Infusionen, Montag 1.6.2026

Mai schon wieder vorbei. Wahnsinn. Oh well. Noch ein wahnsinnig voller Juni, dann wird es „ruhiger“. Harhar.

Normal geschlafen. Um 5:40 wachte ich auf, mehr oder weniger ausgeschlafen, und hörte den Vögeln beim Lärmen zu, leicht irritiert darüber, wie hell es im Schlafzimmer war. Als ich um zehn nach sechs schließlich aufstand, sah ich, dass ein Flügel des Fensterladens vor der Terrassentür aufgeweht worden war. Wind hatte es also gegeben, aber Regen überhaupt keinen: Ich goss erst einmal zwanzig Minuten auf der Dachterrasse. Und steckte allen Tomatenpflanzen Stäbe als Rankhilfe ein, denn leider waren ein paar von ihnen durch den Wind schon umgeweht worden. (Hoffentlich aber keine Dauerschäden.)
Dann Küchenrunde, bis irgendwann auch mal der Kater sich bequemte ins Haus zu kommen (ich sah ihn auf dem Schattendeck liegen) und von mir versorgt wurde. Magi lag zu dem Zeitpunkt noch beim Liebsten auf dem Bett (wo er die Nacht verbracht hatte) und wurde etwas später von ihm versorgt. Einigermaßen gefressen, dann beide raus. So eine richtige Verbesserung sehe ich bei Magi nicht. Allerdings auch keine Verschlechterung.

Eher blöde Stimmung bei mir, in erster Linie der vollen Woche geschuldet (drei Tage Weiterbildung, das letzte Basismodul, dazu immer abends Unterricht, und dann Donnerstag und Freitag QM-bezogen, das Audit naht). Alles okay, alles machbar, aber mir fehlt irgendwie die Energie dazu. Einfach zu viele Baustellen parallel (im Juni läuft ja noch das Kairo-Projekt und ich fliege nach Indien). Und ganz ehrlich: Ohne kranke Katze im Haus wäre das auch etwas besser zu händeln. Nicht wegen der Arbeitslast, sondern wegen Sorgenmachen. Aber das gehört wohl leider dazu.

Erst einmal Tee, Müsli zum Frühstück, bisschen schreiben, und schließlich ein Anruf bei der Tierärztin, die aus dem Urlaub wieder zurück ist. Glücklicherweise hatte sie einen frühen Termin schon um halb elf für uns. In dem Fall für den Liebsten, denn ich war ja in meiner Weiterbildung. Kurze Körperpflege, um zehn vor neun war ich am Schreibtisch.

Ein ganz guter Weiterbildungstag mit nicht wahnsinnig vielen neuen Elementen, aber einigen Vertiefungen und praktischem Ausprobieren. Bei einem Thema, das eigentlich noch einmal zwei Wochen deutlich intensivere Auseinandersetzung erfordert hätte, aber das ist eben dem Wesen dieser kompakten Weiterbildung geschuldet, dass alles nur knapp angerissen werden kann. Dafür bekommen wir für jedes Modul einen Sack an Dingen zum Durcharbeiten und weiterführendes Material. Und Aufgaben. Und überhaupt.

Neben dem Meeting natürlich ein bisschen Kommunikation, um die Flut in der Inbox nicht völlig aus dem Blick zu verlieren. Und Gedanken an den Liebsten, der um zehn vor halb elf mit Magi losfuhr. Eine Dreiviertelstunde später war er ohne Kater wieder da, denn der blieb erst mal vor Ort und bekam Infusionen. Wie erwartet ging es ihm gar nicht gut. Blutwerte alle katastrophal, es ist definitiv eine aktive Infektion im Gange (die Antibiotika wurden gleich mal verlängert), ansonsten Niere schlecht, Herz schlecht, alles doof. Was bei so alten Katzen häufig passiert, ist, dass sie das Trinken einstellen und ihnen dann bei heißem Wetter die Elektrolyte entgleisen. Das Doofe ist, dass man da zwei gegenläufige Prozesse hat: Viel trinken – oder viel Flüssigkeit per Infusion zuführen – ist für die Nieren wichtig, aber belastet gleichzeitig das Herz. Am allerwichtigsten ist, dass er wieder mit Trinken und vor allem auch mit Fressen anfängt (ein Großteil der Flüssigkeit wird über das Frischfutter aufgenommen).

Erst einmal blieb er aber den Tag über da und ich vor dem Rechner. Mittagspause mit dem restlichen Gulasch (und nur so halb mit dem Liebsten, denn der hatte mittags einen Termin – schlechtes Timing an dem Tag, wir liefen immer etwas aneinander vorbei), danach ein kurzes Meeting mit dem Chef, und ab halb zwei ging es weiter. Intensives Arbeiten bis halb fünf, mit jeder Menge zusätzlichem Zeug nebenher. (Es hat schon Vorteile, wenn die Weiterbildung am Samstag ist, da arbeiten die Kolleg:innen nicht.) Beim Arbeiten leicht genervt vom Wetter: Im 10-Minuten-Takt war die Sonne da, wieder weg, wieder da, wieder weg. Und es hatte zwar im Schatten abgekühlt, aber das hieß nicht wirklich „kühl“, sodass ich ständig damit beschäftigt war, die Strickjacke an- und wieder auszuziehen. Und am Ende trotzdem leicht verschwitzt war.

Direkt nach der Weiterbildung ging ich mit dem Liebsten aus dem Haus (lange Hose, Shirt und Sandalen), er bog zur Tierärztin ab, das kranke Tier abholen, ich ging ins Büro für einen Abendkurs vor Ort.
Sehr deutlich noch Pfingstferien: Außer mir waren noch drei weitere Kolleg:innen da, die sich aber alle nach und nach verabschiedeten, und zum eigentlichen Kurs war ich mit den Teilnehmenden dann allein. Ganz guter Unterricht, auch wenn ich merkte, dass ich einen intensiven Kopfarbeitstag hinter mir hatte und die Konzentration schon ziemlich aufgebraucht war. Ich hätte mir deshalb eine etwas andere Performance gewünscht, aber es war insgesamt schon in Ordnung, Natürlich etwas ironisch, da ich gerade aus einer Weiterbildung unter anderem zum Thema Didaktik komme. Aber nun gut. Theorie und Praxis.

Daheim hatte der Liebste schon das Abendessen fertig (einen Topf Pasta Fagioli mit ein bisschen Blattkohl und Borlottibohnen) und Berichte vom Magertier. Dieser hatte wohl in der Praxis ganz gut gefressen und ein paar Medikamente gespritzt bekommen. Bei ein paar Sachen wechseln wir von Tabletten auf Tropfen (besser zu verabreichen), und ansonsten müssen wir beobachten. Wenn er nicht fressen will, dann sollen wir ziemlich schnell wieder kommen. Und natürlich muss man generell sehen, was noch machbar ist. Und wann ein Limit erreicht ist.

Für den Abend hatten wir auf jeden Fall genug Gedöns gehabt. (Zumal der Liebste dann auch noch eine Nachricht auf dem Handy bekam, familienbezogen, über die er sich etwas ärgern musste.) Wir zogen uns zu ein paar Folgen Sternentor und ein bisschen Vanilleskyr aufs Sofa zurück. Und um halb zehn holten wir Magi wieder zu uns (der Nasenkater kam freiwillig mit), wo er friedlich neben dem Liebsten einschlief. Und so eigentlich ganz zufrieden und, naja, „gesund“ aussah.