Einkaufs- und Weinflaschengedanken, Samstag 6.6.2026

Ganz okay geschlafen, allerdings wach um kurz vor sechs trotz Ohrstöpsel und ohne Katzenstörung. Nun ja. Ich blieb trotzdem noch liegen bis Viertel vor sieben – wenn es schon Wochenende ist, und ich hatte mir GANZ FEST vorgenommen, an dem Wochenende NUR auf Erholung zu setzen. (Naja, und Haushalt eben.) Erst einmal Blick auf die Dachterrassen, wo an den Paprikapflanzen mittlerweile einige Blüten zu sehen sind und die Zucchinipflanzen die ersten kleinen Früchte tragen. Ein bisschen gegossen, nicht viel – es ist immer noch kühl und die Erde überall recht feucht. Dann mit Magi, der mittlerweile auch auf die Dachterrasse gekommen war, nach unten: Ich stellte erfreut fest, dass er die Treppe jetzt wieder flüssig mit allen Füßen in einem Rutsch herunterlaufen kann, statt mühsam Stufe für Stufe nach unten zu hinken.
Wirklich am Futter war er allerdings nicht interessiert, nach einer halben Portion Medikamenten-Paste latschte er raus. Und der Kater, der kurz darauf reinkam, wollte auch nur so ein bisschen Schnurr und verschwand dann ebenfalls wieder raus. Seufz. Dabei war es echt frisch (ich hatte Jogginghose, Socken und einen dünnen Fleecepulli an.)

Kurze Küchenrunde, Tee, dann kam der Liebste und startete unten die Saugroboter. (Wie gesagt Haushalt, nun ja.) Wir waren beide eher ein wenig langsamer unterwegs, aber das war ja egal. Wir hatten es nicht eilig. Blick in die Zeitung, dazu Frühstück: Brot, Mandelfrischkäse, Marmelade. Wir hatten am Freitag ein „Brot vom Vortag“ beim Bäcker mitgenommen, das natürlich eigentlich ein Brot vom Vor-Vortag war, wegen Feiertag am Donnerstag – tat dem Brot überhaupt keinen Abbruch, im Gegenteil. Schönes Vollkornbrot.

Restlicher Vormittag Internet leerlesen, dann oberes Stockwerk wischen und gründliche Körperpflege. Und leicht genervt beim Anziehen: Man merkte schon, dass es draußen wärmer wurde, also Shirt und barfuß, nur im Haus war mir trotzdem sofort kalt Also doch Strickjacke und Socken. War recht schnell dann aber auch doof. Nerv.

Es war aber auf jeden Fall warm genug für Salat. Zum Mittagessen eine Schüssel mit Blattsalat, und für eine zweite Schüssel raspelten wir alles, was sich so im Gemüsefach fand: eine Rote Bete, viele Karotten, einen Apfel, eine Gurke. Dazu ein paar angebratene Maultaschen.

Den Nachmittag verbrachten wir größtenteils mit Wocheneinkauf. Erst zum Alnatura, dort angenehm leer – es traf uns aber fast der Schlag, wie viele Autos sich auf der Bundesstraße durch die Stadt quälten, eine lange Stauschlange. Zuerst vermuteten wir irgendwo einen Unfall, aber davon war nichts zu sehen. Vermutlich einfach nur Rückreiseverkehr, die Pfingstferien enden ja. Mal wieder SO froh, dass wir im Alltag relativ selten mit einem Auto unterwegs sein müssen.

Nach dem Alnatura nur schnell Sachen weggestellt, dann gleich weiter zum Weinhändler. Dort waren die Regale eher leer, und ich hörte zufällig mit, wie einer der Angestellten sich mit einem anderen Menschen darüber unterhielt, dass die ganze Branche massiv zu kämpfen hat, angefangen bei den Winzern, die hektarweise ihre Weinberge unterpflügen, weil sie ihre Produkte nicht mehr verkauft kriegen. Sehr, sehr schade. Dazu passend hat mich der Spirituosenhändler unseres Vertrauens am Freitag angerufen: Wir hatten Karten für ein Whiskytasting Mitte Juni, und das müssen sie jetzt leider mangels Nachfrage absagen. Für uns nicht ganz so schlimm (wir haben genug im Schrank), auch wenn wir uns auf die Events natürlich immer freuen. Aber es ist halt bezeichnend: Früher waren die Tastings bei ihm immer wochenlang im Voraus ausverkauft.
An uns liegt es auf jeden Fall nicht. Ich kaufte beim Weinhändler eine Flasche Rosé für einen Kollegen, der nächste Woche ein Jubiläum haben wird, und dann nahmen wir noch sechs Flaschen Weißwein für uns mit, Franzosen und Italiener. Ich hielt Ausschau nach einem Wein aus dem Piemont, fand aber keinen passenden, dafür einen sizilianischen Grillo. Bin sehr gespannt. Insgesamt übrigens war ich über die Preise eher erstaunt, ich habe das Gefühl, insgesamt war es recht günstig. Und zweite Beobachtung: Es gibt mehr Bio-Weine als früher. Weiß aber nicht, ob das an diesem spezifischen Händler liegt.

Nach dem Weinkauf noch zum Supermarkt nebenan, für Wasser und tausend andere Sachen – am Ende wurde es dort dreistellig. Einige vegane Quarks und Joghurts und so (es gibt unter anderem eine neue Sorte Alpro-Joghurt mit „Brownie-Geschmack“, we’ll see), außerdem Erdbeeren und weißen Spargel – grünen hatten sie leider nicht mehr. Ein paar Flaschen alkoholfreien Prosecco, Crodino und Sanbitter – die alkoholfreien Sachen zum Mischen kaufen wir eher im Supermarkt als beim Händler.

Mit dem Liebsten (ausgehend vom alkoholfreien Crodino) darüber unterhalten, warum der Alkoholmarkt sich gerade schwer tut: Die Leute trinken insgesamt weniger Alkohol, ob aus Gesundheitsbewusstsein oder Religiosität oder sonstigem Verzicht, keine Ahnung. Es ist auf jeden Fall ein deutlicher Wandel gerade bei der jüngeren Generation zu sehen – der Dry January geht ja mittlerweile quasi nahtlos in die Fastenzeit über. (Wobei auch hier die Fastenzeit eher ein Ding der älteren Generation – also von uns beispielsweise – ist.)
Und dann nehme ich auch generell wahr, dass die gesellschaftliche Gesamtatmosphäre weniger zur Ausgelassenheit und zum Feiern und fröhlichen Beisammensein einlädt (alles Dinge, die mit Alkohol verbunden werden, mag das jetzt gut oder schlecht sein). Die Nachrichten sind an allen Ecken besorgniserregend, es gibt überall mehr Krieg statt weniger, die Demokratie ist weltweit unter Beschuss, in unserem Land gibt es einen katastrophalen rechten Backlash – woher soll da der Optimismus kommen? Dazu eine drohende Rezession und eine Inflation, die die Leute im Geldbeutel spüren. Kein Wunder, dass sie auf Luxusgüter wie die Flasche Wein zum Wochenende verzichten. Ich hoffe nur, dass es unsere beiden Stammläden überleben, ich habe nämlich keine Lust, nur noch vom Großhandel und den Konzernen abhängig zu sein – die Konzentration im Spirituosenmarkt greift leider massiv um sich.

Anyway. Daheim alle Einkäufe weggeräumt (Kühlschrank wieder knallevoll, auch weil wir eine gut gefüllte Rettertüte mit schlappem Gemüse mitgenommen hatten). Und den restlichen Nachmittag zum ausführlichen Lesen auf den Lesesessel. Ich hatte wegen Schattendeck überlegt, aber es war nachmittags leicht zugezogen, und auch wenn es beim Einkaufen echt warm geworden war, traute ich dem Schattendeck nicht so richtig. Außerdem lagen da die Kater.

Kurz vor sieben gemeinsames Kochen – passend zu den Gedanken des Nachmittags machte ich uns eine Flasche Crémant auf, einfach so zur Feier des Wochenendes. (Und damit wir wieder etwas mehr Platz im Kühlschrank hatten.) Der Liebste machte Ofenkartoffeln und weißen Spargel, und ich machte (mit ein paar Hinweisen des Liebsten, der da deutlich mehr Erfahrung hat) eine quasi perfekte Béchamelsauce. Der Trick ist halt wenig Temperatur, langsam machen, rühren rühren rühren. Und natürlich viel Liebe und Hingabe.

Sehr gutes Essen auf jeden Fall. Und dann ein ruhiger Abend, mit beiden Katern, nachdem der Liebste Magi hergetragen hatte, und mit ein paar Stargate-Folgen bis neun. Dann mit Buch ins Bett.