachmittag verbrachte ich mit Haushaltszeug. Die Roboter fuhren im Erdgeschoss und in meinem Arbeitszimmer, ich wischte gründlich hinterher. Dazu in der Küche herumgeputzt, Spülmaschine leergeräumt, Wäsche sortiert und drei Maschinen gewaschen, aufgehängt, gebügelt. Dauerte alles in allem bis in den Abend.
Unter anderem wegen Pleiten, Pech und Pannen. Dass ich einen kleinen Katzenfutternapf auf den Boden schmiss (wo er in tausend Teile zersprang), ließ sich noch recht schnell regeln, einmal zusammenfegen, fertig. Das in irgendeiner Hosentasche vergessene (und komplett zerfaserte) Taschentuch in der nassen Wäsche war schon blöder: Die Fusseln hatten sich überall verteilt. Am zeitaufwendigsten war allerdings, dass ich beim Wischen gegen das Schuhregal aus Holz stieß und dieses daraufhin umkippte und eine Strebe zerbrach. (Vermutlich war sie schon vorher angeknackst: Das Regal ist uralt – Ikea-Design noch aus Studienzeiten – und war schon sehr wacklig.)
Oh well. Ich flickte die Strebe notdürftig zusammen (irgendwo müssen wir in diesem Haushalt mal Panzerband gehabt haben, ich konnte aber auf die Schnelle keins finden) und baute das Regal wieder auf. Und weil ich alle Schuhe sowieso hatte ausräumen müssen und schon länger hatte ausmisten wollen, machte ich das dann einfach mal. Am Ende hatte ich bestimmt ein gutes Drittel meiner Schuhe aussortiert, die meisten so durchgelatscht und kaputt, dass sie nur noch für die Tonne gut sind (nur meine veganen Wanderstiefel, die ich 2019 während meines Sabbatical in London gekauft habe, kommen in die Altkleidersammlung: Man kann sie noch gut tragen, aber meine Füße kommen mit ihnen mittlerweile nicht mehr zurecht). Der Rest passt jetzt wieder optimal ins Schuhregal (vorher war es komplett vollgestopft und die Schuhe stapelten sich übereinander, kein Wunder, dass es umgekippt ist).
Genug herumgeputzt. Mittlerweile war es halb sieben, die Kater (größtenteils draußen, es war irgendwann sonnig geworden) wollten versorgt werden und ich hatte Hunger. Erst einmal machte ich noch schnell den Wochenplan für die kommende Woche, noch ohne Spargel (der grüne kommt noch nicht aus Deutschland, der weiße ist mir aktuell noch zu teuer) und ohne neue Rezepte – mal wieder eine schnelle Woche mit viel Comfort Food.
Eine halbe Stunde Telefonat mit dem Liebsten, der in Berlin gut angekommen und gleich ordentlich vollgeregnet worden war auf dem Weg zum Hotel (in Flughafennähe, was faktisch am Stadtrand und damit mitten im Nirgendwo bedeutet), dann Abendessen: Ich hatte mir aus unserem gut gefüllten Gefrierfach eine Portion Linsenbolognese aufgetaut, streckte sie mit noch ein paar Tomaten (damit sie für den nächsten Tag auch noch reicht) und machte mir frische Nudeln dazu. Sehr froh, dass ich nach dem Putztag (gefühlt hatte ich den ganzen Tag kaum gesessen) nichts mehr kochen musste.
Restlicher ruhiger Abend mit ein bisschen Feuerwehrcontent (neue Folge bei Feuer & Flamme) und einem alkoholfreien Sanbitter Spritz. Um Viertel vor zehn mit Buch ins Bett.